Bund Naturschutz warnt vor Mais-Monokulturen

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München - Maisfelder nehmen in Bayern überhand: So lautet das Urteil des Bundes Naturschutz. Warum sich der BN gegen Monokulturen ausspricht:

Maisfelder soweit das Auge reicht: Der Bund Naturschutz in Bayern warnt vor immer mehr Monokulturen für die Biogaserzeugung. Die Landschaft werde monoton, die Artenvielfalt gehe zurück und es drohten Schäden für Gewässer und Böden, kritisierten die Naturschützer am Donnerstag in München. Außerdem gebe es gerade bei nachwachsenden Rohstoffen eine schleichende Verunreinigung der Felder mit gentechnisch veränderten Pflanzen über das Saatgut, sagte BN-Chef Hubert Weiger laut Mitteilung. "Maismonokulturen dürfen nicht länger mit Steuergeldern unterstützt werden", unterstrich Weiger. Stattdessen müsse die Verwertung von Bioreststoffen verbessert werden, die in der Landwirtschaft ohnehin anfallen. Für die Vergütung für nachwachsende Rohstoffe müsse es Auflagen geben - Mais dürfte nicht mehr als ein Drittel der Biomasse ausmachen. Derzeit erfolgte die Biogaserzeugung in Bayern zu mehr als 60 Prozent auf der Basis von Mais. Der Freistaat ist laut BN mit einem Anteil von etwa einem Drittel aller landwirtschaftlichen Biogasanlagen Spitzenreiter in Deutschland. Das Reinheitsgebot für Saatgut müsse bleiben, betonte Weiger. Der BN lehne es strikt ab, Verschmutzungstoleranzen oder Grenzwerte für gentechnische Verunreinigungen in Saatgut einzuführen. Der aktuelle Skandal um das mit dem Genmais NK 603 verunreinigten Saatgut für Biogasmais sei eine Wiederholung - einen ähnlichen Fall habe es schon im vergangenen Jahr gegeben. "Die Vermutung liegt nahe, dass Gentechnikkonzerne absichtlich Vermischungen riskieren, um die Grenzwertdiskussion bei Saatgut zu führen", sagte Weiger. "Doch dies wird die Bevölkerung nicht hinnehmen."

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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