Suche nach Zuhause für Plitsch und Platsch

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Auf dem Landesgartenschaugelände geht es ihnen gut. Wohin Plitsch und Platsch nach der Gartenschau kommen, steht noch nicht fest.

Rosenheim - Die Biber Plitsch und Platsch fühlen sich wohl auf der LGS. Gleich nach der Gartenschau sollen sie nach England geschickt werden - was nicht jedem so gefällt!

Die Biber Plitsch und Platsch fühlen sich wohl auf der Landesgartenschau. Das sagt der zuständige Tierbetreuer vom Bund Naturschutz (BN), Albert Kordick. Gleich nach der Gartenschau will der Biberbeauftragte für Südbayern, Gerhard Schwab, die beiden nach England schicken. Die Rosenheimer würden die Tiere jedoch gern in der Region behalten.

Plitsch und Platsch haben niederbayerische Wurzeln. Mutter und Vater der beiden verirrten sich in einem Straßengraben an der Donau in der Nähe von Deggendorf. "Ein gefährlicher Platz", sagt Karl Straßer, ehrenamtlicher Biberbetreuer im Landkreis Deggendorf. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Reviers befand sich ein Zuckerrübenfeld. Dort holten sie sich jeden Tag ihr Abendessen. Das war laut Straßer nicht nur für die Tiere gefährlich, sondern auch für Auto- und Mopedfahrer. Die zuständige Gemeinde ließ die Biber deshalb einfangen. Straßer nahm die Tiere vorübergehend bei sich zu Hause in einem Gehege auf. Dass das Weibchen damals schwanger war, bemerkte niemand. Sie brachte im Sommer letzten Jahres drei Junge zur Welt.

Für Besucher der Landesgartenschau ist es ein wenig befremdlich, auf Nachfrage zu hören, dass die erwachsenen Biber, also Mutter und Vater von Plitsch und Platsch, getötet wurden. Für sie gab es keinen Platz in Rosenheim auf der Landesgartenschau, denn erwachsene Biber brauchen doppelt bis dreimal so viel Platz wie die Kleinen. Auch sonst waren keine Gehege mehr frei. "Es gab keine andere Lösung", bedauert Schwab.

Im Herbst kamen Plitsch und Platsch nach Amerang. Der Bund Naturschutz Rosenheim hatte für die Landesgartenschau Bedarf angemeldet. Inzwischen sind die beiden 13 Monate alt. Albert Kordick vom Bund Naturschutz meint, es gefalle ihnen sehr gut in ihrem Gehege. Es ist 300 Quadratmeter groß und mit einer Biberburg und einem Teich ausgestattet.

Die beiden schlafen den ganzen Tag über und kommen erst am Abend, wenn es dunkel wird, aus ihrem Bau. Deshalb bekommen Besucher sie auch nicht "persönlich" zu Gesicht. Auf einem Monitor lässt sich jedoch das Leben in der Biberburg verfolgen. Dort ist eine Kamera installiert. Man sieht sie fressen, schlafen und ein bisschen herumspazieren. Ehrenamtliche Betreuer füttern sie mit Salat und Gemüse. Das Geschlecht der beiden zu bestimmen, ist noch schwierig. Kordick vermutet aufgrund der Größe jedoch, dass Plitsch ein Weibchen ist und Platsch ein Männchen.

Geht es nach Gerhard Schwab, Biberbeauftragter für Südbayern, kommen die zwei gleich nach der Gartenschau nach England in ein riesiges Gehege. Im "Wildwood Discovery Park" sei ausreichend Platz für die Rosenheimer Biber. Dies wäre das nächstgelegene Reservat mit freien Kapazitäten und die beste Lösung trotz der langen Fahrt.

Tierbetreuer Albert Kordick wäre es lieber, wenn Plitsch und Platsch in einem der heimischen Wildparks unterkommen, beispielsweise in Wildbichl bei Sachrang oder Poing: "Wir strecken die Fühler aus". Das würde den Tieren den langen Transport ersparen und zudem könnten Biberfreunde aus der Region Plitsch und Platsch auch in Zukunft besuchen.

ma/Oberbayerisches Volksblatt

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