Nach Anklage wegen Missbrauch von Frau und Kind in Waldkraiburg

Freispruch mit "eigenartigem Beigeschmack"

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Traunstein/Waldkraiburg - Eine geistig behinderte Frau soll er 20 mal missbraucht haben, auch ihre zwölfjährige Tochter sei zu sexuellen Handlungen gezwungen worden - doch nun wurde ein Waldkraiburger freigesprochen.

Was die Traunsteiner Staatsanwaltschaft einem 45-jährigen Waldkraiburger zur Last legte, klang widerlich: Eine zwölfjährige Bekannte soll er immer wieder gedrängt haben, sein Glied zu berühren, zu massieren oder auch zu lecken. Mal soll es im Kinderzimmer des Opfers passiert sein, mal auf einer Parkbank in der Nähe des Waldkraiburger McDonalds. Auch die geistig behinderte Mutter der Zwölfjährigen sei im August 2014 Opfer des Waldkraiburgers geworden: Über 20 Mal Sex gegen ihren Willen.

Immer wieder belasteten die 45-jährige Mutter und ihre Tochter den Waldkraiburger vor dem Traunsteiner Landgericht, nun fiel das Urteil: Der 45-jährige Waldkraiburger wurde freigesprochen. Ob vor der Polizei, vor den Sachverständigen oder vor Gericht - die beiden Zeuginnen widersprachen sich immer wieder. "Es gibt keine zusätzlichen Beweismittel, keine Spuren, keine neutralen Zeugen. Aussage steht gegen Aussage", zitiert das Traunsteiner Tagblatt den vorsitzenden Richter Klaus Weidmann.

Rund sieben Jahre hätte der Waldkraiburger wohl hinter Gitter wandern müssen: "Es bleibt ein eigenartiger Beigeschmack. Wir glauben schon, dass etwas war. Aber es ist nicht ohne Zweifel zu belegen", so Richter Weidmann im Traunsteiner Tagblatt. Die Anklagevertreter will nun eine Revision gegen das Urteil ernsthaft prüfen.

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa/pa

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