Von Zug erfasst und mitgeschleift

Zustand von Mutter und Tochter immer noch kritisch

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Thalham - An einem unbeschrankten Bahnübergang ist am Samstag ein Auto heftig mit einer Regionalbahn kollidiert. Eine Mutter und ihre zwei Kinder wurden schwer verletzt. Wie es ihnen heute geht:

UPDATE, 5. Oktober, 9.30 Uhr:

Offenbar gab es am Sonntag widersprüchliche Informationen, was den Gesundheitszustand eines der beiden verletzten Kinder anbetraf. Auf Nachfrage von innsalzach24.de bestätigte die Pressestelle der Polizei am Montagvormittag, dass sich das 13-jährige Mädchen doch noch in Lebensgefahr befindet. Am Sonntag war zunächst gemeldet worden, dass bei den beiden Kindern keine Lebensgefahr bestehe.

Dies ist jedoch nur beim zweijährigen Kleinkind der Fall. Auch die Mutter der beiden Kinder befindet sich nach wie vor noch in kritischem Zustand!

UPDATE, 4. Oktober 2015:

Ein Bild des Schreckens bot sich am Samstag den Einsatzkräften in Thalham. An dem unbeschrankten Bahnübergang war ein Pkw auf die Gleise geraten und von einer Regionalbahn erfasst worden. Das Auto wurde einige Meter mitgeschleift, dann gegen einen Baum geschleudert und komplett zerfetzt. Die drei Insassen - eine 35-jährige Mutter, ihre 13-jährige Tochter und ihr zweijähriges Kleinkind - wurden in dem Pkw eingeklemmt und mussten von den Rettungskräften aus dem Wrack befreit werden. Alle drei erlitten schwerste Verletzungen und wurden mit Hubschraubern in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. "Die 35-Jährige schwebt noch in Lebensgefahr. Die beiden Kinder befinden sich mittlerweile außer Lebensgefahr", so Roman Hörfurter, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

Schwerer Zugunfall bei Thalham

Zur Unfallursache konnte er an diesem Sonntag noch keine näheren Angaben machen: "Die Beamten der Polizeiinspektion Mühldorf ermitteln nun, inwieweit äußere Umstände eine Rolle gespielt haben." Ein Unfallanalytisches Gutachten ist bereits in Auftrag gegeben worden.

Pressemeldung der Polizei:

Am Samstag, den 3. Oktober 2015, ereignete sich gegen 12 Uhr am Bahnübergang bei Thalham in der Gemeinde Obertaufkirchen (Landkreis Mühldorf) ein schwerer Verkehrsunfall.

Eine 35 Jahre alte Mutter mit moldavischer Staatsangehörigkeit war mit ihren beiden Kindern, einem 13 Jahre alten Mädchen mit ebenfalls moldavischer Staatsangehörigkeit und einem 2 Jahre alten Jungen mit kanadischer Staatsangehörigkeit, mit einem Leihauto auf dem Weg zum Flughafen München. Dort sollte die Rückgabe des Autos erfolgen und die Familie wollte nach ihrem Urlaub in Österreich den Rückflug zum Wohnort in Kanada antreten um zum Ehemann und Vater der Kinder zurückzukehren.

Auf dem Weg in Richtung Flughafen folgte die Fahrerin vermutlich nicht der ausgeschilderten Umleitungsstrecke, weshalb sie letztlich die teilweise gesperrte St2084 befuhr. Dort bog sie kurz vor der endgültigen Straßensperre an der letzten möglichen Abzweigung in Richtung Thalham ab.

Nach wenigen Metern befuhr der Pkw dann den unbeschränkten, aber mit funktionierender Lichtsignalanlage ausgestatteten Bahnübergang. Dort kam es zu einem Zusammenstoß mit einem in diesem Moment aus München kommenden Regionalzug der Deutschen Bahn AG. Der Zug raste mit hoher Geschwindigkeit in die Beifahrerseite des Autos.

Durch die große Wucht des Aufpralls wurde der geliehene Ford Grand C-Max etwa 40 Meter von der Lokomotive mitgeschleift und anschließend in eine Baumgruppe links neben den Bahngleisen geschleudert. Dort kam das sehr neue Auto auf der Beifahrerseite, mit dem Fahrzeug-Dach an den Bäumen angelehnt, zum Liegen. Alle drei im Fahrzeug befindlichen Personen konnten nur mit schwerem Gerät diverser umliegender Feuerwehren unter bzw. aus dem total zerstörten Fahrzeugwrack befreit werden. Alle drei Fahrzeuginsassen waren angeschnallt, das Kleinkind zudem ordnungsgemäß in einem Kindersitz gesichert.

Nach notärztlicher Erstversorgung vor Ort wurden die Frau, sowie ihre beiden Kinder, mit lebensbedrohlichen Verletzungen mit drei Rettungshubschraubern in Krankenhäuser nach München und Traunstein geflogen. Einzig der Zustand des 2-jährigen Jungen hat sich stabilisiert, der der beiden Frauen ist bislang unverändert.

Im Zug befanden sich zur Unfallzeit neben der 31-jährigen Zugführerin und zwei Zugbegleiterinnen, welche jeweils einen Schock erlitten, auch 95 Fahrgäste, welche aber nach derzeitigem Stand unverletzt geblieben sein dürften. Diese wurden durch das KIT betreut und mit Bussen weiterbefördert.

Zur Klärung der Unfallursache hat die Polizei Ermittlungen eingeleitet, welche in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft, der Bundespolizei und auch dem Eisenbahn-Bundesamt von der zuständigen Polizeiinspektion Mühldorf a.Inn geführt werden. Durch die Staatsanwaltschaft Traunstein wurde zur Klärung der Unfallursache und des Unfallhergangs ein unfallanalytisches Gutachten in Auftrag gegeben.

Die Bahnstrecke München - Mühldorf am Inn war bis etwa 16.30 Uhr komplett für den Zugverkehr gesperrt.

Der Sachschaden wird aktuell auf insgesamt etwa 55.000 Euro geschätzt, wobei die Schadenshöhe an der neuwertigen Zug-Lokomotive noch nicht genau absehbar ist.

Zur Rettung der Verunglückten waren die Feuerwehren aus Obertaufkirchen, Schwindegg, Buchbach, Walkersaich, Weidenbach, Heldenstein, Rattenkirchen, Aschau a.Inn, Ampfing und Dorfen im Einsatz.

Die anschließende medizinische und notärztliche Versorgung, sowie den Transport und die Betreuung der Insassen im Zug übernahmen der Organisationsleiter Rettungsdienst, mehrere verfügbare Rettungswagen, zwei Notärzte, drei Rettungshubschrauber, das KIT Mühldorf und die SEGen Haag und Mühldorf.

Zur Fachberatung war zudem das THW im Einsatz.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Mühldorf am Inn

Quelle: innsalzach24.de

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