"Uwe 1"

Satellit aus Bayern fliegt seit zehn Jahren im All

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Der Mini-Satellit Uwe-1 wird am 29.06.2005 bei einem Vibrationstest auf einem so genannten Shaker auf seine Starttauglichkeit getestet.

Würzburg - „Uwe-1“ war ein wichtiger Schritt in der Weltraumforschung. Der kleine Forschungswürfel aus Würzburg war 2005 der erste deutsche Pico-Satellit im Orbit. Mittlerweile gibt es viele Mitspieler in diesem Forschungsbereich.

Ein kleiner Satellit in Würfelform schreibt seit einem Jahrzehnt Weltraumgeschichte. An der Universität Würzburg entwickelt, startete „Uwe-1“ im Herbst 2005 als erster deutscher Pico-Satellit mit einer russischen Trägerrakete ins All. Seine Mission: via Internet im All zuverlässig Signale an die Würzburger Bodenstation senden und das in Experimenten optimieren. Und der Experimentalsatellit erfüllte seine Aufgaben vorbildlich.

„Internet im Weltraum ist heute ein Riesenthema. Mit „Uwe“ waren wir vor zehn Jahren schon dort mit dabei“, sagte Projektleiter Klaus Schilling der Deutschen Presse-Agentur. Der Professor am Lehrstuhl für Informatik und seine Studenten haben mit ihrer Forschung die Grundsteine dafür mitgelegt. „Die Technologie der Kleinst-Satelliten hat sich dramatisch schnell weiter entwickelt. Vor zehn Jahren waren das noch Studentensatelliten, heute sind es fast schon kommerzielle Produkte“, sagt Schilling. „Wir sind dankbar, dass wir da mitmachen und Beiträge einbringen konnten.“

Seit dem Start von „UWE-1“, das steht übrigens für Universität-Würzburg-Experimentalsatellit, hat die Uni bereits zwei weitere Satelliten in den Orbit gebracht. Der letzte startete im November 2013 - „UWE-3“. „Der scheint das ewige Leben geschluckt zu haben, er funktioniert noch immer perfekt, obwohl wir von nur drei Monaten Betriebszeit ausgingen“, sagte Schilling. Das gibt ihm und seinen Studenten die Chance, weiterhin ständig neue, bessere Software hochzuladen und mit dem Satelliten im Orbit zu arbeiten.

Während die erste Generation des Würfels mit einer Kantenlänge von gerade einmal zehn Zentimetern noch das Internet im All erforschte, brachte der zweite Erkenntnisse zur Lagebestimmung von Satelliten. Die neue Generation verändert nun gezielt seine Lage. Ziel ist, dass künftig mehrere Satelliten im All selbständig zur Erfüllung Ihrer Aufgaben zusammenarbeiten.

Für die Studenten haben die kleinen Satelliten den Vorteil, dass sie im Kleinen alle wichtigen Bereiche der Satelliten-Forschung integrieren und praktisch erfahren. „In den vergangenen zehn Jahren haben rund 600 Studenten im SpaceMaster-Programm studiert und im UWE-Projekt mitgeforscht, zwölf Doktorarbeiten sind entstanden - da stecken viel Schweiß, unbezahlte Überstunden, aber auch mehrere Millionen Euro Fördergelder drin“, sagte Schilling weiter.

Dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zufolge hat Schilling einen großen Anteil daran, dass mit den Pico-Satelliten eine aktive Lern- und Ausbildungsmethode für die Studenten geschaffen wurde. „Heute ist das ja weltweiter Trend, dass Ingenieursstudenten am praktischen Beispiel üben“, sagte DLR-Kleinsatelliten-Experte Christian Nitschke. Doch in der Forschung spielen mittlerweile die größeren Nano-Satelliten eine wichtigere Rolle. Auch, weil sie mehr Nutzlast ins All fliegen können.

Im Weltall fliegen der DLR zufolge mehr als 100 Pico-Satelliten um die Erde. Auch „UWE-1“ kreist noch, doch er funkt längst nicht mehr. Schilling: „Seine Geschwindigkeit wird durch die Atmosphäre weiter abgebremst, in vermutlich 15 Jahren wird er als Sternschnuppe abstürzen und dabei komplett verglühen.“

dpa

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