Facebook-Gerücht macht die Runde

Vergewaltigung in Traunstein? Polizei tritt Gerücht vehement entgegen

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Traunstein - Am 11. Januar soll ein Flüchtling ein junges Mädchen brutal vergewaltigt haben. Dieses hässliche Gerücht machte zuletzt in den sozialen Medien die Runde. Die Polizei tritt dem Gerücht vehement entgegen:

"Am 11. Januar ist in einer Traunsteiner Unterführung ein junges Mädchen vergewaltigt worden!" Dieses furchtbare Gerücht macht derzeit auf Facebook die Runde. Laut dem Eintrag soll der Täter ein Flüchtling gewesen sein, wenn nicht sogar gleich mehrere. In Großbuchstaben hieß es weiter in dem mittlerweile gelöschten Post: "Die Polizei, unser Freund und Helfer, hält schön den Mund und gibt nichts an die Bevölkerung raus!! Da sage ich nur: Schämt's euch!!!"

Der Polizei ist von einem derartigen Vorfall nichts bekannt. Es ist keine entsprechende Anzeige eingegangen, so der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Jürgen Thalmaier gegenüber dem Radiosender Bayernwelle. "Grundsätzlich kann die Polizei nur tätig werden, wenn Fälle bei der Polizei auch angezeigt werden. Anonyme Diskussionen im Internet oder auf Facebook helfen der Polizei in keinster Weise bei den Ermittlungen weiter", sagte Thalmaier.

Andreas Guske, auch Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, bekräftigte diese Aussagen nochmals: "Im neuen Jahr gibt es bisher kein Sexualdelikt in Traunstein. Es ist definitiv kein Sexualdelikt für den 11. Januar angezeigt." 

Der Verfasser des Facebook-Post am Freitag von der Polizei vernommen und soll ausgesagt haben, von wem er das Gerücht erfahren habe - aus diesem Grund ermittle auch die Polizei weiter in diesem Fall. Stelle sich dann aber heraus, dass es am 11. Januar keine Vergewaltigung gegeben habe, würden auch Anzeigen wegen Vortäuschen einer Straftat drohen. 

Guske betont weiter: "Wir haben keinerlei Deckel auf irgendwas. Die Polizei berichtet offensiv über derartige Delikte und nennt bei derart schweren Straftaten, die sehr selten vorkommen, 'Ross und Reiter'."

Dem Aufruf des Verfassers des Facebook-Posts, der dazu aufrief eine "Traunsteiner Bürgerwehr" ins Leben zu rufen, setzte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Freitag diesen Post entgegen:

…mir san ja ned im Dschungelcamp!Immer wieder werden wir mit Falschmeldungen und Gerüchten konfrontiert.Irgendjemand...

Posted by Polizei Oberbayern Süd on Freitag, 15. Januar 2016

Bestätigte Meldungen, dass Asylbewerber Frauen belästigt oder betatscht haben, hat es in den vergangenen Tagen unter anderem auch in Traunreut, Ampfing und Salzburg gegeben.

mw/mh

Quelle: chiemgau24.de

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Martina Hunger

Martina Hunger

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