nach Todesfall durch Überschwemmung in Rattenkirchen

"Das Mitgefühl der gesamten Gemeinde gilt den Angehörigen"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
So sah es am Montagabend in Rattenkirchen aus. Ein User-Bild von Wioletta Janoschek.

Rattenkirchen - Das Unwetter am Montagabend forderte ein Todesopfer. Wie das Polizeipräsidium am Dienstagmorgen bestätigte, wurde eine Frau von den Regenmassen weggespült. 

UPDATE - 14.20 Uhr: Bürgermeister Greilmeier gibt ein Statement ab

"Das Mitgefühl der gesamten Gemeinde Rattenkirchen gilt den Angehörigen des Opfers", sagt Bürgermeister Rainer Greilmeier gegenüber innsalzach24.de im Telefoninterview. In so einer kleinen Kommune kenne eben jeder jeden und so seien dies auch für ihn gerade besonders schwere Stunden

"Wir waren von dem Starkregen sehr stark betroffen"

Reiner Greilmeier spricht von komischen grauen Wolken, als es losging. Dann habe es "ein bisserl" geregnet bevor es runterkam wie aus Kübeln. Eine Stunde lang habe es aus allen Wolken gegossen. Klar, auch er sieht einen Zusammenhang mit dem vor Jahren noch viel verspotteten Klimawandel. Dass diese Starkregen so lange über einem Gebiet stehen - er könne sich nicht daran erinnern, so etwas schon mal erlebt zu haben.

"Das wird zwei bis drei Wochen dauern"

Der Kindergarten und das Jugendheim sind betroffen, genau wie viele Privathäuser. Derzeit sei die Feuerwehr noch im Einsatz, die Keller auszupumpen. Die Straßen seien passierbar aber mit entsprechenden Warnhinweisen versehen, denn es habe Straßenbankette unterspült und teilweise liege Schlamm und Geröll fünf Zentimeter hoch auf dem Asphalt. 

UPDATE - 10.50 Uhr: Pressemeldung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd

Am späten Montagabend kam es aufgrund der starken Regenfälle zu einem tragischen Unglücksfall, bei dem eine 60-jährige Frau in den überschwemmten Straßengraben rutschte und anschließend verstorben ist.

Die 60-jährige Frau aus dem Ortsteil Kehrham stand kurz vor 21 Uhr an den Papiertonnen ihres Anwesens, die auf der gegenüber liegenden Straßenseite aufgestellt waren. Als sie die durch den starken Regen überschwemmte Straße überqueren wollte, rutschte die Frau in den hochwasserführenden Straßengraben. 

Ihr Lebensgefährte beobachtete vom Anwesen aus den Vorfall und verständigte unverzüglich die Rettungsleitstelle, da er seine Partnerin nicht mehr sehen konnte.

Die regionalen Feuerwehren, der Rettungsdienst und die Wasserwacht begannen unverzüglich mit der Suche nach der vermissten Frau. 

Sie wurde von der Feuerwehr nach ca. 45 Minuten leblos im angrenzenden Weidenbach gefunden und aus dem Wasser geborgen. Die eingeleiteten Reanimationsmaßnahmen blieben erfolglos.

Der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizei Traunstein übernahm noch in der Nacht die Ermittlungen zur Unglücksursache. 

Nach dem derzeitigen Stand rutschte die Frau alleinbeteiligt in den Straßengraben, wurde anschließend aufgrund der starken Wassermassen durch ein ca. 50 bis 60 cm starkes Kanalrohr, das unter der Straße hindurch in den gegenüber liegenden Weidenbach führt, gezogen und im Weidenbach ca. 150 Meter mitgerissen. 

Hinweise auf Fremdbeteiligung haben sich nicht ergeben.

Erstmeldung am Dienstag

Auf Anfrage von innsalzach24.de bestätigte Polizeisprecher Stefan Sonntag, dass die 60-Jährige infolge des Unwetters verstorben ist. "Das ist ganz klar", so Sonntag. "Sie ist von den Wassermassen in der Straße in den Bach gespült worden." Dort ertrank sie. Die Kripo wird dennoch am Dienstag die Ermittlungen in dem Fall fortführen, so Sonntag. 

Die Frau war am Montagabend im Rattenkirchener Ortsteil Kerham im Landkreis Mühldorf vor die Haustür getreten. Eigentlich wollte sie nur kurz raus, als sie nicht zurückkehrte, alarmierte ihr Lebensgefährte die Rettungskräfte.

Feuerwehren und Wasserwacht nahmen die Suche auf, gegen 21.35 Uhr wurde die Vermisste dann tot im Weidenbacher Bach aufgefunden und von der Wasserwacht geborgen. Möglicherweise ist sie vorher gestürzt und dann vom Wasser abgetrieben worden.  Sofort eingeleitete Reanimationsmaßnahmen blieben erfolglos.

Massive Regenfälle im Landkreis Mühldorf

Der Todesfall in Rattenkirchen war der tragische Höhepunkt zahlreicher Unwetter-Einsätze der Feuerwehren im Landkreis Mühldorf. 

So kam es auf dem Waldkraiburger Volksfest zu einem Unfall bei der dortigen Achterbahn, bei dem zwei Mädchen leicht verletzt wurden

Userin Jutta Maier aus dem Isental schickte uns dieses Foto zu. Es zeigt Golfballgroße Hagelkörner, die am Abend auf die Erde fielen. 

Auch unser Kollege Andreas Hundseder erlebte das Unwetter in Niederheldenstein. "Innerhalb von Minuten stand die halbe Straße unter Wasser", berichtete er. 

Wie der DLRG berichtet, war zudem im Heldensteiner Ortsteil Bachham war eine Person in ihrem Fahrzeug im Wasser eingeschlossen. Bei Eintreffen war allerdings kein Eingreifen der Wasserrettungskräfte mehr nötig.

Haben Sie auch Fotos von den Folgen des Unwetters gemacht? Schicken Sie uns Ihre Bilder an redaktion@ovb24.de.

Quelle: innsalzach24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser