Hochwasser-Katastrophe in Niederbayern

Vermisstes Paar seit Tagen in Klinik - Straßen müssen gesperrt werden

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Simbach/Pfarrkirchen - Die fürchterliche Hochwasser-Katastrophe hat sieben Tote und Schäden in dreistelliger Millionenhöhe gefordert. Auch am Freitag gehen die Aufräumarbeiten weiter. Alle Infos gibt es in unserem News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hochwasser-Katastrophe fordert sieben Todesopfer 
  • Opfer sind vier Frauen (28, 56, 78 und 80) sowie drei Männer (65, 75)
  • Ein Mann (72) aus Triftern starb nach einem Unfall infolge der Aufräumarbeiten
  • Inzwischen gibt es keine Vermissten mehr
  • Simbach, Tann und Triftern besonders stark betroffen 
  • Ministerpräsident Seehofer wird das betroffene Gebiet am Samstag besuchen
  • Schäden in dreistelliger Millionenhöhe 
  • Rund 500 Häuser betroffen, Teile der Bundesstraße 20 wurden unterspült, eine Brücke wurde abgesenkt
  • BÜRGERTELEFON des Landratsamtes Rottal-Inn: 08561 / 20725

Spendenkonten: 

  • Landkreis Rottal-Inn, Kennwort "Hochwasserhilfe", Sparkasse Rottal-Inn, IBAN: DE81743514300570006809, BIC: BYLADEM1EGF
  • Bayerisches Rotes Kreuz, Kennwort "Flutkatastrophe Niederbayern", Bayerische Landesbank, IBAN: DE06700500000000022222, BIC: BYLADEMMXXXCaritas Spendenkonto, Kennwort "Hochwasser 2016"
  • Sparkasse Passau, IBAN: DE16740500000000001230, BIC: BYLADEM1PAS

Infos für freiwillige Helfer

Treffpunkt für freiwillige Helfer ist der Bauhof in Simbach, Heraklithstraße 7. Aktuelle Informationen findet man auch auf der Facebook-Seite "Unser Simbach". Gummistiefel und nach Möglichkeit auch Schaufeln sollen mitgebracht werden.

Die Südostbayernbahn ermöglicht allen Freiwilligen bis Sonntag eine kostenlose An- und Abreise auf den Strecken Mühldorf-Simbach und Mühldorf-Passau. Das teilte die SOB über Facebook mit. Der Fußweg zwischen Bahnhof und Bauhof beträgt rund 1,5 Kilometer.

Für alle, die mit dem Auto kommen wollen, teilte die Polizei über Twitter zu den Parkmöglichkeiten folgendes mit:

Sachspenden können über das Bürgertelefon (08561-20725) angemeldet werden. Es bestehen derzeit keine Lagerräumlichkeiten, daher bittet das Landratsamt, die Spenden nicht einfach vor Ort vorbeizubringen.

Simbachs Bürgermeister Schmid zur aktuellen Lage

Neue Fotos vom Freitag zeigen Zerstörungen in der Stadt

Simbach: Schäden werden jetzt erst richtig deutlich

Simbach: Schäden werden jetzt richtig deutlich - Teil 2

UPDATE, 21.35 Uhr: Hochwasser in Peißenberg

Am Freitag kam es aufgrund lokal eintretenden Starkregens zu einer erneuten Hochwasserlage in Peißenberg. Um 16.46 Uhr wurden die ersten Einsatzkräfte alarmiert, weil im Ortsbereich durch den Starkregen die ersten Straßen zu überfluten drohten und Keller mit Wasser voll liefen.

Die Feuerwehrkräfte aus Peißenberg erkannten durch die Lageentwicklung schnell, dass Unterstützungskräfte notwendig wurden. So erfolgte über die Integrierte Leitstelle Weilheim die Nachalarmierung auch ausgewählter überörtlicher Feuerwehrkräfte, die auch aus den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz-Wolfratshausen kamen.

Zudem wurden Einsatzkräfte von THW, Bergwacht, Wasserwacht und Polizei angefordert. Vom Landratsamt Weilheim-Schongau wurde ab 18.15 Uhr zur Koordination des Gesamteinsatzes ein örtlicher Einsatzleiter bestellt. Frau Landrätin Jochner-Weiß und Frau Bürgermeisterin Vanni begaben sich ebenfalls in den Einsatzraum. Der Ortsbereich Peißenberg wurde zuerst in zwei, später in vier betroffene Einsatzabschnitte aufgeteilt, die von den Kräften betreut wurden.

Zuletzt waren am Sonntag vergangener Woche 100 Keller im Ortsbereich überflutet. Diese Zahl dürfte heute bei weitem übertroffen werden, die genaue Anzahl kann derzeit, im laufenden Einsatz, noch nicht konkretisiert werden. Es gab bisher keine Verletzten. Insgesamt befinden sich derzeit knapp 500 Kräfte im Einsatzraum.

Die Pegel sind leicht am Sinken, jedoch kann sich in den nächsten Stunden eine ähnliche Lage entwickeln, weswegen weitere Schutz- und Verbauungsmaßnahmen vorgenommen werden. Die Feuerwehr versorgt derzeit die Einsatzstellen und Bevölkerung mit Sandsäcken vor Ort, es muss keine zentrale Stelle angefahren werden! Der Verbau der Feuerwehr zur Sicherung des Ortes hat Vorrang vor privaten Anfragen.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

UPDATE, 22 Uhr: Blitzeinschlag bei "Rock am Ring"

Das Festival "Rock am Ring" musste am Freitagabend unterbrochen werden. Bei einem Blitzeinschlag waren mehrere Festival-Besucher verletzt worden.

UPDATE, 21.25 Uhr: Unwetter in NRW

Im westfälischen Hamm fuhr die Feuerwehr nach dem Durchzug von Starkregen und heftigen Windböen am späten Nachmittag 50 Einsätze, wie ein Sprecher berichtete. Bäume waren umgestürzt und auf Dächer gefallen, Dachziegel wurden losgerissen. Die Feuerwehr musste ein Baugerüst sichern. Außerdem wurde das Fest "Hammer Summer" abgesagt.

UPDATE, 20.50 Uhr: Landkreis Weilheim-Schongau von erneutem Starkregen betroffen

Besonders betroffen von den starken Regenfällen am Freitagabend war der oberbayerische Landkreis Weilheim-Schongau. In der Gemeinde Peißenberg waren nach Polizeiangaben mehrere Straßen so stark überflutet, dass sie komplett gesperrt werden mussten. Der Verkehr wurde entsprechend umgeleitet. Auch in Hohenpeißenberg musste eine Straße gesperrt werden, nachdem die Wassermassen sehr viel Erdreich an einem Hang mitgerissen hatten.

UPDATE, 20 Uhr: Heftige Regenfälle sorgen erneut für Schäden

In den betroffenen Gebieten in Bayern lief am Freitagabend nach den Regenfällen eine S-Bahn-Unterführung voll, eine Fahrbahn auf der Autobahn steht unter Wasser und Bäche laufen erneut über.

UPDATE, 19.25 Uhr: Bäche treten erneut über die Ufer

Heftiger Regen hat im Landkreis Ansbach erneut Bäche und Seen über die Ufer treten lassen. Zahlreiche Keller liefen am Donnerstagabend mit Wasser voll, Fahrbahnen wurden überflutet, berichtete Dominik Wenninger von der Integrierten Leitstelle Ansbach am Freitag. Die Einsatzkräfte konnten nach Auskunft einer Sprecherin des Landratsamtes Ansbach rechtzeitig eingreifen. Dadurch seien größere Schäden vermieden worden. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. Die Stadt Ansbach sei vom neuerlichen Hochwasser verschont geblieben.

UPDATE, 19.20 Uhr: Unterricht an einigen Schulen fällt erneut aus

Am Montag fällt an einigen Schulen im Überschwemmungsgebiet erneut der Unterricht aus, darunter am Gymnasium in Simbach am Inn. Die Abiturprüfungen dort fänden aber statt, teilte das Landratsamt mit.

UPDATE, 19.10 Uhr: Hochwasser auch in Frankreich

Wegen des steigenden Hochwassers der Seine schließen in Paris immer mehr Museen. Nach dem weltberühmten Louvre und dem Orsay-Museum ist seit Freitag auch der Grand Palais nicht mehr geöffnet. Die am Seine-Ufer gelegenen Museen bringen ihre Kunstschätze teilweise in höher gelegene Stockwerke in Sicherheit oder verlagern sie in Depots. Das Orsay-Museum werde nicht vor Dienstag öffnen, sagte Direktor Guy Cogeval. Neben den bekannten Pariser Kunsttempeln hat auch die französische Nationalbibliothek François Mitterrand geschlossen. Laut Umweltministerium wird ein Höchststand von bis zu sechseinhalb Metern erwartet.

UPDATE, 18.55 Uhr: Hermann attackiert Gaffer

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat Schaulustige im niederbayerischen Überschwemmungsgebiet zum Anpacken aufgerufen. "Sich an menschlichen Katastrophen ergötzen und dabei Menschen im Weg stehen, die anderen Menschen in der Not helfen wollen, ist alles andere als lustig. Das gehört sich einfach nicht. Es ist schlichtweg unverschämt", sagte Herrmann am Freitag. "Helfen statt gaffen - das ist das, was wir in Notsituationen brauchen."

UPDATE, 18.50 Uhr: Keine Vermissten mehr

Das seit Tagen als vermisst gemeldete ältere Ehepaar aus Simbach am Inn ist bereits am ersten Tag der Hochwasserkatastrophe gerettet worden. Die beiden seien bereits am Mittwoch aus ihrem mit Wasser vollgelaufenen Keller geborgen und mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Rottal-Inn am Freitag. Der 81 Jahre alte Mann und seine 77-jährige Frau galten seitdem fälschlicherweise als vermisst. Der fatale Irrtum habe sich erst am Freitag aufgeklärt. Über den Gesundheitszustand machte der Sprecher keine Angaben.

UPDATE, 17.45 Uhr - Noch immer vier Vermisste

Ein vermisstes Ehepaar (81 und 77) aus Simbach konnte mittlerweile aus einem weiterhin überfluteten Keller befreit werden. Beide seien körperlich unversehrt, teilte die Polizei mit. 

Laut BR werden allerdings immer noch vier Menschen vermisst, die bislang von Angehörigen und Freunden nicht erreicht werden können. Ihr Schicksal ist ungewiss. 

UPDATE, 16.25 Uhr - Schon mehr als 2000 Einsätze für die Feuerwehren

Eine unglaubliche Zahl: Laut Kreisbrandrat Hans Prex hat es bereits rund 2200 Einsätze (Stand Freitagmittag) für die Feuerwehr im Hochwassergebiet gegeben. 350 Einsatzkräfte waren für das BRK im Einsatz. 

Das THW ist mit zwölf Ortsverbänden und rund 180 Helfern im Dienst. 

UPDATE, 16.06 Uhr: Siebtes Opfer starb infolge der Aufräumarbeiten

Nach Informationen der PNP starb der 72-Jährige aus der Marktgemeinde Triftern, der in Anzenkirchen unmittelbar am Altbach wohnte, nach Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser.

Das Unglück nahm seinen lauf, als der Mann am Donnerstag die Schäden der Flut beseitigen wollte. Dabei rutschte er laut PNP aus, fiel in den Bach und wurde bewusstlos. Helfer zogen ihm aus dem Wasser und leisteten Erste Hilfe - doch letztlich verstarb der Mann nun im Krankenhaus an den Folgen dieses Unfalls. 

UPDATE, 15.45 Uhr: THW aus Rosenheim im Einsatz

Das THW Rosenheim ist bereits am Donnerstag mit Zugtrupp und der Fachgruppe Wasserschaden mit Pumpen nach Simbach abgerückt.

Zusätzlich wurde am Freitagmorgen die Bergungsgruppe und die Fachgruppe Räumen hinzugezogen. Die Hauptaufgaben der Räumgruppe werden das Beseitigen der Schlammmassen und des Unrats sein. Die Bergungsgruppe ist mit dem Gerätekraftwagen und einem 30kVA-Aggregat zur Stromversorgung im Einsatz. 

Insgesamt ist der THW-Ortsverband Rosenheim mit 25 Helfern und sieben Fahrzeugen im Einsatz in Simbach am Inn. Die Einsatzdauer ist im Moment für mehrere Tage angesetzt.

UPDATE, 15.40 Uhr: Staatsminister zeigt sich "tief erschüttert"

Der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Dr. Marcel Huber aus dem Stimmkreis Mühldorf am Inn, zeigt sich in einer Pressemitteilung "tief erschütter von der verheerenden Hochwasserkatastrophe in Niederbayern."

Weiter heißt es in der Mitteilung: "Unser Mitgefühl gilt den Betroffenen, unsere Gedanken sind bei den Todesopfern der Flut und ihren Angehörigen. Den zahlreichen Helferinnen und Helfern danken wir für Ihren Einsatz. Jetzt ist es wichtig, dass der Freistaat die Geschädigten, die teils binnen Minuten Haus und Hof verloren haben, möglichst schnell mit einem Hilfsprogramm unterstützt."

UPDATE, 15.05 Uhr: Siebtes Todesopfer zu beklagen

Laut dem BR hat Landrat Michael Fahmüller (CSU) am Freitag ein siebtes Todesopfer des Hochwassers bestätigt. Der etwa 80 Jahre alte Mann sei an den Folgen der Flut in einem Krankenhaus verstorben. 

Es werden weiterhin mehrere Personen noch vermisst. 

UPDATE, 14.20 Uhr: Alex Diehl dankt den Helfern

Der Musiker Alex Diehl ("Nur ein Lied") hat sich über Facebook zu Wort gemeldet. Er dankt allen Helfern - egal woher sie kommen. Dazu postete er ein Foto von den helfenden Asylbewerbern aus Bergen. Sein Beitrag wurde schon Hundertfach geteilt. 

UPDATE, 14.10 Uhr: So erlebt Simbachs Bürgermeister diese Tage

Der Bürgermeister von Simbach, Klaus Schmid, ist erst seit der letzten Kommunalwahl 2014 im Amt. Seit der Hochwasser-Katastrophe kommt er maximal zu 3-4 Stunden Schlaf. Er wolle für die Bürger und die Hilfskräfte nun da sein, erklärte Schmid gegenüber innsalzach24.de. So pendelt er ständig zwischen Rathaus und Krisenstab hin und her. 

Von den Ereignissen wurde er, wie alle in Simbach, völlig überrascht: "Sowas hat keiner vorhersehen können".

UPDATE, 13.30 Uhr - Bereits 300.000 Euro ausbezahlt

Das Landratsamt Rottal-Inn hat Opfern am Freitag binnen weniger Stunden Sofortgelder in Höhe von insgesamt 300 000 Euro ausgezahlt. Die meisten holten das Geld gleich früh morgens - allein 150 Menschen waren es in der ersten Stunde bis 8 Uhr. "Ich hoffe persönlich, dass diese erste Unterstützung den schwer getroffenen Menschen eine echte Hilfe ist, um die ersten Tage nach der Katastrophe abzufedern", betonte Landrat Michael Fahmüller.

Jeder Haushalt bekommt seit Freitag 1.500 Euro, um die nötigsten Dinge anzuschaffen. Die Auszahlung wird auch am Samstag und Sonntag weitergehen.

UPDATE, 13.20 Uhr - Trinkwasseraufbereitungsanlage wird installiert

Die Trinkwasserversorgung in Simbach ist immer noch nicht ganz wiederhergestellt. Das THW wird deswegen im Laufe des Freitags eine Trinkwasseraufbereitungsanlage installieren. Derzeit müssen sich viele Einwohner noch an Sammelstellern aus Containern abgezapftes Wasser geben lassen.

UPDATE, 12.30 Uhr: Dieser Film soll Schaulustige abhalten

Um Schaulustige davon abzuhalten, ins Zentrum zu gehen und so die Aufräumarbeiten zu behindern, hat die Facebook-Seite "Unser Simbach" einen Handyfilm hochgeladen. Er zeigt, wie es derzeit in der Stadt aussieht:

UPDATE, 12 Uhr: Ministerpräsident Seehofer kommt am Samstag

Wie unser Reporter vor Ort soeben von Simbachs Bürgermeister Klaus Schmid erfuhr, wird Ministerpräsident Horst Seehofer am Samstagnachmittag die vom Hochwasser verwüstete Gemeinde und den Landkreis besuchen

Außerdem teilte der Bürgermeister mit, dass die Schulen im Ort auch am Montag und Dienstag weiter geschlossen bleiben, um die betroffenen Kinder zu schonen.

Aufräumarbeiten am Freitagvormittag in Simbach:

Simbach am Freitagvormittag nach der Katastrophe

UPDATE, 11.55 Uhr: Ausbleibender Regen ein Problem - doch DWD warnt schon wieder

Gegenüber dem BR sagte ein Sprecher des Technischen Hilfswerks, dass Regen günstig sei für die Aufräumarbeiten: "Das Problem ist, dass der Schlamm rasch abgeräumt werden muss. Wenn er einmal getrocknet ist, wird er steinhart."

Paradox: Zwei Tage nach dem verheerenden Hochwasser ist es plötzlich ein Problem, wenn es trocken bleibt. Allerdings könnte sich das schnell wieder ändern, denn der Deutsche Wetterdienst warnt aktuell in einer Vorabinfo vor einem möglichen schweren Gewitter mit heftigem Starkregen mit 25 bis 40 Liter pro Quadratmeter im Landkreis Rottal-Inn ab Freitagmittag

Entsprechende Vorabinformationen vor Unwetter gibt es momentan auch für die Landkreise Rosenheim, Traunstein, Mühldorf und Altötting.

UPDATE, 11.35 Uhr - Mutter bedankt sich bei Asylbewerbern

Asylbewerber helfen in Simbach mit. 

Am Donnerstag gab es im Kommentarbereich einige User, die forderten, dass sich Asylbewerber an den Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser beteiligen sollen. Gefordert wurde von mehreren Usern, dass insbesondere die Asylbewerber aus Bergen mithelfen sollen, die derzeit gegen eine neue Unterkunft protestieren. Das passiert nun: Die Männer packen seit Freitagvormittag mit an. Nun halten einige Kommentatoren das wiederum für einen PR-Gag, obwohl die Mithilfe der jungen Männer vorher noch vehement verlangt wurde. 

Über Facebook geht jedoch noch ein ein anderer Facebook-Beitrag viral. Mia Goller aus Anzenkirchen (Ortsteil des Marktes Triftern) schildert, wie Asylbewerber sie, ihr Baby und ihre Hunde aus dem Haus geholt haben, als das Wasser kam. Sie schreibt in Anlehnung an die Debatte um das Boateng-Zitat von AfD-Vizechef Alexander Gauland: "Liebe AfD: Ja, es gibt den Klimawandel und ja, ich bin sehr froh, dass ich neben Asylbewerbern lebe."

UPDATE, 10.25 Uhr - Familie bittet um Hilfe für Bestattungskosten 

Eine Simbacher Familie wurde besonders hart vom Hochwasser getroffen: Oma Erika (78), ihre Tochter Andrea (56) und Enkelin Nadine (28) überlebten die Katastrophe nicht. Alle starben in dem Haus der Seniorin in der Wiesenstraße, als das Wasser plötzlich extrem anstieg. Ihre Angehörige Petra U. trauert auf Facebook um ihre Mutter, ihre Schwester und ihre Nichte (siehe Bild rechts). 

Nun bittet die Familie um Unterstützung bei den Bestattungskosten der drei Verstorbenen. Eine Freundin von Petra U. hat in der Facebook-Gruppe "Simbach und Umgebung verkauft, tauscht, sucht" ein Spendenkonto gepostet. 

Das Bankkonto für die Bestattungskosten: 

IBAN: DE95 7406 7000 0001 8074 39 

BIC: GENODEF1POC

Betreff: Zugunsten der drei Toten des Hochwassers

UPDATE 9.50 Uhr - Hier treffen sich die Helfer

Laut der Facebook-Seite Katastrophenhilfe Bayern befindet sich die Sammelstelle für freiwillige Helfer am Bauhof in Simbach (Heraklithstraße 7). Von dort aus werden die Einsätze koordiniert. Kleinbusse fahren die Ehrenamtlichen zu den Einsatzorten. 

UPDATE, 8.50 Uhr - Bergener Flüchtlinge helfen in Simbach

In Bergen (Landkreis Traunstein) protestierten die Flüchtlinge zuletzt massiv gegen ihre Umsiedlung und campierten deswegen sogar auf dem Dorfplatz. In der Nacht haben sie jedoch spontan beschlossen, bei den Aufräumarbeiten in Simbach zu helfen und sich deswegen zusammen mit anderen Freiwilligen in Autos auf den Weg gemacht. 

"Gegen Abend planen die Flüchtlinge dann zurück zu sein, und sie würden ihren eigenen Protest in der Nacht dann wieder fortsetzen. Am nächsten Tag würden sie dann gegebenenfalls wieder aufbrechen, um erst einmal zu helfen", so ein Sprecher vom Helferkreis Bergen gegenüber chiemgau24.de.

UPDATE, 8.40 Uhr - Freiwillige sollen sich beim Bauhof melden

Es gibt nun erste konkretere Infos, wie Freiwillige im Flutgebiet am besten helfen können. Diese sind herzlich willkommen und sollen sich bitte in Simbach beim Bauhof (Heraklithstraße 7) melden. Dort werden sie entsprechend eingeteilt. Die Bürgerinitiative "Unser Simbach" hat außerdem auch eine Facebook-Seite ins Leben gerufen und gibt dort aktuelle Informationen.

Sachspenden können derzeit via Bürgertelefon (Telefon 08561/20725) angemeldet werden. "Wir greifen dann bei Bedarf darauf zurück, aber bitte nichts einfach bringen", sagte ein Sprecher des Landratsamtes gegenüber der PNP. Die Sachspenden müssten ansonsten gelagert und verwaltet werden, wofür es aktuell keine Kapazitäten gäbe.

UPDATE, 8.20 Uhr - Polizei-Patrouille durch Simbach

In der Nacht ist die Polizei immer wieder auf Streifenfahrt in Simbach unterwegs gewesen. Der Grund dafür waren Plünderungen gewesen. Am Mittwoch waren zunächst zwei gebürtige Salzburger geschnappt worden, die aus einem Auto das Radio ausbauen wollten. Am Donnerstag waren drei junge Männer dabei ertappt worden, wie sie aus einem Kiosk Tabakwaren klauen wollten. Sie wurden von der Wasserwacht bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten.

UPDATE, 7.55 Uhr - Älteres Ehepaar wird noch vermisst

Die Anzahl der Menschen, die derzeit noch vermisst werden, kann die Polizei derzeit nicht konkret nennen. Auf alle Fälle wird derzeit noch ein älteres Ehepaar vermisst. Außerdem gebe es laut Polizeipräsidium Niederbayern rund 50 Fälle, in denen sich Menschen um Angehörige oder Freunde sorgen, weil sie diese bisher nicht erreichen konnten. Hier ist es allerdings gut möglich, dass diese nur telefonisch nicht erreichbar seien, weil etwa der Smartphone-Akku leer sein könnte.

UPDATE, 7.15 Uhr - Aufräumarbeiten gehen weiter

Auch am Freitag gehen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren weiter. Und die Solidarität und Hilfsbereitschaft unter den Menschen in der Region ist sehr groß. So "revanchieren" sich nun die Bürger aus dem Deggendorfer Ortsteil Fischerdorf für die Hilfe der Rottaler bei deren Hochwasser 2013, indem die örtliche Feuerwehr nun 130 Männer und Frauen nach Triftern entstandt hat, um bei den Arbeiten zu helfen.

Es werden jedoch weiterhin noch "mehrere Menschen vermisst ", so dass die Personensuche - so wie es Landrat Fahmüller wiederholt gesagt hat - nach wie vor oberste Priorität besitzt.

UPDATE, 7.10 Uhr - Einige Schulen bleiben geschlossen

Wie das Landratsamt in Pfarrkirchen bereits am Donnerstag mitgeteilt hatte, fällt auch am Freitag in einigen Schulen der Region der Unterricht aus. Folgende Einrichtungen sind betroffen: 

  • Grund- und Mittelschule Tann
  • Grund- und Mittelschule Triftern
  • Grundschule Simbach am Inn
  • Mittelschule Simbach am Inn
  • Grundschule Reut
  • Grundschule Walburgskirchen
  • Grundschule Wittibreut
  • Grund- und Mittelschule Kirchdorf am Inn
  • Grundschule Prienbach
  • Realschule und Gymnasium Simbach am Inn
  • Betty Greif Schule in Simbach am Inn
  • Heilpädagogisches Zentrum Rottal-Inn

An den Grundschulen in den Orten Zeilarn, Julbach und Ehring sowie an der Grund- und Mittelschule Ering findet am Freitag wieder Unterricht statt.

UPDATE, 6.55 Uhr - Spendenkonten sind eingerichtet

Unsere Redaktion erreichten zuletzt immer wieder Anfragen, wie man denn am besten für die Hochwasser-Opfer spenden könne. Die Behörden haben nun reagiert und Spendenkonten eingerichtet.

  • Landkreis Rottal-Inn, Kennwort "Hochwasserhilfe", Sparkasse Rottal-Inn, IBAN: DE81743514300570006809, BIC: BYLADEM1EGF
  • Bayerisches Rotes Kreuz, Kennwort "Flutkatastrophe Niederbayern", Bayerische Landesbank, IBAN: DE06700500000000022222, BIC: BYLADEMMXXX
  • Caritas Spendenkonto, Kennwort "Hochwasser 2016", Sparkasse Passau, IBAN: DE16740500000000001230, BIC: BYLADEM1PAS

UPDATE, 6.50 Uhr - Soforthilfe wird ab heute ausgezahlt

Ab 7 Uhr wird im Landratsamt Pfarrkirchen die Soforthilfe für die Hochwasser-Opfer ausbezahlt. Die Hilfe beträgt 1.500 Euro pro Haushalt. Die Behörde hat dazu bis 19 Uhr geöffnet. Auch am Samstag und Sonntag können die Bürger ins Landratsamt kommen. Die Auszahlung soll absolut unbürokratisch erfolgen.

UPDATE, 6.20 Uhr - Sechster Toter ist ein 65-Jähriger

Am Donnerstagabend wurde noch ein sechstes Todesopfer gefunden. Dabei handelt es sich laut Polizeiangaben um einen 65-jährigen Mann, dessen Leiche gegen 19 Uhr am Inn aufgefunden worden war. Die Kripo hat die Ermittlungen übernommen.

UPDATE, 6 Uhr:

Die heftigen Regenfälle am Mittwoch haben in weiten Teilen Niederbayerns für eine Hochwasser-Katastrophe gesorgt. Es gab mehrere Tote und Schäden in dreistelliger Millionenhöhe. Die Betroffenheit ist riesig.

>>> Die Ereignisse vom Donnerstag zum Nachlesen <<<

>>> Die Ereignisse vom Mittwoch zum Nachlesen <<<

Fotos vom Mittwoch und Donnerstag:

Fotos eines zerstörten Hauses aus Julbach

Simbach am Tag nach der Katastrophe

Luftbilder aus Simbach bei Hochwasser

Neue Fotos unserer User von den Überschwemmungen

Bilder der zerstörten Straße zum Schulzentrum bei Simbach

mh/mw

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser