Wegen Grenzkontrollen in Freilassing

"Es ist tote Hose": Umsatzeinbruch für Geschäfte

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Freilassing - "Mir ist in den letzten Tagen erst so richtig bewusst geworden wie unsere Fußgängerzone ohne Salzburger aussieht. Ich weiß nicht ob es euch auch auffällt, aber es ist bedeutend weniger los in den Geschäften" - Sätze wie diese auf einer Freilassinger Facebook-Seite hört man in letzter Zeit oft. Es ist Woche 3 der Grenzkontrollen zwischen den eigentlich so eng verzahnten Nachbarstädten: Für Sprit und Zigaretten fahren die Bayern nach Salzburg, für Lebensmittel und Drogerieartikel kommen die Österreicher zu uns - durch die Ausnahmesituation an der Grenze hat sich aber manches geändert. Wer eine Stunde im Auto auf der Münchner Bundesstraße steht, überlegt es sich natürlich zwei Mal - und realistische Möglichkeiten per Bus oder Zug von Salzburg herüberzukommen gibt es nicht.

Umsatzeinbußen von über 50 Prozent

"Der Einzelhandel hat Umsatzeinbußen von 50 Prozent und mehr", klagte Freilassings stellvertretender Bürgermeister Gottfried Schacherbauer. Die Grenzkontrollen seien ja richtig, aber man müsse die Auswirkungen auf die Bewohner beider Seiten möglichst gering halten. Wer einen Blick in Globus oder Kaufland wirft merkt es sofort: "Wegen der Grenze ist zur Zeit tote Hose bei uns", so eine Freilassinger Angestellte im Einzelhandel. Genauso betroffen: Industrie und Speditionen. "Die großen Zeitverluste an der Grenze sind überaus problematisch", so Irene Wagner, Vorsitzende des IHK-Gremiums Berchtesgadener Land.

Niemand kann sagen, wie lange der Druck auf die Freilassinger Grenze weiter so stark anhalten wird: "Wir sehen noch kein Licht am Ende des Tunnels", so Freilassings Pressesprecher Ulrich Zeeb - aber gewisse Dinge normalisieren sich inzwischen bereits oder werden besser gelöst:

- Seit Montag werden die Flüchtlinge am Grenzübergang nicht mehr über die Brücke herübergelassen, sondern über den Fußweg am Saalach-Wasserkraftwerk - der Verkehr kann also wieder besser fließen.

- Eine der vier Notunterkünfte in und um Freilassing steht seit dieser Woche wieder ihrem eigentlichen Zweck zur Verfügung: dem Sport. Die Turnhalle der Knaben-Realschule wurde wieder für Schüler und Vereine freigegeben.

- Ab Montag, dem 5. Oktober, soll der Zugverkehr zwischen Salzburg und Freilassing wieder aufgenommen werden - und zweiter Bürgermeister Schacherbauer macht Hoffnung: "Bei der Einsatzleiterbesprechung am Montag wurde vorsichtig formuliert, dass die Zugsperre vielleicht schon eher aufgehoben wird."

xe

Quelle: BGland24.de

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