Peinlicher Fehler der Mühldorfer Juwelenräuber

Patzer bringt Polizei auf Fährte des Diebesduos

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Mutmaßliche Mühldorfer Juwelendiebe vor dem Landgericht in Traunstein

Traustein/Mühldorf - Jetzt werden auch die Bandenstrukturen der Juwelendiebe im Landgericht Traunstein aufgedeckt. Auch die Hintermänner sind jetzt namentlich bekannt:

Die wichtigsten Informationen im Überblick

  • Polizeipräsenz auch am zweiten Verhandlungstag unverändert hoch
  • Mühldorfer Kripo-Beamte machen Angaben zum Juwelenraub
  • Ermittlungen mit dem BKA zu den Hintergründen
  • Residenten auch im Landkreis Altötting
  • Hintermänner sind namentlich bekannt
  • Parallele Verfahren gegen mehrere Beteiligte
  • Mehrere Raubüberfälle in Deutschland und Europa nach gleichem Muster
  • Ermittler vermuten dreistellige Mitgliederanzahl
  • Glücklicher Zufall bei der Festnahme der Angeklagten
  • Jugendstrafrecht für einen Angeklagten angeregt
  • Bilder: Im Gerichtssaal beim Juwelenraub-Prozess

    UPDATE, 17 Uhr

    Nach einer längeren Unterbrechung der Verhandlung machten zunächst zwei Beamte der Münchner Polizei Angaben zu den Hintergründen der Taten in Mühldorf und Regensburg. Die Polizisten hatten die Diebstähle der Fluchtfahrzeuge bearbeitet. Insgesamt enstand hier nochmal ein Schaden von rund 20.000 Euro, insgesamt drei Fahrzeuge wurden in der Landeshauptstadt entwendet. 

    Festnahme durch eine aufmerksame Streife in Regensburg

    "Das ziellose Umherfahren war schon ein erstes Anzeichen. Auswärtiges Kennzeichen, dazu noch die Insassen. (...) Als sie dann entgegen einer Einbahnstraße gefahren sind, haben wir gesagt, wir müssen uns die mal näher ansehen", berichtete einer der Regensburger Polizisten, der die beiden Angeklagten schließlich festgenommen hatte. Stadtauswärts im Norden, bereits über der Donau, habe die Kontrolle des VW Passat dann stattgefunden. Der Polizist habe bemerkt, dass sich kein Schlüssel im Zündschloss befand. Die drei Insassen des Fahrzeugs hätten sich daraufhin anstandslos festnehmen lassen.

    Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs sei lediglich ein Pfefferspray und diverses Werkzeug entdeckt worden, Waffen hätten die Polizisten nicht gefunden. Im Hotelzimmer der drei Festgenommenen seien dann lediglich einige Reisetaschen und Koffer entdeckt worden. Weitere Streifenbeamte hätten kurze Zeit später ein weiteres Fahrzeug, Typ VW Golf, im Innenstadtbereich feststellen können. Dieses passte ebenfalls auf die Beschreibungen aus München und wies Aufbruchspuren auf.

    Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht

    Nach den Polizeibeamten aus München und Regensburg hatte noch die Jugendgerichtshilfe das Wort. Ein Vertreter der Einrichtung in Traunstein beurteilte kurz, ob beim 21-jährigen Angeklagten Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht anzuwenden sei. So erkenne der Gutachter aufgrund des frühzeitigen Todes des Vaters des Angeklagten teilweise eine deutliche Reifeverzögerung. Bis zum Alter von 20 Jahren lebte der Angeklagte noch zuhause. Als Motiv für die begangenen Taten gab der junge Mann aus Litauen das schnelle Geld als Basis für die Zukunft an. Der Gutachter regte weiter an, im Fall des 21-Jährigen Jugendstrafrecht zur Anwendung zu bringen. Psychologische Begleitung und auch weiterer Ausbildungsbeistand sei dabei zu empfehlen.

    Fortsetzung der Verhandlung am 19.Januar

    Die Verhandlung gegen die beiden Litauischen Angeklagten soll am kommenden Dienstag, dem 19. Januar, ab 10 Uhr fortgesetzt werden. Neben den Mühldorfer Augenzeugen sollen dann noch verschiedene Gutachten eingeführt werden. Laut dem vorsitzenden Richter Dr. Klaus Weidmann könnten im Anschluss bereits die Plädoyers der Prozessbeteiligten folgen. Mit einem Urteil könne dann möglicherweise schon am vierten von ursprünglich fünf angesetzten Tagen gerechnet werden.

    UPDATE, 15.55 Uhr

    Wir wollten wissen, wer dahinter steckt", so der Mühldorfer Kriminalbeamte zur Maßgabe für die Gespräche mit den beiden Angeklagten. Als Motiv für die Taten gab der 35-Jährige Geldprobleme in seinem Heimatland Litauen an. Sein Schwager habe ihn mit den Drahtzieher zusammengebracht. Zuerst sei von LKW-Diebstählen und Überführungen die Rede gewesen. Später dann bereits konkret von Raubüberfällen auf deutsche Juweliere.

    Weitere Fälle in Deutschland und Europa

    Einem der Hintermänner werde derzeit in Detmold der Prozess gemacht, eine weitere Person sei in München bereits verurteilt worden, so der Polizeibeamte weiter. Darüber hinaus hätten die ermittelnden Behörden eine Vielzahl weitere Verbrechen, stets nach gleichem oder sehr ähnlichem Muster, im gesamten Bundesgebiet und in Europa mit den Vorfällen in Mühldorf, Bad Oyenhausen und Regensburg verknüpft.

    Ähnliche Fälle, die der Ermittler der Bande zurechne, fanden dabei unter anderem in Kiel, München, Düsseldorf, Detmold, Bad Homburg, Saarbrücken und Friedrichshaven statt. Auch in anderen Länder wie der Schweiz, Italien, Norwegen, Dänemark, Finnland und Österreich fanden Überfälle auf Juweliergeschäfte statt. Die Täter orientierten sich dabei stets an teuren Uhren-Marken, wie zum Beispiel Modelle der Firma "ROLEX".

    Welche Ausmaße hat die Diebesbande? 

    "Es ist wirklich außergewöhnlich, dass Soldaten auspacken", ergänzte der Ermitlungsbeamte im Angesicht der Chance, weitere Informationen über die Organisation und die Struktur der Bande durch die Aussagen der Angeklagten zu erhalten. "Bisher hat niemand was gesagt. Diese Bemerkung soll dazu dienen, den Verdienst der Angeklagten herauszuheben," erkannte auch der vorsitzende Richter Dr. Klaus Weidmann.

    Seien bisher eine Vielzahl Personen im Rang der sogenannten Soldaten bekannt, lägen die Hintermänner zum größten Teil noch im Dunkeln. Eine Tatsache, die sich nun ändern könnte. Den oder die Köpfe der Organisation vermuten die Behörden mittlerweile im Bereich der ehemaligen Sowjetunion. "Diese Personen sitzen vermutlich in Tschetschenien. Dort ist auch ein erhöhtes Gewaltpotential vorhanden", so der Mühldorfer Polizeibeamte weiter. So habe es in der Vergangenheit bereits Drohungen gegen die Angeklagten und das nähere, persönliche Umfeld der beiden Männer aus Litauen gegeben.

    Die exakte Mannstärke der strikt hierarchisch organisierten Diebesbande sei hingegen weiterhin ungeklärt. Der Ermittler gehe aber von einer dreistelligen Anzahl im untersten Bereich aus. Auch nach den Festnahmen in Regensburg und weiteren Verhaftungen, sei keine Zäsur bei den Taten zu beobachten. Aktuell erhofften sich auch andere Dienststellen von der Aussagebereitschaft der beiden Angeklagten weitere Informationen über die Hintergründe der kriminellen Organisation.

    Nach einer Unterbrechung sollen noch weitere Beamte gehört werden, die an den Ermittlungen rund um die Diebesbande beteiligt waren.

    UPDATE, 13.42 Uhr

    Bei ihren Ermittlungen drangen die Kriminalpolizisten immer weiter in die Strukturen der europaweit agierenden Diebesbande vor. Zusammen mit den Kollegen aus Regensburg und Bad Oeynhausen und Hilfe vom Bundeskriminalamt, sei es schließlich auch gelungen, an weitere Namen zu kommen. Bei den Vernehmungen der heute Angeklagten seien schließlich weitere Details zutage getreten. 

    Die Hintermänner der Diebesbande 

    Grundsätzlich sei zu erkennen, dass zwischen den Organisatoren und den Ausführenden stets eine räumliche Trennung bewusst herbeigeführt werde, erläuterte der Mühldorfer Kripo-Beamte weiter. Zudem sei eine klare Aufgabenverteilung zu beobachten: Die Taten werden durch die "Soldaten" begangen, die "Residenten" sorgen für Unterschlupf und Ausrüstung wie Waffen und Werkzeug. Die Organisation findet dabei in der hierarchischen Struktur der Bande eine Ebene höher statt. 

    Auch räumlich seien die Auftraggeber während den Taten meist unterschiedlich untergebracht gewesen. Was den Beamten die Ermittlungen jedoch teilweise erschwerte, sei die Tatsache gewesen, dass die Nachnamen der Hintermänner besonders bei den jüngeren Soldaten schlicht nicht bekannt seien. 

    Weitere Verfahren parallel, einige bereits abgeschlossen 

    Besonders der 35-jährige Angeklagte machte dabei in seiner Vernehmung bei der Polizei weitergehende Angaben. Er selbst räumte die Beteiligung an den Überfällen in Bad Oeynhausen und Mühldorf ein. Er gab auch zu, an den Vorbereitungen zur Tat in Regensburg beteiligt gewesen zu sein. Zusammen mit erhobenen Funknetzdaten konnten dann weitere Namen, zu Residenten und auch der Auftraggeber-Schicht, in Erfahrung gebracht werden, fuhr der Ermittlungsbeamte fort. 

    Neben einer Person, die als Ansprechpartner im Landkreis Altötting fungierte, wurden so auch die Vor- und Nachnamen mehrerer, weiterer Hintermänner bekannt. So gab der 35-Jährige weiter an, nach einem Aufenthalt im Gefängnis in seinem Heimatland Litauen angeworben worden zu sein. Die bereits damals aufgetretenen Personen seien dann auch in Deutschland wieder in Erscheinung getreten. Über die Funknetzdaten habe man feststellen können, dass sich diese vermeintlichen Hintermänner zu den Taten auch in der Nähe befunden hätten. "Das war das erste Mal, dass Soldaten dieser Bande eine Aussage gemacht haben", so der Kriminal-Beamte weiter. 

    Auch vor anderen Gerichten laufen derzeit Prozesse gegen Mitglieder der Diebesbande. So wird aktuell in Bad Homburg einem der Hintermänner der Prozess gemacht.

    UPDATE, 12.10 Uhr:

    Insgesamt drei verschiedene DNA-­Muster konnten die Spurensicherer aus Mühldorf am Fluchtfahrzeug, das in der Nähe von Altötting von den Tätern abgestellt wurde, feststellen. Die Spuren fanden sich im Fahrzeug und an mehreren Zigarettenkippen im Umfeld.

    Erster Treffer über internationale Datenbanken

    Schnell stand dann über die DNA­Spuren, die am Audi bei Altötting erfasst wurden, die Identität eines der Täter fest, so der Kriminalbeamte weiter. Das Muster stimmte dabei nicht nur mit einerSpur aus dem Überfall in Bad Oeynhausen überein, sondern konnte über eine Datenbank auch direkt dem älteren der beiden Angeklagten zugewiesen werden.

    Ein zweites DNA­-Muster stimmte ebenfalls mit dem Raub in Nordrhein-­Westfalen überein, erzielte aber keinen Treffer in den Unterlagen. Später, nach der Festnahme der Beiden bei Regensburg, sei diese Spur dem jüngeren Angeklagten zugeordnet werden. Damit stand fest, so der Polizist, dass beide Angeklagten auch an beiden Taten beteiligt gewesen sein mussten. Aufgrund weiterer Spuren, die die Ermittler an beiden Tatorten gefunden hatten, gehe man jedoch davon aus, dass die dritten Personen jeweils nicht identisch seien.

    Eine Bande hinter den Überfällen

    Trotz der Tatsache, dass die beiden Angeklagten und eine weitere Person beim Ausspähen eines weiteren Ziels Anfang Juni in der Nähe von Regensburg festgenommen wurden, fand dann, zwei Monate später, wieder ein Raubüberfall nach dem selben Muster wie in Mühldorf und Bad Oeynhausen statt. Und zwar auf genau den Juwelier, den die beiden Angeklagten zuvor observiert hatten. 

    Diese Verbindung machte den Ermittler der Kripo Mühldorf hellhörig. Blieb doch die erste Vernehmung der Festgenommenen ohne Erkenntnis. "Sie machten unglaubwürdige Angaben. Anschließend wurden sie dem Haftrichter vorgeführt und in Untersuchungshaft verbracht", so der Polizist weiter.

    Zusammenarbeit mit dem BKA und die Struktur der Bande

    Erst durch den Kontakt zum Bundeskriminalamt seien die Ermittlungen dann einen deutlichen Schritt weitergekommen. Es sei schnell klar geworden, dass das Vorliegen einer Bandenstruktur gegeben sei. Die Steuerung der Organisation erfolge dabei am wahrscheinlichsten von Litauen aus. In Deutschland seien sogenannte "Residenten" in der Nähe der Tatorte organisiert. Die "Soldaten", die "auswechselbaren Männer", die die Überfälle am Ende durchführten, würden dort untergebracht und mit Informationen versorgt. 

    "Wir gehen davon aus, dass die Residenten Ortskenntnis haben", so der Polizist bei deiner Aussage am Mittwoch. So fanden die Überfälle auf Juweliere im gesamten Bundesgebiet trotz zahlreicher Festnahmen kein Ende. So berichtete der Kripobeamte noch von mindestens zwei weiteren Fällen, mit identischen "modus operandi".

    UPDATE, 10.05 Uhr:

    Auch am zweiten von insgesamt fünf angesetzten Verhandlungstagen gegen die beiden wegen besonders schwerem Raub und schwerem Bandendiebstahl angeklagten Männer aus Litauen war die Polizeipräsenz am Landgericht in Traunstein wieder hoch. Mehrere Einsatzfahrzeuge, rund ein Dutzend Beamte in Uniform und sogar ein Diensthundeführer sicherten den Prozess im und ausserhalb des Gebäudes ab.

    Tatort Mühldorf

    Am Mittwoch machte als erster Zeuge ein Kriminaloberkommisar der eigens einberufenen Ermittlungsgruppe aus Mühldorf Angaben zur Sache. Er hatte die Geschädigten direkt nach der Tat vernommen. Trotz eines beträchtlichen Schocks hätten die Augenzeugen detaillierte Angaben zum Ablauf des Raubes machen können. Die Eindrücke vom Tattag Anfang März 2015 behielten die Betroffenen jedoch derart im Gedächtnis, dass sie noch Monate später unter den Spätfolgen des Überfalls litten, so der Kriminalpolizist weiter.

    Ein weiterer Polizist, der Ermittlungsleiter im Fall der Juwelendiebstähle aus Mühldorf, war bereits kurz nach der Tat mit weiteren Beamten vor Ort. Vor Gericht stellte er den Überfall dar, der sich im Wesentlichen am Hergang des Überfalls in Bad Oeynhausen orientierte. Insgesamt drei Täter hätten den Überfall verübt, zwei stürmten das Geschäft, einer hielt sich im Bereich des Eingangs auf. Nach einer Schussabgabe in die Luft, seien die Vitrinen eingeschlagen worden, mehrere Uhren im Eiltempo gerafft worden. Danach, wie auch in Bad Oeynhausen der Einsatz des Pfeffersprays, um das Verlassen des Juweliergeschäfts zu decken.

    Auf der Flucht sei es dann jedoch noch zu mehreren Schüssen gekommen. Ein Zeuge hatte versucht einzuschreiten, konnte durch den Einsatz einer Schreckschusspistole seitens der Räuber jedoch davon abgehalten werden. Mit einem dunklen Audi A4 konnten die Täter schließlich aus Mühldorf fliehen. Im Gepäck 69 Uhren der Marken Rolex, Breitling und weitere im Gesamtwert von rund 335.000 Euro, so der Ermittler.

    Umfangreiche Ermittlungen laufen an

    Unmittebar nach der Tat lief der Ermittlungsapparat der Kripo Mühldorf auf Hochtouren. Die Spurensicherung kümmerte sich zuerst um den Tatort. Es wurden Mobilfunkdaten gesichert, die Fluchtrichtung des Autos wurde festgestellt. Kurze Zeit später konnte das in München entwendete Fahrzeug dann auch sichergestellt werden. "Die Ermittlungen haben umffangreiche Spuren zu Tage geführt. Dabei waren neben Mischspuren auch eindeutige DNA­Spuren im Fahrzeug und Zigarettenkippen am Fundort", so der Beamte, der im Nachgang des Überfalls in Mühldorf die Untersuchungen zwischen den verschiedenen Kriminalkommisariaten koordinierte.

    Vorbericht:

    Mit erhöhter Polizeipräsenz begann am Dienstag der erste Prozesstag gegen zwei der drei Männer, die für den Raubüberfall auf einen Juwelier in Mühldorf im März 2015 verantwortlich sind. Wie viele Mitglieder der europaweit agierenden Diebesbande, zu der auch die beiden Angeklagten gezählt werden, genau angehören, konnte am ersten Prozesstag vor dem Landgericht in Traunstein nicht geklärt werden. Lediglich die Namen von mehreren Tatbeteiligten an unterschiedlichen Tatorten ist der Staatsanwaltschaft bereits bekannt.

    Dennoch war bereits am ersten Verhandlungstag von der sogenannten "Kronzeugen-Regelung" seitens Staatsanwalt Dr. Martin Freudling die Rede, laut dem vorsitzenden Richter Dr. Klaus Weidmann hätten bereits Gespräche zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung stattgefunden.

    Europaweit agierende Diebesbande mit einer Vorliebe für teure Uhren

    Neben dem Juwelier in Mühldorf haben die beiden Männer, zusammen mit einem Komplizen, auch einen Schmuckhändler in Bad Oeynhausen um Beute im Wert von insgesamt rund 600.000 Euro erleichtert. Zusätzlich zu den beiden Angeklagten soll die Diebesbande, die auch in Finnland und Dänemark tätig gewesen sein soll, noch aus mehreren weiteren Mitgliedern bestehen. Die Staatsanwaltschaft geht derzeit von mindestens fünf weiteren Personen aus. Die Bande könnte insgesamt aber viel größer sein.  

    Am ersten Verhandlungstag sagten neben den Polizei-Beamten aus Bad Oeynhausen auch die Inhaber des Schmuckgeschäfts in Nordrhein-Westfalen aus. Sowohl die Ermittler als auch die Augenzeugen beschreiben ein professionelles und effizientes Vorgehen der Täter.

    Die beiden Angeklagten ließen zu Prozessbeginn bereits den Tathergang, wie er in der Anklageschrift zu lesen ist, über Erklärungen durch ihre Pflichtverteidiger zum größten Teil einräumen.

    So sei es die Aufgabe des älteren der beiden Angeklagten gewesen, mit der Schreckschusspistole die Kunden der Geschäfte und die Angestellten in Schach zu halten. Dabei sei es jedoch nie seine Absicht gewesen, Gewalt gegen irgendwelche Personen auszuüben. Während der Vorbereitung des Überfalls auf den Regensburger Juwelier sei man zur Erkenntnis gelangt, vom Vorhaben abzulassen. Zudem wolle sich der 35-Jährige noch bei den Geschädigten aufrichtig entschuldigen.

    Auch der jüngere der beiden Angeklagten ließ über seine Verteidigerin umfangreich Zeugnis ablegen. Seine Aufgabe sei es gewesen, mit der Spaltaxt die Vitrinen in den Geschäften zu zerstören. Danach sollte er den Schmuck einstecken. Weiter sei es seine Aufgabe gewesen, auch die Fluchtautos zu fahren. Dabei will der 21-Jährige stets auf Anweisung der anderen Bandenmitglieder gehandelt haben.

    Prozess-­Fortsetzung am Mittwoch

    Die Verhandlung gegen die beiden aus Litauen stammenden Angeklagten wird am Mittwoch, dem 13. Januar ab 9 Uhr vor der Jugendkammer am Landgericht in Traunstein fortgesetzt. Es sollen dann unter anderem die Mühldorfer Kripo­-Beamten und die Polizisten gehört werden, die die Festnahme der Angeklagten bei Regensburg durchgeführt haben.

    Bewaffneter Raubüberfall auf Juwelier

    Fluchtauto nach Raubüberfall sichergestellt

    Der Tatort: Überfall auf Juweliergeschäft in Mühldorf

    Quelle: chiemgau24.de

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