Verzehnfachung der Steuer für Kampfhunde in Nußdorf/Ch?

"Die Leute sollen abgeschreckt werden"

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Ein Staffordshire-Bullterrier. Gut möglich, dass man für ihn in Nußdorf künftig 500 Euro an Hundesteuer jährlich zahlen muss. 

Nußdorf im Chiemgau - Bisher mussten Halter von "Kampfhunden" in der Gemeinde 51 Euro an Steuern für den Vierbeiner bezahlen - nun geht man drastisch nach oben, aber nicht in erster Linie wegen den höheren Einnahmen.

51 Euro für den ersten Hund, 102 Euro für jeden weiteren - so die Hundesteuersätze in der Gemeinde Nußdorf im Chiemgau, und dabei wird es auch bleiben. Es sei denn, es handelt sich um sogenannte Kampfhunde. Genaue, neue Steuersätze wurden in der Gemeinderatssitzung am Dienstag noch nicht beschlossen, doch schon die Richtwerte haben es in sich.

So viel könnte Nußdorf künftig für Kampfhunde verlangen

"Etwa 500 Euro Hundesteuer im Jahr für Kampfhunde der Kategorie 1 und 250 Euro für Kampfhunde der Kategorie 2 könnten erhoben werden", so Geschäftsleiterin Gabriela Rogos. Um höhere Steuereinnahmen für die Gemeinde geht es dabei nur in zweiter Linie: "Die Leute sollen abgeschreckt werden, solch problematische Hunde zu halten", so Rogos. Momentan sind in der Gemeinde zwei Kampfhunde der Kategorie 2 registriert.

Für die Haltung sogenannter Kampfhunde gibt es in Bayern eine Vielzahl von Regeln, die in der "Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit" festgelegt sind. Demnach braucht man zum Halten dieser Hunde ohnehin eine Genehmigung der Gemeinde - ansonsten werden Geldbußen bis zu 10.000 Euro fällig. Außerdem werden die Hunde in dieser Verordnung in die angesprochenen, zwei verschiedenen Kategorien eingeteilt:

Diese Rassen sind betroffen

In der Kategorie 1 sind die Rassen aufgeführt, denen die Kampfhundeeigenschaften Aggressivität und Gefährlichkeit unwiderlegbar unterstellt werden: Pitbull, American Pitbullterrier, Bandog, Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier und Tosa-Inu.

Die Kategorie 2 enthält die Rassen, denen diese Eigenschaften zumindest widerlegbar unterstellt werden: Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Bullterrier, Cane Corso, Dog Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Perro de Presa Canario, Perro de Presa Mallorquin und Rottweiler. Bei diesen Hunden muss ein Sachverständigengutachten nachweisen, dass das Tier keine gesteigerte Aggressivität hat.

Höhere Kampfhundesteuern in mehreren Gemeinden

Auch in Traunreut, Pittenhart und Surberg wurden in der jüngeren Vergangenheit separate "Kampfhundesteuern" eingeführt - 500 bis 600 Euro werden dort im Jahr fällig. Auch der Surberger Bürgermeister gab unumwunden zu, dass man mit den höheren Steuersätzen Kampfhunde im Gemeindegebiet "zurückdrängen" wolle. Ein Ansatz, der bei unseren Lesern mehrheitlich auf Zustimmung traf: Über 58 Prozent fanden seine Argumentation in einem Voting richtig.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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