Freilassinger Höhlenretter auf besonders feuchter Übungstour

Starkregen verwandelt Höhlenbach in "sprudelndes Monster"

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Schneizlreuth/Fronau - Eine besonders feuchte Übungstour erlebten die Freilassinger Höhlenretter am Montag. Dabei wurden bestimmte Techniken geübt:

Wenn der ansonsten friedlich plätschernde Höhlenbach durch tagelangen Starkregen zu einem sprudelnden Monster mit tosenden Wasserrinnen mutiert, zeigen auch die eigentlich beschaulichen Schächte der Adventhöhle in Müllnerhörndl ihre Zähne: Fünf Höhlenretter der Bergwacht Freilassing haben am Montagabend in der Schachthöhle hoch über dem Saalachsee die Einseil-Technik geübt und lernten ihre liebevoll als „kleines Übungs-Riesending“ bezeichnete Trainingshöhle ungeschminkt und ohne Maske, mit ihrem eigentlichen, urgewaltigen Gesicht kennen.

2014 kam es in der Riesending-Höhle zu einem Großeinsatz.

„So unglaublich nass wars bei unseren bisherigen Touren hier drin noch nie, nichts bleibt heute trocken! Im Notfall, wenn ganz unten ein Verletzter liegt, müssen wir auch unter widrigsten Bedingungen mit besonders viel Wasser gut klarkommen – von dem her ist das heute ein toller, zusätzlicher Übungsfaktor“, freut sich der stellvertretende Höhlenrettungschef Peter Hogger.

Trotz der großen Motivation ist das viele Wasser für alle Höhlen-Begeisterten eine echte Zumutung: Die völlig veränderten Bedingungen führen den Rettern auch sehr realistisch vor Augen, wie schnell durch Niederschlag innerhalb kurzer Zeit ein ganz anderes Klima unter Tage herrscht. „Ersoffen ist hier drinnen aber noch keiner?“, frägt Neueinsteiger Felix am Eingang etwas skeptisch. Peter antwortet nur knapp „bisher noch nicht!“

Bereits in der engen Kriechröhre direkt nach dem Eingang, ansonsten immer völlig trocken, zieht sich bereits der Bach seine Bahn mit leichtem Gefälle in den löchrigen Berg hinab. Die Abseilstellen führen direkt in tosende Wasserrinnen hinein, denen man mit viel Geschick abwärts ein wenig ausweichen kann - dennoch spritzt es so stark, dass bald nichts mehr trocken ist.

Beim zeitaufwendigeren Aufsteigen mit den Steigklemmen muss dann jeder wohl oder übel gegen die Strömung wieder in Richtung Oberfläche ankämpfen. Zunächst ist der feuchte Spaß noch eine große Gaudi, nach drei Stunden freut sich aber jeder nur noch auf eine heiße Dusche und ein trockenes Bett.

Die robusten Schlatze halten in der Flut gut her und die Neoprensocken isolieren optimal die Füße. „Ein Handtuch wäre jetzt eigentlich nicht schlecht!“, bemerkt Peter trocken und mit einem breiten Grinsen im Gesicht, als ihm das kalte Wasser vom Kragen am Genick entlang am Körper hinab rinnt und bereits knöchelhoch in den Stiefeln steht. Gegen 23.30 Uhr sind alle wieder über das Bachbett zum Saalachsee abgestiegen und schlüpfen in trockene Klamotten. Hoggers Resümee: „Trotz der unschönen Bedingungen zeigten sich alle Teilnehmer erfreulich belastbar!“

BRK BGL

Quelle: BGland24.de

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