Bei Internet, Krankenversicherung und Co.

Das alles ändert sich 2016 für die Verbraucher

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Das neue Jahr ist nicht nur mit Feuerwerk und guten Vorsätzen verbunden. Auch viele Neuerungen stehen den Verbrauchern zum Stichtag 1. Januar ins Haus.

Das rollt auf Autofahrer 2016 zu

Ob bei der Rente, bei der Ausbildungsförderung oder auch beim Telefonieren im Ausland: Im neuen Jahr ändert sich wieder einiges für die Bürger. Wir haben, gemeinsam mit der Verbraucherzentrale, zusammengefasst, welche Neuerungen auf Sie zukommen.

Abschied von Bankleitzahl und Kontonummer

Ab ersten Februar können auch Privatpersonen nur noch via IBAN (International Bank Account Number) überweisen. Ganz verschwinden werden Bankleitzahl und Kontonummer aber trotzdem nicht. Auf Umwegen bleiben sie uns als Teil der 22-stelligen IBAN erhalten.

Jetzt wirds teuer: Mehr Porto für Briefe und Pakete

Ab Januar 2016 kostet der Versand eines Standardbriefs 70 Cent, statt bisher 62 Cent. Anders als bei den Erhöhungen 2014 und 2015 soll dieser Wert nun für drei Jahre Bestand haben. 

Doch nicht nur für Sendungen innerhalb Deutschlands, sondern auch für den internationalen Standardbrief und die Postkarte ins Ausland brauchen Sie künftig Briefmarken mit mehr Wert: Statt bislang 80 Cent werden dafür 90 Cent fällig. Der Großbrief ins Ausland kostet dann 3,70 statt bisher 3,45 Euro.

Günstiger Surfen und Telefonieren im EU-Ausland

Telefonieren im Urlaub soll günstiger werden

Ab 30. April 2016 wird das Telefonieren und Surfen in der EU erneut billiger. Die jetzigen Preis-Obergrenzen werden im nächsten Frühjahr von Höchstaufschlägen auf den jeweiligen Heimtarif abgelöst.

Telefonate aus dem EU-Ausland nach Deutschland dürfen dann nur noch fünf Cent pro Minute zusätzlich zum Inlandspreis kosten, SMS zwei Cent. Für jedes Megabyte Datenvolumen beim Surfen dürfen die Firmen höchstens fünf Cent mehr berechnen (jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer).

Vom 15. Juni 2017 an soll es dann keine zusätzlichen Gebühren mehr fürs Telefonieren, Surfen und SMS-Verschicken im Ausland mehr geben. Dann soll innerhalb der EU derselbe Tarif wie zu Hause gelten.

Netzneutralität wird festgelegt - mit Ausnahmen

Im nächsten Jahr gelten neue EU-Regeln für den Zugang zum offenen Internet. Ab 30. April 2016 müssen grundsätzlich alle Datenpakete im Internet gleich behandelt werden, unabhängig von Sender, Empfänger, Inhalt, Gerät oder Dienst der Anwendung. Dieser Grundsatz wird auch als Netzneutralität bezeichnet.

Es gibt Ausnahmen: Von dieser Leitlinie darf der Netzanbieter in bestimmten Fällen abweichen, etwa um eine drohende Netzüberlastung zu vermeiden. Die Firma ist dann verpflichtet, den Verbraucher darüber zu informieren, wie sich diese Einschränkung in der Praxis auswirken kann.

Außerdem darf der Internetanbieter sogenannte Spezialdienste anbieten. Voraussetzung dafür ist jedoch: Die Optimierung im Sinne einer bestimmten Dienstqualität muss erforderlich sein (etwa Telemedizin). Zugleich dürfen Spezialdienste nicht dazu führen, dass die reguläre Nutzung des Internets eingeschränkt wird. 

Wann eine ausreichende Netzkapazität vorliegt und was genau als Spezialdienst angeboten werden darf, gibt die EU-Regelung jedoch nicht konkret vor.

Nährwertangaben auf Nahrungsmitteln werden Pflicht

Auch wenn heute schon viele Hersteller freiwillig ihre Produkte mit Info-Tabellen versehen werden ab dem 13. Dezember 2016 Nährwertangaben auf Lebensmittelverpackungen Pflicht. Dies gilt auch für Nahrungsmittel die über das Internet vertrieben werden.

Elektroschrott zurück zum Händler

Verbraucher sind verpflichtet, ihre ausrangierten Elektro- und Elektronikgeräte separat vom Hausmüll zu entsorgen. Dies können sie bisher bei den kommunalen Sammelstellen tun. 

Ab 24. Juli 2016 müssen auch große Geschäfte ausgediente Smartphones, Toaster oder Fernseher kostenlos zurücknehmen. Bei der Rückgabe muss der Kunde keinen Kaufbon vorlegen.

Mehr Geld für Kinder

Eine gute Nachricht für Familien: Ab 1. Januar wird das Kindergeld erhöht! Der Satz steigt um zwei Euro pro Kind. Für das erste und zweite Kind gibt es dann jeweils 190 Euro, für's dritte Kind 196 Euro und jedes weitere 221 Euro pro Monat.

Auch der Kinderzuschlag für Geringverdiener steigt um 20 Euro auf 160 Euro pro Kind. Der Kinderzuschlag wird als Ergänzung zum Kindergeld gezahlt, wenn Eltern oder Alleinerziehende aus ihren finanziellen Mitteln zwar ihren eigenen Bedarf, nicht aber den ihrer Kinder decken können.

Frohe Kunde für Schüler, Studenten und Handwerker

Mehr BAföG für Schüler und Studenten: Mit Beginn des Schuljahres 2016 beziehungsweise ab dem Wintersemester 2016/17 werden die BAföG-Bedarfssätze um sieben Prozent angehoben. Studierende mit eigener Wohnung können dann bis zu 735 Euro monatlich erhalten. Wer noch bei den Eltern wohnt, kann maximal 537 Euro an BaföG beziehen. 

Auch die Freibeträge für das Elterneinkommen steigen um sieben Prozent, sodass mehr Studenten und Schüler Anspruch auf diese Leistung haben werden. Zudem dürfen BAföG-Empfänger künftig mehr hinzu verdienen, ohne dass sich dies negativ auswirkt: Ein sogenannter Minijob kann wieder kontinuierlich bis zur vollen Höhe von 450 Euro ohne Anrechnung auf BAföG-Leistungen ausgeübt werden. Daneben wird auch der Freibetrag für jegliches eigenes Vermögen von 5200 Euro auf künftig 7500 Euro angehoben. 

Beihilfe zur Berufsausbildung steigt: Wer während der Ausbildung oder der Berufsvorbereitung Beihilfe erhält, kann sich ab 1. August 2016 ebenso freuen wie Schüler und Studenten. Die Sätze für die Beihilfe zur Berufsausbildung steigen ebenso um sieben Prozent.

Meister-BAföG wird erhöht: Ab 1. August 2016 werden die Zuschüsse für Handwerker während ihrer Fortbildung zum Meister angehoben. Die Höchstbeträge steigen dann für Alleinstehende auf 760 Euro im Monat. Für Verheiratete mit einem Kind klettert der Fördersatz von 1.222 auf 1.238 Euro, bei zwei Kindern von 1.332 auf 1.473 Euro. Für Alleinerziehende wird er von 907 auf 1.003 Euro angehoben, außerdem erhalten diese einen Zuschlag zur Kinderbetreuung von künftig 130 Euro. 

Die Einkommensfreibeträge steigen für die Teilnehmer an den Fortbildungen von 255 auf 290 Euro, für Ehegatten von 535 auf 570 Euro und je Kind von 485 auf 520 Euro. Zusätzlich sind Verbesserungen sowohl bei Zuschüssen als auch beim Darlehnsanteil der Förderung vorgesehen. 

Wer zum Beispiel die Abschlussprüfung eines Meisterkurses besteht, soll künftig 30 Prozent seines Darlehens als "Erfolgsbonus" erlassen bekommen, statt bisher nur 25 Prozent.

Das ändert sich 2016 bei der Rente

Beitragsbemessungsgrenze steigt: Die neue monatliche Bemessungsgrenze in der Rentenversicherung steigt ab Januar 2016 im Westen von 6050 auf 6200 Euro. Bis zu dieser Einkommensgrenze müssen Arbeitnehmer im nächsten Jahr Beiträge zur Rentenversicherung bezahlen. In der knappschaftlichen Rentenversicherung werden die Grenzen für die Beitragsbemessung im nächsten Jahr bei 7.650 Euro/Monat, also 91.800 Euro jährlich liegen.

Signale für eine Rentenerhöhung stehen auf grün: Ab Juli 2016 sollen die über 20 Millionen Rentner in Deutschland nach vorläufigen Angaben des Schätzerkreises Rentenversicherung ein Plus von 4,3 Prozent (West) und von etwas über 5 Prozent (Ost) erhalten. 

Nimmt man eine monatliche Rente von 1200 Euro an, dann steigt sie bei fünf Prozent brutto um 60 Euro, bei vier Prozent um 48 Euro. Bei einer Rente von 1800 Euro liegt der Anstieg bei 90 beziehungsweise 72 Euro.

Diese Zahlen sind allerdings noch mit Vorsicht zu genießen, denn um wie viel Prozent die Rente genau steigt, wird erst im Frühjahr 2016 festgelegt.

Die Flexi-Rente kommt: Damit will der Gesetzgeber einen fließenden Übergang in den Ruhestand ermöglichen. Es soll sich für Arbeitnehmer stärker lohnen, wenn sie über die Altersgrenze von 65 Jahren hinaus erwerbstätig sind. Bislang zahlen Arbeitgeber, die einen Rentner beschäftigen, ihren Anteil in die Rentenkasse, ohne dass sich dies auf Rente des Beschäftigten auswirkt. In Zukunft sollen die gezahlten Beiträge die Rente auch erhöhen.

Teilrente mit 63 wird attraktiver: Bei der sogenannten Teilrente kann der Arbeitnehmer wählen, ob er ein Drittel, die Hälfte oder zwei Drittel der Vollrente bekommen möchte. Wie viel Gehalt/Lohn er zusätzlich zur jeweiligen Rente erhalten darf, hängt von mehreren Faktoren ab und wird individuell berechnet.

Das Problem heute ist, dass jeder Euro, den ein Arbeitnehmer über die für ihn ermittelte Grenze hinaus zusätzlich verdient, seine Rente enorm kürzt. In Zukunft sollen 40 Prozent jedes Verdienstes oberhalb von 450 Euro von der Rente abgezogen werden. Es wird erwartet, dass bis Mitte 2016 ein entsprechendes Gesetz verabschiedet werden kann.

Mehr Steuervorteile durch die Rürup-Rente: Ab 1. Januar 2016 erhöhen sich die Beiträge für eine Rürup-Rente, die in der Steuererklärung als Sonderausgaben vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden können. Statt bislang 80 können künftig bis zu 82 Prozent der Beiträge steuerlich geltend gemacht werden.

Die Steuervorteile durch eine Rürup-Rente sind durch einen Höchstbetrag gedeckelt. Auch dieser steigt 2016. Und zwar von jährlich 22.172 Euro pro Person auf 22.766 Euro.

Wer schon eine Rürup-Rente bezieht, muss diese teilweise wieder versteuern - denn in der Einzahlungsphase wurden damit ja steuerliche Vergünstigungen erzielt. Je nach Renteneintrittsjahr gibt es einen festgelegten Besteuerungssatz, der sich in den späteren Jahren nicht weiter erhöht. Wer 2016 in Rente gehen wird, muss 72 Prozent der Rürup-Rente versteuern. 2015 betrug der Anteil noch 70 Prozent.

Höhere Bemessungsgrenzen bei der Krankenversicherung

Zum 1. Januar 2016 wird - wie jedes Jahr - die so genannte Beitragsbemessungsgrenze angehoben. Die Grenze in der Kranken- und Pflegeversicherung steigt von 4125 Euro auf 4237,50 Euro im Monat. 

Das bedeutet, dass für diese 112,30 Euro mehr an Verdienst nun Beiträge für die Kranken- und Pflegekasse erhoben werden. Erst das gesamte Einkommen oberhalb von 4.237,50 Euro ist beitragsfrei. Der Höchstbetrag des Arbeitnehmeranteils zur gesetzlichen Krankenversicherung steigt dadurch, von bisher 301,13 Euro, auf 309,34 Euro im Monat an. 

Änderungen beim Wohngeld

Haushalte mit geringem Einkommen dürfen sich im neuen Jahr über mehr Wohngeld freuen.Im Zuge der Reform des Wohngeldrechts steigt das Wohngeld zum Beispiel für einen Zwei-Personen-Haushalt von bisher durchschnittlich 112 Euro im Monat auf im Schnitt 186 Euro. Insgesamt sollen etwa 870.000 Haushalte, insbesondere Familien und Rentner, von der Anpassung an die Entwicklung der Einkommen und der Warmmieten profitieren.

Im neuen Jahr wird zugleich auch der Freibetrag für alle Alleinerziehenden angehoben: auf 1320 Euro im Jahr - wenn mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt lebt. Die jetzige Altersgrenze liegt bei zwölf Jahren, und es wird unter anderem vorausgesetzt, dass der/die Alleinerziehende erwerbstätig ist.

Außerdem wird der bisherige Freibetrag für Einkommen von Kindern auf 1200 Euro im Jahr verdoppelt. 2016 sollen erstmals auch Kinder unter 16 Jahren diesen Freibetrag erhalten.

Die Anpassung des Wohngelds erfolgt mit in Kraft treten der Reform automatisch. Voraussichtlich gleich zum Jahresbeginn werden beinahe alle Haushalte, die derzeit Wohngeld erhalten, automatisch höheres Wohngeld überwiesen bekommen. Im Internet rechnet das zuständige Bundesbauministerium vor, wie einzelne Haushalte von der Reform profitieren. Außerdem finden sich dort Antworten auf häufige Fragen zur Reform.

Bei Hartz IV heißt es: mehr Geld im Monat

Ab 1. Januar 2016 steigen die Hartz IV-Regelsätze: Ein Alleinstehender erhält fünf Euro mehr. Für Paare, Erwachsene die im Haushalt anderer leben und Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren steigt der Satz um vier Euro. Bei Kinder unter 14 Jahren erhöht sich die Grundsicherung um drei Euro pro Monat.

Ende der Familienversicherung: Ab 1. Januar 2016 entfällt auch für alle Bezieher von Hartz IV die jetzige Familienversicherung in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Künftig wird Jeder, der Leistungen erhält, eigenständiges Mitglied einer Kranken- und Pflegekasse. Durch den Statuswechsel erhalten Hartz-IV-Bezieher das Recht, eigenständig eine neue gesetzliche Krankenkasse zu wählen.

Die Abkehr von der Familienversicherung soll zu einer Entlastung der Bürokratie bei Jobcentern und Krankenkassen führen und eine vereinfachte und beschleunigte Antragstellung bei Hartz IV-Leistungen ermöglichen.

ln/verbraucherzentrale

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