Parteichef stellt personelle Weichen

"Tragende CSU-Säulen": Seehofer nennt fünf Stellvertreter

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Sie sollen Horst Seehofers (3.v.l.) Stellvertreter werden (v.l.): Bundesagrarminister Christian Schmidt,  der Fraktionschef der EVP im Europaparlament Manfred Weber, die Europagruppenchefin Angelika Niebler, Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Augsburgs OB Kurt Gribl.

München - Gleich zehn Fäuste für Horst Seehofer: Der CSU-Chef präsentierte in München seine fünf Wunsch-Stellvertreter und lobte sie als "die tragenden Säulen in der CSU".

Mit den Personalien stellt Horst Seehofer bereits jetzt die personellen Weichen zur Vorbereitung der Bundestagswahl 2017 und der bayerischen Landtagswahl 2018. Zwar müssen alle Stellvertreter noch vom Parteitag im November bestätigt werden. Aber nach der Ansage des Parteichefs dürfte die CSU-Basis wohl folgen.

Und sas sollen die Stellvertreter sein: Neben der im Amt bleibenden Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Bundesagrarminister Christian Schmidt werden die beiden Europapolitiker Manfred Weber und Angelika Niebler neue Parteivizes. Außerdem wird der Vorstand um einen fünften Parteivize erweitert, diesen Posten soll der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl bekommen. Seehofer setzt in Gribl die Hoffnung, der in den Großstädten schwächelnden CSU mehr großstädtisches Profil zu geben.

Nach Querelen nun ein geordneter Übergang

Seehofer selbst hat seinen Rückzug aus der Politik zur Landtagswahl 2018 angekündigt und will einen geordneten Übergang erreichen. In den vergangenen Monaten hatte es in der CSU-Spitze Personalquerelen gegeben. Der bisherige stellvertretende CSU-Chef Peter Gauweiler trat im März im Streit um die Euro-Rettungspolitik zurück, der ebenfalls zu den Seehofer-Stellvertretern zählende Peter Ramsauer kündigte seinen Rückzug an.

Seehofer kündigte an, seine neuen Stellvertreter zum "Kern des Strategieteams" zu machen, mit dem er die nächsten Wahlen vorbereiten will. Dieses solle "die großen Linien und die großen Weichenstellungen" der künftigen CSU-Politik festlegen.

Seehofer übergeht Söder und Aigner

Nicht zu den breiteren Schultern des Strategieteams gehören allerdings Finanzminister Markus Söder und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, die beiden offensichtlichsten Konkurrenten um Seehofers Nachfolge. Auch Innenminister Joachim Herrmann ist nicht dabei.

Zu dem Team sollen etwa zehn Männer und Frauen gehören, außer den Parteivizes auch Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer, CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt und Junge-Union-Chef Hans Reichhart. Außerdem soll der über eine Plagiatsaffäre gestürzte frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in Fachfragen in dem Gremium mitarbeiten. Für Guttenberg ist dies ein Comebackin der CSU-Parteiarbeit - wenn auch nur ein kleines, denn der einstige Polit-Shootingstar will in den USA wohnhaft bleiben.

dpa

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