200 Menschen trauern um Sophie und Peter

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Traunreut - Bewegende Trauerfeier für Sophie und Peter B. Der Platz in der Kapelle reichte für die rund 200 Trauergäste auf dem Waldfriedhof nicht aus.

Für die 200 Trauergäste war kein Platz in der kleinen Kapelle des Traunreuter Waldfriedhofs. Daher bildeten rund 100 Menschen einen Halbkreis vor der Aussegnungshalle. Die Trauerfeier begann mit einer halben Stunde Verspätung. Viele Mitschüler der tödlich verunglückten Sophie brachten Blumen mit. Die Familie der Verstorbenen hatte nur die Verwandten und engsten Freunde eingeladen.

Familie und Freunde trauern um Sophie und Peter

Hermann und Bernhard Schätz, Vater und Bruder der überlebenden Ursula Baumgartl, sowie Peters Mutter und seine beiden Schwestern nahmen natürlich an der Trauerfeier teil. Das Gedenken an Sophie und Peter Baumgartl begann mit dem bewegenden Lied "Blowing in the Wind" von Bob Dylan. Anschließend hielt Pastor Michael Stadler eine kurze Rede.

Den Hauptteil der Trauerfeier eröfffnete die Band von Peter Baumgartl, die Flying Fences, mit dem Lied "Footprints". Traunreuts Bürgermeister Franz Parzinger und Annemarie Funke, die Geschäftsführerin der Lebenshilfe, und ehemalige Chefin von Baumgartl, bemühten sich um die richtigen Worte in einer so schweren Stunde für die Hinterbliebenen und Freunde der Verstorbenen.

Eindrücke vom Waldfriedhof

Peter Kurz, Kreisvorsitzender der Partei Die Linke, würdigte in seiner Ansprache den "politischen Menschen Peter Baumgartl": "Peter stand für Frieden und gegen Aufrüstung und Militarismus. Für Freiheit und Demokratie und gegen Neonazis und Faschismus. Für soziale Gerechtigkeit und gegen Armut und Ausgrenzung." Baumgartl war Schatzmeister des Kreisverbandes bei den Linken. "Unsere Demokratie könnte mehr Vorbilder wie Peter und Sophie Baumgartl brauchen", betonte Kurz am Ende seiner Rede.

Friedbert Mühldorfer, ein Freund der Familie, und Mitglied bei der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, bei dem auch Peter Baumgartl aktiv war, sagte, "weil Peter tolerant mit sich selbst war, konnte er mit so großer Toleranz nach außen wirken." Freunde von Sophie trugen ein Gedicht von Joachim Ringelnatz vor.

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Die Trauerfeier endete musikalisch mit dem Lied "Goobye Porkie Pie Hat" von den Flying Fences. Nach gut einer Stunde wurden die beiden Särge mit Sophie und Peter Baumgartl aus der Kapelle getragen und in zwei Leichenwagen gehoben. Bernhard Schätz, Bruder der überlebenden Ursula Baumgartl, sprach von einer "würdigen Trauerfeier für Sophie und Peter, die genau so ausgerichtet wurde, wie beide es sich gewünscht hätten."

Der Termin der Beerdigung steht noch nicht fest. Die Familie will gemeinsam mit Ursula und Leon Baumgartl, die wegen ihrer schweren Verletzungen noch im Krankenhaus behandelt werden, die nächsten Schritte planen. (sf)

Rubriklistenbild: © sf

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