Digitalfunk: 1000 Funkmasten benötigt

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Rosenheim/Traunstein - Die Finanzierung für den Digitalfunk der Rettungsdienste steht. Aber jetzt folgt das nächste Problem: Es müssten 1000 Funkmasten in den Regionen aufgestellt werden.

"Die Einführung des Digitalfunks bei den Sicherheitsbehörden ist nicht nur das weltweit größte Vorhaben, sondern auch das bislang komplexeste Projekt seiner Art"; erläutert Innenstaatssekretär Eck anlässlich der Regionalkonferenz zur Einführung des BOS-Digitalfunks in Rosenheim. "Die Errichtung des Funknetzes und die Ausstattung für die Einsatz- und Hilfskräfte in Bayern ist dabei eine zentrale Herausforderung für den Freistaat, die Kommunen sowie die Behörden- und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Der digitale Behördenfunk dient dabei unmittelbar dem Schutz und der Sicherheit der Menschen in den bayerischen Städten und Gemeinden", so Eck.

Der Staatssekretär hatte am Donnerstag Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister sowie Vertreter der regionalen BOS aus Rosenheim, Traunstein, Miesbach und dem Berchtesgadener Land zu einer Informationsveranstaltung ins Landratsamt Rosenheim eingeladen. "Eine zeitnahe und umfassende Information der Verantwortlichen vor Ort ist mir ganz besonders wichtig", so Eck.

BOS steht für Behörden- und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, hierzu zählen unter anderem Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste, THW, Wasser- und Bergwacht. Sie alle kommunizieren seit über 30 Jahren mit bis zu sechs parallelen Analogfunknetzen, die bayernweit bereits zu den Olympischen Spielen 1972 eingeführt wurden. Inzwischen sind diese Netze veraltet, störanfällig und nicht abhörsicher. Moderne Datenübertragung ist mit ihnen nicht möglich und die Industrie betreibt auch keine Weiterentwicklung der Analogfunknetze mehr.

Zur Ablösung des alten Analogfunks entsteht derzeit deutschlandweit das modernste Digitalfunknetz der Welt, mit dem alle bayerischen und deutschen BOS über ein gemeinsames Funknetz zusammenarbeiten und Informationen austauschen können.

Fast 1 Milliarde kosten Aufbau und Betrieb des BOS-Digitalfunks in Bayern bis 2021, davon trägt 20 Prozent der Bund. 80 Prozent der Kosten müssen von Bayern finanziert werden, also ca. 772 Millionen Euro. Um die Kommunen und BOS bei der Umstellung auf digitale Technologie zu unterstützen, fördert der Freistaat zudem die Erstbeschaffung von Endgeräten für Feuerwehren, Land- und Luftrettung sowie Katastrophenschutz zu 80 Prozent. Bei der Berg-, Wasser- und Höhlenrettung trägt er die Kosten vollständig.

 "Insgesamt stellen wir damit für die Förderung der neuen digitalen Funkgeräteausstattung unserer Feuerwehren und allen weiteren Hilfsorganisationen zusätzlich rund 70 Millionen Euro bereit", so die aktuelle Schätzung von Innenstaatssekretär Eck.

Insgesamt werden in Bayern als Ersatz der bisher 3500 analogen Antennenstandorte zukünftig weniger als 1000 Digitalfunkantennen benötigt. "Die von uns eingesetzte Digitalfunk-Technologie "TETRA" ist weltweit bewährt. Die Digitalfunkantennen halten selbstverständlich alle gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien ein. Jeder einzelne Standort wird von der Bundesnetzagentur geprüft, bevor er in Betrieb genommen werden kann", führt der Leiter der Projektgruppe DigiNet, Wolfgang Zacher aus. Die Projektgruppe DigiNet ist im bayerischen Innenministerium für den Netzaufbau und auch für die Einführung des BOS-Digitalfunks verantwortlich.

Die Auswahl der Standorte erfolgt unter Einbeziehung der betroffenen Kommunen und der örtlichen Blaulichtorganisationen. Die Funkversorgung der Einsatzkäfte muss dort besonders gut sein, wo die Einsatzschwerpunkte sind, zum Beispiel bei Verkehrsunfällen, Bränden, Vermisstensuchen und sonstigen Notlagen.

Staatssekretär Eck appellierte daher nochmals an alle Bürgermeister, Gemeinderäte und Vertreter der BOS, dieses für die Sicherheit der Menschen in den bayerischen Städten und Gemeinden so wichtige Projekt als gemeinsame Aufgabe zu betrachten und die Projektgruppe DigiNet sowie die beauftragten Firmen bei der Gewinnung geeigneter Standorte zu unterstützen.

Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern

Rubriklistenbild: © pa

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