Ermittlungen nach tödlichen Schüssen

Pflegeheim-Bewohner erschossen: Diese Fragen sind offen

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Erharting - Am Mittwoch endete ein Polizeieinsatz dramatisch: Ein offenbar psychisch kranker Bewohner eines Pflegeheims wurde aus Selbstschutz erschossen. Er ging mit einem Messer auf zwei Beamten los.

Überblick: Das ist bislang bekannt

  • Tödliche Schüsse fielen am Mittwoch, gegen 13.15 Uhr, im Erhartinger Ortsteil Rohrbach 
  • Pflegeheim-Bewohner litt an chronischer Schizophrenie und sollte in eine Psychiatrie verlegt werden 
  • Zwei Polizisten waren beim Abtransport dabei 
  • Bei der Verlegung zog der Mann unvermittelt ein Messer und attackierte die Polizisten 
  • Ein Beamter erlitt eine Stichverletzung am Bein 
  • Einer oder beide Beamte feuerten mehrere Schüsse ab 
  • Das Todesopfer ist ein 62-jähriger Mann aus Liberia 
  • Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft ermitteln nun

Polizeieinsatz in Rohrbach bei Erharting

Deutsch Stiftung Patientenschutz fordert rasche Aufklärung

Nach den tödlichen Schüssen verlangt nun die Deutsche Stiftung Patientenschutz eine rasche Aufklärung des Vorfalls. Wie der BR berichtet, kritisiert der Stiftungsvorstand Eugen Brysch den Vorgang als "deutschlandweit einmalig". 

Diese Fragen sind derzeit offen:

  • Waren die Polizisten ausreichend gesichert als sie in das Zimmer des als aggressiv aufgefallenen Mannes traten?
  • Hätte auch Pfefferspray zum Selbstschutz ausgereicht? Diese Frage stellten unter anderem viele User auf unserer Facebook-Seite und auch Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz
  • Wieso hatte der Patient überhaupt Zugang zu einem Messer - und was für ein Messer war das? 
  • Schoss nur ein Beamter oder griffen beide zur Waffe?
  • Wie viele Schüsse wurden abgegeben? 
  • Wo genau wurde der Pflegeheim-Bewohner getroffen?
  • Auf welche Körperregionen wurde dabei gezielt?

Ermittlungen des LKA haben begonnen

Auf Anfrage von innsalzach24.de erklärte Stefan Sonntag von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, dass die Ermittlungen nun vom Landeskriminalamt zusammen mit der Staatsanwaltschaft Traunstein übernommen wurden. 

Dass es diese zahlreichen offenen Fragen gibt, sei ganz normal nach einem solchen Vorfall. Das LKA sei nun zuständig, den Vorgang genauestens zu rekonstruieren. Der Fall werde "sehr gründlich überprüft", so Sonntag.

Als "betroffene Partei" werde werde die Pressestelle des Polizeipräsidiums dazu keine näheren Stellungnahmen mehr abgeben können. Bis die Ermittlungen des LKA abgeschlossen seien, werde es vermutlich Wochen dauern. "Ein Mensch ist ums Leben gekommen, das muss genau untersucht werden", so der Pressesprecher. 

Diskussion auf der Facebook-Seite von innsalzach24.de

Der Vorfall in Erharting sorgte auch für reichlich Spekulationen und eine emotionale Debatte auf der Facebook-Seite von innsalzach24.de. Am Abend mussten wir redaktionell eingreifen um Vorverurteilungen der Beamten entgegenzuwirken: 

Quelle: innsalzach24.de

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