Tausende bei Mai-Kundgebungen in Bayern

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Zahlreiche Menschen nehmen am der Mai-Kundgebung auf dem Marienplatz in München teil.

München - Trillerpfeifen, Trommeln, Transparente: Tausende Menschen demonstrierten am Tag der Arbeit in Bayern unter anderem für faire Löhne.

Mehrere tausend Menschen haben am Tag der Arbeit bayernweit auf rund 130 Kundgebungen für gleiche Löhne und bessere Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer demonstriert. Nach Polizeiangaben kamen zur Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) auf dem Marienplatz in München knapp 3000 Menschen. Ein Sprecher des DGB sprach dagegen von fast 6000 Teilnehmern. Auf Plakaten forderten sie unter anderem “Gute Bedingungen für soziale Arbeit“.

Mehrere tausend Menschen gingen auch in Nürnberg unter anderem für faire Löhne auf die Straße. Nach Polizeiangaben zogen rund 3000 Menschen mit Trillerpfeifen, Trommeln und Plakaten durch die Innenstadt. Auf Plakaten forderten sie“Gleiche Arbeit? Gleiches Geld!“

Der Münchner DGB-Vorsitzende Christoph Frey prangerte auf der Kundgebung Leiharbeit bei den Münchner Verkehrsbetrieben an. “Gleicher Lohn für gleiche Arbeit muss sich auch in konkreter Politik beweisen und zeigen“, sagte er. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), der ebenfalls auf dem Marienplatz sprach, sagte: “Leiharbeit darf keine Dauerlösung sein.“ Sie sei nur ein Mittel für vorübergehende Engpässe. Bei den Verkehrsbetrieben sei dazu eine Lösung in Sicht. Auch der bayerische DGB-Vorsitzende Matthias Jena sagte: “Leiharbeit muss endlich wirksam begrenzt und reguliert werden.“

Maidemos in Deutschland

Maidemos in Deutschland 

Zudem forderten die Redner in München einen Mindestlohn in Deutschland. “Ja zum Mindestlohn, gerade heute mit der Erweiterung der Freizügigkeit, flächendeckend in allen Branchen“, forderte Ude. Der bayerische DGB-Vorsitzende Jena forderte einen Mindestlohn von 8,50 Euro. “Warum soll in Deutschland nicht gehen, was in über 20 Ländern der europäischen Union seit Jahren wunderbar funktioniert.“

Bei der DGB-Kundgebung auf den Kornmarkt in Nürnberg sagte IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber: “Die Bundesregierung fordere ich auf - führt endlich einen Mindestlohn ein und zwar ausnahmslos für alle Bereiche, in denen unsere Tarifverträge nicht gelten.“ Eine weitere Ausweitung des Niedriglohnsektors müsse dringend verhindert werden.

In Augsburg forderte der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler eine “Kurswechseldebatte“. Keines der großen wirtschaftlichen, sozialen oder gesellschaftlichen Probleme werde automatisch durch einen Aufschwung gelöst, warnte er. Die Gesellschaft brauche einen sozial und ökologisch verträglichen Umbau, die Regulierung der Finanzmärkte und mehr Demokratie und Mitbestimmung in der Wirtschaft, forderte Wechsler.

Anlässlich der neuen Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus osteuropäischen Ländern, die seit Sonntag gilt, sagte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP), er erwartet für Bayern Vorteile. “Im eigenen Interesse sollten wir in Bayern eine Willkommenskultur pflegen“, sagte Zeil laut Mitteilung. Ängste vor einer massenhaften Zuwanderung seien unbegründet.

Auch IG-Metall-Chef Berthold Huber begrüßte in Nürnberg die Freizügigkeit, warnte jedoch davor, dass Firmen nun die Perspektivlosigkeit dieser Menschen ausnutzten und sie zu Billiglöhnen einstellten. Vom 1. Mai an brauchen Arbeitnehmer aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn keine Arbeitserlaubnis für Deutschland mehr.´

dpa

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