Flüchtlingsbetreuung in Freilassing:

Freiwillige bitten weiter um Spenden

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Safi lernt in der CJD-Einrichtung eifrig Deutsch.

Berchtesgadener Land - Die Flüchtlingsbetreuung liegt immer noch viel in der Hand von Freiwilligen. Jetzt will sich das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands auch in unserer Region engagieren.

Update, 10.15 Uhr:

Die Organisation Freilassing hilft bittet weiterhin laufend um Lebensmittel zur Versorgung der Flüchtlinge. Dringend benötigt werden Bananen, Äpfel und stilles Wasser 0,5 l. Außerdem bittet sie um kleine Schoko-Croissants und Müsliriegel.

Abgabeort ist die Bahnhofstraße 7 in Freilassing (violettes Gebäude gegenüber des Bahnhofs).

Vorbericht:

Eine Chance für Safi

Das Leben von Safi (15) war ein Leben im Krieg - bis der junge Afghane aus seiner Heimat floh. Die Taliban hatten seinen Vater umgebracht und wollten nun ihn selbst zum Kämpfer machen. Seine monatelange Flucht führte ihn durch Pakistan, Iran, Türkei, Bulgarien, Serbien und Österreich nach Deutschland. Hunger, Durst und Angst waren seine ständigen Begleiter. Zusammen mit hunderttausenden anderen hat er sich auf den Weg nach Europa gemacht, was hier Behörden und Helfer vor gewaltige Aufgaben stellt. Nur durch das Engagement von zahllosen Freiwilligen und von Sozialeinrichtungen konnte der Flüchtlingsstrom bisher halbwegs versorgt werden.

Insgesamt 1.525 Flüchtlinge sind am Donnerstag wieder von Österreich ins deutsche Bundesgebiet eingereist. Bereits am Morgen fuhr ein Sonderzug von Salzburg über Freilassing mit 405 Personen nach Berlin. Weitere 670 Personen wurden am Nachmittag von der Notunterbringung in Freilassing mit einem Regionalexpress vom Bahnhof Freilassing Richtung Mannheim weitergeleitet. Geplant war darüber hinaus, dass noch am Abend ein weiterer Sonderzug von Salzburg aus 450 Personen ins Bundesgebiet weiterleitet.

Am Nachmittag befanden sich 460 Menschen in der Freilassinger Notunterbringung in der Sägewerkstraße. Über 1.000 Flüchtlinge befanden sich zu diesem Zeitpunkt in Salzburg am Bahnhof in der dortigen Tiefgarage, in der alten Autobahnmeisterei Liefering und im Zeltlager an der Saalachbrücke auf. Sie alle wurden vor allem durch Freiwillige betreut. 

Doch die Situation wird immer schwieriger und besorgniserregender, besonders mit Blick auf den bevorstehenden Winter. „Die Lage in Bayern ist schlicht und ergreifend dramatisch“, so Reinhard Ruckdeschel. Er leitet die Unterbringung und Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen wie Safi in Einrichtungen des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschlands in Bayern.

Für den Diplom-Psychologen Ruckdeschel ist klar: „Das CJD kann mit seiner Erfahrung in der Jugendarbeit den stark unter Druck stehenden Jugendämtern sehr gut helfen. Die Unterbringungs- und Betreuungsfrage ist für die Ämter mehr als drängend.“ Das CJD betreut aktuell in Bayern an zwei oberpfälzischen Standorten sieben bzw. 35 Jugendliche. Geplant sind weitere Einrichtungen in der Oberpfalz und in Oberbayern, also auch in unserer Region.

„Bisher lief alles sehr positiv“, so Ruckdeschel. „Wir konnten vielen Kindern und Jugendlichen wie Safi helfen.“ Im Januar 2015 ist Safi nach seiner monatelangen Odyssee in einer der oberpfälzischen CJD-Einrichtungen untergekommen. Am Anfang hatte er mit Schlafstörungen, Panik- und Angstattacken zu kämpfen. Eine Psychologin half ihm, damit besser umzugehen. Mittlerweile besucht er die Schule und will bald eine Ausbildung anfangen. „Safi ist ein Beispiel, dass Integration gelingen kann“, betont Reinhard Ruckdeschel, „doch Sozialträger wie das CJD brauchen dafür Unterstützung – von Seiten der Politik und auch von Spendern.“

CJD Bayern/LRA BGL/cz

Quelle: BGland24.de

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