Jede Hilfe kam zu spät

Nach Hütteneinkehr: Mann (33) stürzt in den Tod

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Weißbach - Es sollte ein besonderer Bergausflug werden - doch dieser endete im Bereich der Harbachklamm in einer Tragödie. Zwei Wanderer stürzten in die Tiefe.

UPDATE Dienstag - 7.50 Uhr

Am Montagabend ereignete sich ein tragischer Bergunfall im Bereich der Harbachklamm in der Gemeinde Schneizlreuth, Ortsteil Weißbach an der Alpenstraße. Zwei Männer im Alter von 33 und 35 Jahren waren noch am Nachmittag zu einer Wanderung auf die Harbachalm aufgebrochen.

Beim Abstieg in Richtung Parkplatz in Weißbach an der Alpenstraße nutzten sie den Wanderweg entlang der Vorderen Schwarzache. Kurz vor dem Felsentunnel stürzten beide Wanderer aus bislang ungeklärter Ursache etwa 20 Meter tief in Richtung Vordere Schwarzache ab.

Ihre Hilferufe wurden von zwei Bergwanderinnen gehört, die ebenfalls bergabwärts in Richtung Weißbach an der Alpenstraße unterwegs waren. Eine der beiden Damen setzte auch unverzüglich den Notruf ab.

Drama nach Bergtour: Ein Wanderer stirbt

Als kurze Zeit später die Rettungskräfte der Bergwacht am Unfallort eintrafen, konnten sie zunächst nur den 35-Jährigen lokalisieren. Er konnte schwer verletzt aufgegriffen werden und wurde schnellstmöglich zur ärztlichen Versorgung ins Klinikum Traunstein eingeliefert.

Kurze Zeit später konnte in unmittelbarer Nähe in der Harbachklamm der zweite Wanderer aufgefunden werden. Tragischerweise mussten die Einsatzkräfte feststellen, dass er bereits an den schweren Folgen seines Absturzes noch vor Ort verstorben war. 

Für die Rettungs- und Bergungsmaßnahmen waren Einsatzkräfte der Feuerwehr Schneizlreuth, der Bergwacht Inzell und Ruhpolding, der Canyon-Rettungsgruppe Chiemgau und der Wasserwacht Berchtesgaden an der Unfallstelle. Die Unfallaufnahme erfolgte durch einen Polizeibergführer der Polizeiinspektion Bad Reichenhall.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Bad Reichenhall

Erstmeldung am Dienstagmorgen

Die beiden Männer hatten nach einer längeren Bergtour die Harbergalm besucht und waren dort eingekehrt. Gegen 19.30 Uhr brachen die Urlauber nach einem Besuch in der Harbachalm offenbar alkoholisiert zu Fuß ins Tal auf.

Alkoholisiert auf dem Heimweg?

Sie hatten schon den Großteil der Strecke geschafft, als es zum Unglück kam. Nach derzeitigem Informationsstand stürzte zunächst ein Wanderer kurz vor dem sogenannten Felsentor ab. Der zweite Urlauber wollte ihm zu Hilfe eilen und stürzte beim Rettungsversuch ebenfalls rund 20 Meter tief in die Klamm. Dort blieben beide schwerst verletzt liegen.

Gegen 21 Uhr war dann eine Gruppe einheimischer Wanderer aus neun Personen auf demselben Weg unterwegs. Diese hörten dann anscheinend ein leises Wimmern und fanden am Wegesrand einen Rucksack. Sie zögerten keinen Moment und lösten sofort Alarm aus. Ein Herankommen an die Verletzten war den Wanderern jedoch nicht möglich.

Die ersten Bergretter aus Inzell konnten sich nur mittels Seil in die Klamm abseilen und lösten sofort Großalarm aus.

Die Spezialisten der Canyoning Retter und auch die Bergrettungskollegen aus Ruhpolding wurden zum Einsatz gerufen. Einerseits mussten sie den schwerst verletzten Wanderer versorgen, der ein schweres Schädelhirntrauma erlitten hatte, andererseits musste der zweite Wanderer gesucht werden, der erst durch weitere Rettungskräfte etwas weiter unten gefunden werden konnte.

Noch vor Ort gestorben

Doch für den zweiten Mann kam jede Hilfe zu spät. Er hatte so schwere Verletzungen erlitten, dass er noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen erlag.

Der Schwerverletzte wurde nach längerer notärztlichen Versorgung im Rettungswagen in den Schockraum des Klinikum Traunstein transportiert. Dort übernahm ein Traumateam den weiteren Kampf um das Leben des Mannes.

Gegen Mitternacht konnten die rund 45 Einsatzkräfte der Bergrettungen und der Feuerwehr ihren Einsatz beenden. Zum Unfallzeitpunkt regnete es stark und dies erschwerte zusätzlich die Rettungsarbeiten.

Quelle: Aktivnews

Quelle: BGland24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser