Winterliche Diesel-Flocken

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Diesel-Fahrzeuge, die nicht anspringen, waren in dieser Woche keine Seltenheit.

Landkreis - Bei sibirischen Minustemperaturen hatten Autohändler diese Woche viel zu tun. Zahlreiche Dieselfahrzeuge streikten aufgrund gefrorener Kraftstofffilter.

Die letzten Tage waren geprägt von kalten Temperaturen, die so manchem Autofahrer einen Schrecken versetzten: Das Fahrzeug sprang nicht an – sofern es sich um ein Diesel-Fahrzeug handelte. Die Ursache für den Stillstand lag im Kraftstoff verborgen. „Bei Frost bilden sich Paraffinkristalle im Diesel, die den Kraftstofffilter verstopfen können“, sagt Thomas Buchwinkler vom Autohaus Buchwinkler rückblickend. Im Laufe der Woche hatten sich immer wieder Kunden gemeldet, deren Auto nicht angesprungen war. „Bei so tiefen Temperaturen kann man nichts machen“, so der Fachmann.

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Bei minus 22 Grad wird es kritisch: „Dann flockt der Diesel“, weiß Buchwinkler. Zumindest bei Fahrzeugen, die an Stellen parken, wo sie Wind und Wetter besonders gut ausgesetzt sind. „Das passiert vor allem bei Autos, die an der Ache stehen oder wo es sehr windig ist.“ Hinzu kommt etwaige Feuchtigkeit, die sich abgesetzt hat und im Kraftstoffsystem gefrieren kann. Bei Benzin-Motoren gibt es weniger Probleme.

Wenn das Auto nicht mehr anspringt, gibt es zwei Möglichkeiten: das Fahrzeug abschleppen lassen und „auftauen“ – oder aber den Kraftstofffilter wechseln. In so manchem „Diesel-Fall“ musste der Filter gewechselt werden, da er verstopft war. „Früher war das Problem noch viel dramatischer“, erzählt Buchwinkler.

Die Temperaturen der vergangenen Tage waren Ursache für verstopfte Kraftstofffilter.

Heutzutage gebe es Winter-Diesel, der vor allem im süddeutschen Raum angeboten wird. „Tankstellen bieten unterschiedliche Qualitäten an“, sagt er. In der Vergangenheit sei es noch üblich gewesen, den Diesel mit Benzin zu verdünnen „Heute macht man das aber nicht mehr. Das würde den Motor schädigen“, weiß der Fahrzeug- Händler. Nicht wirklich umgehen könne man das Problem.

Allerdings zeige es sich immer wieder, dass besser gewartete Fahrzeuge weniger Probleme bei tiefen Temperaturen hätten. Aber nicht nur der Diesel hat die Woche über zum einen oder anderen Ausfall geführt, auch Autobatterien gaben ihren Geist auf. Beim Subaru-Händler Autohaus Stockklausner war man mit der Diesel-Problematik, trotz sibirischer Kälte, nicht konfrontiert. „Wir hatten keine Vorfälle“, sagt Andreas Stockklausner. „Wir haben überall Vorwärmungen drin.“ Nicht für die Verbrennung benötigter Kraftstoff wird erwärmt und fließt – „lauwarm“ – wieder in den Tank zurück. „Bei alten Dieselmotoren war das damals nicht so“, sagt er. Zum Ende der Woche hin sind die Temperaturen wieder gestiegen, Probleme gibt es jetzt keine mehr. Freie Fahrt, auch für Diesel-Tanker.

kp

Quelle: BGland24.de

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