Kälteinbruch in Bayern

Frost und Kälte machen Spargelbauern und Winzern zu schaffen

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Ein schneebedecktes Rapsfeld im Landkreis Starnberg.

München - Schnee am Tag und Minusgrade in der Nacht: Der aktuelle Kälteinbruch trifft Spargelerzeuger und Weinbauern in Bayern. Einige Winzer werden heuer wohl deutlich weniger ernten. Anders sieht es bei den Obstbauern am Bodensee aus.

Kälte und Frost machen den Spargelbauern und Winzern in Bayern derzeit das Leben schwer. Das Stangengemüse wachse deutlich langsamer oder gar nicht, beklagte der Spargelbauer Manfred Wolf aus Pfaffenhofen an der Glonn (Landkreis Dachau). Einige Erzeuger könnten kaum noch etwas ernten. „Es wird daher in diesem Jahr keine solche Spargelschwemme geben, wie es sonst um den 1. Mai herum ist.“ Einige Weinbauern in Unterfranken wurden noch schwerer getroffen. Wegen zweier Frostnächte hintereinander seien Anfang der Woche stellenweise bis zu 80 Prozent der Weinstöcke erfroren, sagte Markus Müller von der Landesanstalt für Weinbau in Veitshöchheim.

Man habe um diese Jahreszeit zwar immer mal wieder kalte Tage, sagte Spargelbauer Wolf. „Aber diesmal ist die Schlechtwetterperiode relativ andauernd und der Boden ist dadurch recht stark ausgekühlt auf unter 12 Grad.“ Damit der Spargel gut wachse, sei eine Temperatur von 15 bis 18 Grad nötig. „Es wächst fast gar nichts oder nur wenige Millimeter, statt mehrere Zentimeter wie an guten Tagen.“ Sein Betrieb könne derzeit nur ein Fünftel der üblichen Menge ernten.

Langfristig habe die Kälte aber keinen Einfluss auf die edlen Stangen: Sobald die Sonne wieder scheine und die Temperaturen stiegen, wachse das Gemüse weiter. Die Spargel-Saison werde durch die jetzige Pause heuer wohl etwas länger dauern als sonst. Die Preise sinken vermutlich erst, wenn die Erntemengen steigen. Wolf verkauft seinen Spargel gerade für knapp 14 Euro pro Kilo.

Einige Winzer rechnen dagegen bereits mit deutlichen Einbußen. „Der Ertrag wird auf diesen Flächen definitiv sinken“, sagte Müller über besonders geschädigte Regionen wie etwa Thüngersheim im Kreis Würzburg oder Retzbach, einen Ortsteil von Zellingen (Landkreis Main-Spessart). Glücklicherweise sei nicht ganz Weinfranken von den Frostnächten am Wochenende und zum Wochenanfang betroffen gewesen.

Frost sei inzwischen ein großes Problem für die Winzer. Da der Wein durch das wärmere Klima immer früher austreibe - statt Anfang Mai schon im April - werden die Pflanzen vermehrt getroffen. „Früher war die große Gefahr immer um Mitte Mai bei den Eisheiligen. Mittlerweile fangen wir schon Mitte April das Zittern an“, sagte Müller.

Über die Qualität des Weinjahrs könne man jedoch noch nichts sagen. „Wir sind ja noch früh dran. Es ist noch Zeit, dass sich die Pflanzen erholen können.“ Der Start sei zwar diesmal nicht optimal gewesen. „Aber wenn wir einen Bombensommer kriegen und einen trockenen Herbst, kann sich das alles noch ausgleichen“, sagte Müller.

Die Obstplantagen am Bodensee sind dagegen bislang vom Kälteeinbruch verschont geblieben. „Wir hatten bisher noch keine Minusgrade“, sagte Helmut Jäger, Vorstand des Bayerischen Erwerbsobstbau-Verbandes. Die Obstbauern in Lindau und Umgebung befürchteten jedoch, dass der Frost noch kommt, wenn es nachts aufklart. Derzeit blühten die Apfelbäume und die verfrühten Erdbeeren. Kirschen und Birnen seien zwar schon abgeblüht, doch die jungen Früchte seien ebenfalls frostempfindlich. „Wir hoffen, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen.“

Solange der Boden nicht friere, mache das aktuelle Wetter dem Getreide ebenfalls nichts aus, sagte eine Sprecherin des Bauernverbandes. Und ein Gutes habe die Kälte auch: „Die Waldbauern freuen sich: Denn das Wetter wirft die Borkenkäferlarven zurück.“

dpa

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