Mumifizierte Leiche in Keller gefunden

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München-Thalkirchen - Die Leiche eines jetzt 82-Jährigen wurde drei Jahre nach seinem vermutlichen Tod sitzend in einem Kellerabteil gefunden.

Am Dienstag, 19. Februar, gegen 13.20 Uhr, teilten zwei Mitarbeiter einer Hausverwaltung der Polizei mit, dass in einem Kellerraum eines Anwesens in Thalkirchen eine mumifizierte Leiche gefunden wurde. Daraufhin übernahmen Kripobeamte des Kommissariats 12 (Todesermittlung) die Ermittlungen vor Ort.

Beim Verstorbenen handelt es sich um einen Münchner, der jetzt 82 Jahre alt gewesen wäre. Er saß in einem Holzstuhl in seinem Kellerraum und war vollständig mit Schuhen, Hose, Hemd und Arbeitsmantel bekleidet. Die Leiche war bereits mumifiziert. Der Verstorbene hatte den Kellerraum am 1. August 2001 angemietet. Nach der Angabe der Hausverwaltung wurde Miete bis August 2012 per Bankeinzug überwiesen. Da danach keine Mietzahlungen mehr eingingen, begaben sich Mitarbeiter der Hausverwaltung in den Keller, um nach dem Rechten zu sehen. Der Keller konnte jedoch nicht betreten werden, da nach der Zugangstür der Raum vollständig verstellt und zugemüllt war. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Vorhängeschloss angebracht, weil die Tür sich nicht mehr versperren ließ.

Am 19. Februar sollte ein Angebot für eine Entrümpelung eingeholt werden. Aus diesem Anlass wurde eine genauere Nachschau von der Hausverwaltung vorgenommen und die bereits mumifizierte Leiche aufgefunden. In dem Kellerraum, der offensichtlich als Wohnraum diente, wurden persönliche Unterlagen des Verstorbenen gefunden. Unter anderem wurde auch eine Tageszeitung vom 17. Mai 2009 entdeckt. Der Ablebenszeitpunkt dürfte somit irgendwann danach gewesen sein.

Der Verstorbenen hatte sich am 15. Juli 2000 in München abgemeldet und war sonst nirgends gemeldet gewesen. Vermutlich dürfte er ab dem 1. August 2001 den Kellerraum als Wohnung genutzt haben. Darauf deuten die aufgefundenen Gegenstände (Induktionskochplatte, Herdplatte, leere Lebensmittelverpackungen, Kassenbons von Lebensmittelmärkten usw.) hin.

Offensichtlich hatte der Verstorbenen keine Angehörigen, die ihn vermisst hätten. Der Hausmeister des Anwesens hat den Verstorbenen seit ca. 3 Jahren nicht mehr gesehen. Er gab bei der Befragung an, dass er davon ausgegangen ist, dass der Verstorbene ausgezogen sei.

Die bisherigen kriminalpolizeilichen Ermittlungen ergaben keine Hinweise auf ein Fremd- oder Eigenverschulden. Die Staatsanwaltschaft München I ordnete eine Obduktion an, die am Mittwoch, 20. Februar, im Institut für Rechtsmedizin stattfand. Eine eindeutige Todesursache konnte dabei nicht festgestellt werden. Anzeichen für das Vorliegen einer Fremdeinwirkung wurde jedoch nicht gefunden.

Derzeit gehen die Ermittlungsbeamten davon aus, dass der Verstorbene bereits seit ca. fast 3 Jahren tot ist und demnach im Alter von 78 Jahren verstorben ist.

Pressemitteilung Polizeipräsidium München

Rubriklistenbild: © dpa

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