Verbraucher in der Pflicht

Hitzeschäden: Klima-Appell des Bauernpräsidenten

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Anton Kreitmair, oberbayerischer Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbandes, richtet angesichts der Hitze und Trockenheit einen Klima-Appell an die Verbraucher

Landkreise - Der Regen kam, aber er kam zu spät. Die Hitzeschäden setzen der Landwirtschaft zu. Der Bauernpräsident nimmt dies zum Anlass für einen Klima-Appell:

Der Regen hätte früher einsetzen müssen, viel früher. Natürlich sei man froh, dass es jetzt geregnet und sich die Luft abgekühlt hat, sagt Anton Kreitmair, oberbayerischer Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbandes. "Aber die verursachten Schäden sind natürlich nicht mehr zu reparieren", so Kreitmair. In erster Linie sind Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln von der Trockenheit betroffen, die Bauern müssen mit Ernteeinbußen rechnen. Doch wenigstens hat der Wetterumschwung der letzten Wochen noch größere Schäden verhindert.

Lage in Nordbayern für manche "dramatisch"

In Südostoberbayern etwa ist die Lage nach Einschätzung des Bezirkspräsidenten nicht existenzbedrohend für die Bauern. "Man hat ja letztes Jahr eine gute Ernte gehabt. Es geht noch. Existenzgefährdend wäre übertrieben", so Kreitmair. "Dass natürlich wirtschaftliche Einbußen da sind aufgrund der Trockenheit, darüber brauchen wir gar nicht zu reden." Dass die Region noch glimpflich davongekommen ist, zeigt auch eine im Juli veröffentlichte Erhebung des Bauernverbandes zur Getreideernte. In Oberbayern bewerteten nur 13 Prozent die Witterung seit dem Frühjahr als zu trocken.

Ganz anders stellte sich die Situation in Franken dar. In Unterfranken etwa bewerteten 92 Prozent der befragten Bauern die Witterung als zu trocken. In Mittelfranken (59 Prozent) und Oberfranken (75 Prozent) sah es nicht wesentlich besser aus. Die Probleme der Bauern in Franken kennt auch Kreitmair: "In Nordbayern haben wir eine ganz andere Situation. Da ist es wirklich für manche Betriebe dramatisch."

"Klimaschutz politisch höher stellen"

Der Bezirkspräsident befürchtet eine anhaltende Veränderung des Klimas und glaubt nicht, dass heiße und trockene Sommer die Ausnahme bleiben. "Das wird ein Problem. Wir nehmen das sehr, sehr ernst", sagt Kreitmair. Die Landwirtschaft hat bedingt Möglichkeiten, sich auf ein heißeres und trockeneres Klima einzustellen, etwa indem sie in der Züchtung auf Pflanzen setzt, denen ein solches Klima weniger zusetzt. Außerdem werde über Bewässerungssysteme nachgedacht, so Kreitmair. "Aber wichtig wäre, dass generell der Klimaschutz politisch noch höher gestellt wird."

An die deutschen Verbraucher richtet der Bezirkspräsident einen eindringlichen Appell. Das Verhalten der Verbraucher müsse kritisch hinterfragt werden, so Kreitmair. "Man könnte da mehr tun als Verbraucher - man müsste auch mehr tun." Ein großer Wunsch der Landwirte sei, dass die Menschen regionale und saisonale Produkte kaufen - anstelle von Produkten, "die irgendwo weltweit produziert werden, weil das natürlich auch ein enormer Energieaufwand ist". Für Kreitmair ist dies ein ebenso sinnvolles wie simpel zu befolgendes Konsumverhalten. "Das ist das, was ich nie verstehe beim Verbraucher. Man kann doch im Winter wie im Sommer mit heimischen Produkten leben."

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