Flüchtlingssituation in der Region

Leichte Entspannung in Salzburg, viel Arbeit in Kufstein

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Freilassing - Die Zahl der Flüchtlinge in Salzburg und Freilassing ist unverändert hoch. In Tirol scheint die Lage dagegen entspannt. In allen Gebieten laufen die Vorbereitungen für den Winter.

UPDATE, Sonntag, 12.45 Uhr:

Leichte Entspannung am offiziellen Übergabepunkt zur Übernahme von Flüchtlingen aus Österreich "Salzburg – Freilassing": Nach Erkenntnissen der Bundespolizei befinden sich aktuell "nur noch" etwa 1.500 Personen in Salzburg, die auf ihre Einreise in die Bundesrepublik Deutschland warten.

Die deutsche Bundespolizei übernimmt auch weiterhin die vereinbarten 50 Flüchtlinge pro Stunde am Grenzübergang Saalachwehr, um diese dann nach erfolgter Registrierung und medizinischer Erstuntersuchung in die Notunterbringung in der Freilassinger Sägewerkstraße zu bringen. Dort befanden sich zur Mittagszeit knapp 600 Erwachsene und Kinder, die schließlich mit Sonderzügen in Erstaufnahmeeinrichtungen im Bundesgebiet weitergeleitet werden. Auch am Sonntag stehen für diesen Zweck noch zwei Zuggarnituren zur Abfahrt vom Freilassinger Bahnhof bereit.

Die Caritas Berchtesgadener Land, die sich um die Versorgung der Flüchtlinge mit Kleidung und Schuhen kümmert, benötigt dringend vor allem winterfeste Herrenschuhe in den Größen 39 bis 44, Babyschuhe in den Größen 19 bis 22 sowie Nahrungsmittel für Babys (Anfangs- und Folgemilch) bzw. Babyflaschen aus Plastik.Alle Kleidungs- bzw. weitere Sachspenden können werktags von 9 – 16 Uhr auch direkt im Kleiderlager an der Notunterkunft in Freilassing, Sägewerkstraße, abgegeben werden.

In Tirol stellt sich die Lage wie folgt dar: Am 7. November wurden insgesamt 972 Flüchtlinge mit einem Sonderzug und mit Bussen aus Kärnten nach Kufstein gebracht. Derzeit sind 115 Asylsuchende, welche nach Deutschland weiterreisen wollen, in den Zelten in Kufstein aufhältig. In den nächsten Stunden werden noch etwa 600 - 700 fremde Personen die Zeltstadt in Kufstein erreichen. Seit den frühen Morgenstunden konnten den deutschen Behörden in Kufstein/Kiefersfelden insgesamt 216 fremde Personen geordnet übergeben werden.

UPDATE, 16.45 Uhr:

Unveränderte Situation in der Flüchtlingsnotunterkunft in Freilassing: Heute Mittag befanden sich dort wie schon in den Tagen zuvor knapp 1000 Flüchtlinge. Mit zwei Sonderzügen, die heute gegen 15 Uhr bzw. 23 Uhr von Freilassing ins Bundesgebiet starten sollen, werden diese Personen in Erstaufnahmeeinrichtungen weitergeleitet.

Auf Salzburger Seite warten derweil etwa 1500 Flüchtlinge auf ihren geordneten Grenzübertritt nach Deutschland. Von der Bundespolizei können weiterhin ungefähr 50 Personen pro Stunde, darunter sehr viele Frauen mit ihren Kindern, nach ihrer Registrierung und medizinischen Erstuntersuchungen übernommen werden.

Freitag, 10.45 Uhr:

Knapp 1.000 Flüchtlinge haben am Freitagmittag in der Notunterkunft in der Sägewerkstraße in Freilassing auf ihren Weitertransport in Erstaufnahmeeinrichtungen im Bundesgebiet gewartet. Die verfügbare Aufnahmekapazität in dem ehemaligen Möbellager war damit fast ausgereizt. Zwei von Freilassing abfahrende Sonderzüge sollten am Nachmittag bzw. um Mitternacht Entlastung bringen.

Denn die Zahl der Flüchtlinge in den Salzburger Transitquartieren bleibt weiter auf Rekordniveau: am Freitagnachmittag wurden in der alten Autobahnmeisterei 1900 Flüchtlingen und an der Grenze 500 Menschen registriert. Zusätzlich ist am Hauptbahnhof ein Sonderzug mit weiteren 500 Transitflüchtlingen angekommen.

Asfinag-Gelände überfüllt

Diese sollten nach ursprünglichen Zusagen aus dem Innenministerium mit Bussen in andere Bundesländer gebracht werden. Dieser Bustransfer wurde aber kurzfristig und ohne Angabe von Gründen gegenüber dem Einsatzstab storniert. Das hatte zur Folge, dass auch diese neu angekommenen Flüchtlinge in die bereits vollkommen überfüllte Asfinag gebracht werden müssen.

Die Bundespolizei versucht weiterhin so viele Flüchtlinge wie möglich pro Stunde in einem geordneten Verfahren am Freilassinger Saalachwehr zu übernehmen, ist dabei aber von  den Kapazitäten in Freilassing abhängig.

Lage in Tirol ruhig

In Tirol ist die Lage dagegen ruhig. Derzeit halten sich keine fremden Personen, die nach Deutschland weiterreisen wollen, in den Zelten in Kufstein auf. In den Nachmittagsstunden werden am Samstag ca. 900 fremde Personen mittels Bussen und einem Sonderzug aus Kärnten nach Tirol gebracht. Anschließend wird wieder eine geordnete Übergabe in Kufstein/Kiefersfelden an die deutsche Polizei erfolgen.

Die Stadt Salzburg bekommt allerdings zunehmend ein Problem mit winterfesten Quartieren. Die Bahnhofstiefgarage wurde am Freitag von der Stadt wieder an die Parkgaragen-Gesellschaft übergeben. Die derzeit noch eingesetzten Bierzelte sind für die Benutzung bei tiefen Temperaturen und Schneefall nur schlecht geeignet. Sie sind nur einwandig, daher schlecht beheizbar. Bei tiefen Temperaturen ist eine massive Kondenswasser-Entwicklung zu erwarten, die die Zelte kaum benutzbar macht.

Winterfeste Zelte gefordert

„Wir wissen aus Berichten des Roten Kreuzes, dass die Flüchtlinge nach ihrem strapaziösen Weg bei zu uns zunehmend in einem schlechteren gesundheitlichen Zustand ankommen“, erklärt Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden. Dem müsse bei der Unterbringung während der kommenden kalten Jahreszeit Rechnung getragen werden. Schaden schlägt daher vor, auf winterfeste Zelte, die dem Innenministerium über einen Rahmenvertrag mit dem UNHCR zur Verfügung stehen, zurückzugreifen.

Pressemitteilungen Landratsamt Berchtesgadener Land/Stadt Salzburg/Landespolizeidirektion Tirol

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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