Schleuserbande wandert ins Gefängnis

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Unmenschliche Bedingungen mussten vier Iraker während ihrer Einschleusung erdulden. Bei einer Kontrolle auf der Autobahn Salzburg – München befreiten Fahnder der Bundespolizei die Männer aus einer engen Sperrholzkiste. Für ihr kriminelles Treiben kassierten die Mitglieder der Schlepperbande am Traunsteiner Landgericht lange Freiheitsstrafen.

Traunstein – Am Donnerstag hat das Landgericht Traunstein drei Mitglieder einer Schlepperorganisation verurteilt. Die Polizei hatte dafür vier Monate lang ermittelt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die im norddeutschen Raum wohnenden Iraker in mehreren Fällen Ausländer zum Teil banden- und gewerbsmäßig nach Deutschland geschleust hatten. Ausgangspunkt des Verfahrens war ein Fahndungserfolg der Bundespolizei auf der A8.

Intensive Ermittlungen führten zu Drahtziehern

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Ende 2011 stoppten Rosenheimer Fahnder auf der Autobahn nahe Bad Aibling einen Kleintransporter. Eine mit Hausrat bedeckte Holzkiste im Laderaum zeigte die Unmenschlichkeit der skrupellosen Schlepper. In dem aus Sperrholzplatten gezimmerten engen Kasten waren vier Männer eingepfercht. Ihren Angaben zufolge mussten die irakischen Staatsangehörigen darin zwei Tage lang ausharren. Den Schleusern hatten sie für diesen illegalen Transport mehrere tausend Euro zu zahlen. In enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Traunstein verfolgten die für Kriminalitätsbekämpfung zuständigen Ermittler der Bundespolizei in München eine Spur zu den Hintermännern dieser Schleusung – mit Erfolg: Im April 2012 gelang es nach vier Monaten intensiver Ermittlungen die Drahtzieher in Norddeutschland festzunehmen.

Gericht verhängt Haftstrafen für Schleuserdienste

Die Münchner Bundespolizisten konnten den Verhafteten unter anderem nachweisen, für die etappenweise Einschleusung einer siebenköpfigen Familie vom Irak über Griechenland bis ins Bundesgebiet verantwortlich gewesen zu sein. Hierzu beschafften sie mithilfe weiterer Komplizen im Irak und in Griechenland gefälschte Pässe sowie Schiffs- und Flugtickets. Für ihre Schleuserdienste kassierte die Bande pro Kopf 7.500 Euro. Geendet hat dieses höchst kriminelle Treiben letztlich im Gefängnis.

Die drei am Traunsteiner Landgericht vorgeführten Angeklagten saßen bereits seit ihrer Verhaftung im April vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Alle drei legten gestern aufgrund der erdrückenden Beweislage Geständnisse ab. Nun müssen sie sich mit den Folgen ihres Treibens abfinden. Der 35-jährige Organisator wurde zu drei Jahren und vier Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Sein enger Vertrauter, 46 Jahre alt, muss für knapp zweieinhalb Jahre hinter Gitter. Dessen 27-jähriger Sohn kam mit einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung angesichts der vorgehaltenen Taten noch relativ glimpflich davon. Das Urteil wurde von dem Trio angenommen und ist bereits rechtskräftig.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: chiemgau24.de

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