Rund um die Uhr im Einsatz

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Dauereinsatz: Rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche wird auf der A8 zwischen Bad Aibling und dem Inntaldreieck gearbeitet.
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Rosenheim - Vollständig erneuern lässt die Autobahndirektion Südbayern die A 8 zwischen der Ausfahrt Bad Aibling und dem Inntaldreieck. 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche wird dort bis Ende Oktober durchgearbeitet.

Wer sich die A 8 zwischen Bad Aibling und Rosenheim von einer der Brücken aus ansieht, gewinnt ungewöhnliche Eindrücke: In beide Richtungen fließt der Verkehr ausschließlich auf der nördlichen Hälfte der Autobahn. Aber obwohl der südliche Teil eigentlich gesperrt ist, herrscht auch dort reger Verkehr. Denn Meter für Meter wird die Asphaltdecke abgefräst. Im Minutentakt fahren große Lkw den alten Teer weg und kippen ihn auf eine freie Wiese, direkt neben der Fahrbahn. Dort ist inzwischen ein mehrere Meter hoher, künstlicher Hügel entstanden. 70 000 Tonnen Asphalt lagern dort und warten auf eine neue Verwendung.

30 Lkw sind an der A 8 im Einsatz, vier Bagger und fünf Fräsmaschinen. Tag und Nacht, sieben Tage in der Woche, wird gewerkelt. In mehreren Durchgängen fräsen die Maschinen so tief, bis die alten Betonplatten der ehemaligen Reichsautobahn zum Vorschein kommen. "Im Durchschnitt sind das 34 Zentimeter", weiß Michael Witt, Sachgebietsleiter in der Dienststelle München der Autobahndirektion Südbayern.

Rund 40 Mann plus Baustellenleitung sorgen dafür, dass das Bauprojekt reibungslos abläuft. Ab November soll der Verkehr wieder über beide Hälften der Autobahn rollen. "Derzeit sind wir voll im Zeitplan", so Witt.

Notwendig wurde die Erneuerung, weil die alte Teerdecke starke Risse und "ungleichmäßige Verdrückungen" aufwies. Die nördliche Hälfte der Autobahn, also in Fahrtrichtung München, ließ die Autobahndirektion vor genau einem Jahr neu asphaltieren.

Während der Bauzeit stehen zwei Fahrspuren in Richtung Salzburg und drei in Richtung München zur Verfügung. Die Abfahrt auf die Inntalautobahn ist nur einspurig möglich. Die Geschwindigkeit ist auf 80 km/h beschränkt.

Ganz ohne Komplikationen ist das Projekt bisher nicht verlaufen. "Wir hatten einen kleinen Unfall", gibt Michael Witt zu. Eine Baumaschine beschädigte einen der riesigen Vorwegweiser, die zwischen der Panger und Westerndorfer Autobahnbrücke stehen. Ein großer Teil der blauen Tafel, die den Autofahrern den Weg nach Innsbruck und zum Brenner anzeigt, hängt jetzt nach rechts unten weg. Witt gibt Entwarnung: "Es besteht keine Gefahr. Außerdem werden die Wegweiser sowieso abgebaut."

Die Erneuerung kostet inklusive Einrichtung der Verkehrsführung 6,4 Millionen Euro. Auch nach der Freigabe für den Verkehr im November bleibt die Geschwindigkeitsbegrenzung mit dem Zusatz "Neuer Fahrbahnbelag" für mehrere Wochen bestehen.

Die Bundesautobahn 8 gilt als eine der wichtigsten West-Ost-Verbindungen in Mitteleuropa. Die 497 Kilometer lange Strecke führt in drei Teilstücken von der luxemburgischen Grenze bei Perl über Karlsruhe, Stuttgart und München bis nach Salzburg. Sie zählt mit 105.600 Fahrzeugen pro Tag zu den am stärksten befahrenen Autobahnen in Deutschland. In Bayern steht sie an dritter Stelle der Autobahnen mit dem meisten Verkehr nach der A9 (München-Nürnberg mit 142.400 Fahrzeugen) und der A99 (Autobahnring München mit 115.700 Fahrzeugen).

Martin Aerzbäck/Oberbayerisches Volksblatt

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