Der Dauerregen und die Folgen

Überflutungen in Kastl, Aufräumarbeiten in Simbach

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Kastl/Simbach - Der ergiebige Dauerregen hat am Donnerstagnachmittag auch einigen Straßen im Landkreis Altötting zugesetzt und für Überschwemmungen gesorgt. In Simbach gehen derweil die Aufräumarbeiten weiter:

Wie uns verschiedene User mitteilten, musste die Staatsstraße zwischen Altötting und Burgkirchen gesperrt werden. Die Feuerwehr richtete eine Umleitung ein. Auch in und um Kastl sollen einige Straßen überflutet worden sein. Größere Schäden blieben jedoch aus.

Update 19.10 Uhr:

20 cm hoch lief das Wasser vom höher gelegenen Ortsteil in Richtung Rathaus/Spirklwirt, berichten Augenzeugen. So schnell wie es gekommen war, war es aber auch wieder weg. Die örtliche Feuerwehr sei bestens vorbereitet auf solche kurzfristigen Platzregen, heißt es. Keller wären schnell ausgepumpt gewesen. Rund eine Stunde nach der Wasserwelle konnte der Verkehr auf der Staatsstraße zwischen Altötting und Burgkirchen, die an Kastl vorbei führt, wieder freigegeben werden. Ersten Angaben zufolge kam es während der Umleitung zu keinen größeren Staus.

Die Kastler Feuerwehr hatte alles im Griff

Im Nachbarlandkreis Rottal-Inn kämpfen die Menschen in Simbach, Triftern, Tann und anderswo nach wie vor mit den Folgen der fürchterlichen Hochwasser-Katastrophe. Auch die Verkehrslage ist dort nach wie vor schwierig. Wie uns ein anderer User mitteilte, sei es dort sehr kompliziert von A nach B zu gelangen, da Straßen entweder gesperrt oder Brücken beschädigt seien.

Bericht aus Simbach:

Vor einer Woche passierte das schwere Unglück der Überflutung in der Simbacher Innenstadt und dem Umfeld. Der Simbach, der wieder friedlich und völlig harmlos tief unten in seinem Flußbett durch den Ort floss, löste noch vor einer Woche eine Katastrophe aus. 

Sehr viel ist seitdem passiert, aber fertig ist die Wiederherstellung des normalen Lebens noch lange nicht. Täglich reisen Helfer aus nah und fern nach Simbach, um mit ihren freiwilligen Diensten wieder etwas Licht in die Stadt zu zaubern. Der große Treffpunkt in Simbach ist nach wie vor der städtische Bauhof (Heraklithstraße 7). Dort können auch Sachspenden abgegeben werden und hier müssen sich die Helfer auch melden und teilweise registrieren. Hier erfolgt auch die direkte Ausgabe von Kleidung, Hygieneartikel, Arbeitsmittel und Essen für die Flutopfer. Für die Verpflegung eines jeden Helfers ist übrigens gesorgt mit Getränken und Essen wie Wurstsemmeln, Obst, Kuchen und Snacks, denn zu kaufen gibt es in der unmittelbaren Nähe der überfluteten Innenstadt wegen der zerstörten Geschäfte nichts. 

Eine Woche nach der Flut in Simbach (1)

Nach der Anmeldung am Bauhof geht es mit einem „Helfer-Taxi“ (Shuttleservice) an den Ort der Überflutung in der Innenstadt. Genau dort, wo das öffentliche Leben gerade steht – und ohne die vielen fleißig-arbeitenden Menschen würden die zerschlagenen Scheiben und leeren Erdgeschosse den Eindruck einer längst verlassenen Geisterstadt erwecken. Dort, wo die Flut ganze Gehsteigpflaster mitriss, Löcher in die Straßen riss, Häuser schwerst beschädigte und Autos wie weiche Blechdosen verformte. 

Doch dieser verlassene Eindruck ist schnell vorbei, denn an fast allen Ecken wird hart und fleißig gearbeitet. Eine Woche nach dem schweren Unglück wurde bereits sehr viel geschafft, denn die ursprünglichen Schlamm-Massen auf den Straßen sind weitgehend beseitigt und die verwüsteten Erdgeschosse ebenfalls fast komplett geräumt. Lediglich in den Gärten und Grünflächen ist noch viel Aufräumarbeit notwendig, wo sich Schlamm bunt gemischt mit Gegenständen wie Schuhen, Kleidungsstücken, Spielzeug, schweren Steinen, Glassplittern, Holz jeglicher Art, Fenstern oder auch Türen angesammelt haben. 

Ebenso ist nach wie vor in vielen Kellern, Garagen und Tiefgaragen jede Hilfe erwünscht. Auch in der Innenstadt sind die Helfer übrigens weitgehend gut versorgt: Essen und Getränke liefern nicht nur freiweillige Helfer, Bewohner und Gastronome entlang der Arbeitstätten aus, sondern auch feste Treffpunkte wie in einer Bank und ein Rotkreuz-Stützpunkt an der Kirche versorgen die Helfer und natürlich auch die Hilfsorganisationen wie die Feuerwehren, das THW, die Bundeswehr, die Sanitäter, Polizisten, Spezialisten (Elektriker, Fahrer von Spezialfahrzeugen und Containerdiensten) und auch Notfallseelsorger. 

Eine Woche nach der Flut in Simbach (2)

Letztere führen hier einen sehr wichtigen Job aus: Die Häuser der Opfer werden zwar entrümpelt und im Umfeld alles abtransportiert, aber nach der Arbeit ist der seelische Schmerz der geschädigten Bewohner unermesslich. Die Vertreter der Kirche nehmen sich hierfür die ausgiebige Zeit, um den Opfern zuzuhören und neuen Mut zuzusprechen. „Dies ist eine ganz wichtige Sache“, erzählte ein mit "Notfallseelsorger“ gekennzeichneter Pfarrer mit Signalweste. Trotz des schrecklichen Unglücks ist die Stimmung unter den Helfern übrigens ausgezeichnet, denn alle sind in dieser Krise auf „Du“, motivieren sich und halten familiär zusammen. 

So wurde in den letzten Tagen viel bewegt, weil alle an einem Strang zogen, egal, ob alt, jung, weiblich oder männlich. Deutsche, Österreicher und Asylbewerber schafften mit ihrer Team-Arbeit bislang sehr viel, aber der tägliche Einsatz hunderter von Helfern ist dringend erforderlich ebenso wie die wertvollen und freiwilligen Dienste der vielen Hilfsorganisationen aus nah und fern.

red/mw/Ludwig Stuffer

Quelle: innsalzach24.de

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