Protest gegen die Asylpolitik

Demo in Traunreut: Das planen die Organisatoren

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Traunreut - Ein "Protest für eine vernunftgeleitete Flüchtlingspolitik" soll es werden, den die Organisatoren einer Demonstration in Traunreut planen - sie haben hochgesteckte Ziele.

Nach der spontanen Versammlung von 50 bis 100 Traunreutern vor dem Rathaus am Samstag soll der Protest nun in organisierte Bahnen geleitet werden: Drei Traunreuter wollen für Samstag, den 30. Januar eine Demonstration anmelden - "für eine vernunftgeleitete Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und für das Überdenken der geplanten Flüchtlingsunterkünfte in Traunreut", wie es auf der Facebook-Seite der Veranstalter heißt: "Sich nur hinzustellen und zu frieren, so wie am Samstag, das bringt ja nix", meint Organisator Oliver Krogloth im Gespräch mit chiemgau24.de.

Wie viele werden kommen? 

Man plant eine Bühne, Beschallungsanlagen und eine kurze Demoroute vom Rathausplatz über die Kantstraße: "Wir planen keine langen Reden und wollen auf der Bühne möglichst viele zu Wort kommen lassen", so Krogloth. Über 110 Zusagen zur Demo gibt es bereits auf Facebook, doch die Veranstalter rechnen mit 500 Teilnehmern - ein hochgestecktes Ziel: "Weniger würde mich wundern", meint Oliver Krogloth gegenüber chiemgau24.de mit breiter Brust.

In erster Linie stört man sich an der aktuellen Asylpolitik: "Recht und Gesetz bei der Einwanderung sollte wieder angewendet werden", so der Organisator. An die Stadt Traunreut hat man bisher noch keine konkreten Forderungen: "Wir wünschen uns einfach mehr Dialog mit den Bürgern, auch wenn das bisher eh nicht schlecht gemacht wurde." Seit Ende November wird auf dem Festplatz an Flüchtlingsunterkünften für 200 Personen gebaut - Krogloth und seine Mitstreiter wollen, dass die Traunreuter bei ähnlichen Projekten in der Zukunft schnellstmöglich eingebunden werden.

Veranstalter bedauern Fernbleiben der AfD

Stecken auch Parteien hinter der geplanten Demo? "Wir stehen in Kontakt zur AfD, aber die werden leider nicht mitmachen", so Oliver Krogloth. Als "ungeschickt" hätte die Partei die Pläne der Traunreuter bezeichnet. Krogloths Mitstreiter bei der Demo-Organisation sind parteiunabhängig, er selbst ist "nicht aktives" Mitglied bei der "Partei der Vernunft", einer libertären Splittergruppe. Auch wenn der geplante Protest auf der Facebook-Seite der Veranstalter viel Gegenwind abbekommt, glaubt Oliver Krogloth eher nicht, dass es auch eine Gegenkundgebung geben wird.

Auch wenn Oliver Krogloth für die Demonstration am 30. Januar einen direkten Zusammenhang verneint: Zumindest für die erste, spontane Versammlung vor dem Rathaus am vergangenen Samstag war auch der Übergriff auf eine 17-jährige Traunreuterin in der Silvesternacht ausschlaggebend -ein junger Asylbewerber aus Afghanistan konnte einige Tage später als Täter festgenommen werden.

Ritter: "Flüchtlinge sollten sich zurücknehmen"

"Die Bevölkerung sollte einfach die Augen aufmachen und für den Nachbarn da sein - mehr als bisher", meinte Bürgermeister Ritter zum Zusammenleben von Traunreutern und Asylbewerbern im Gespräch mit chiemgau24.de. Als er von einem Stadtratsmitglied von der spontanen Versammlung am Samstag erfuhr, machte sich das Stadtoberhaupt kurzerhand selbst auf den Weg zum Rathaus: "Das war ein vorbildliches Verhalten unserer Bürger - exzellent und ordentlich. Die Stimmung unter den Leuten war aktiv und lebhaft, irgendwelche Sorgen musste man nicht haben", so Ritter.

Der Bürgermeister versteht die Ängste und Sorgen der Bevölkerung: "Die Flüchtlinge sollten sich unseren Leuten gegenüber zurücknehmen", so Ritter auch in Hinblick auf den Vorfall in der Silvesternacht. Eine der Sorgen mancher Traunreuter wären auch die Gruppen von Asylbewerbern, die abends vor dem Rathaus das freie WLAN nutzen - in der Stadtverwaltung überlegt man zu reagieren: Laut Klaus Ritter prüft man derzeit, ob der WLAN-Router nach 22 Uhr einfach abgeschaltet werden soll.

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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