Prien - Helmut Felber verwandelte den entscheidenden Elfmeter gegen den TuS Raubling, doch der Held beim Klassenerhalt des 1. FC Traunstein war Alin Miclos.

© Ziegler
Großer Jubel von Traunsteins Spielern nach dem letzten Elfmeter. Im Hintergrund enntäuschte Raublinger und der neue FC-Trainer Franz Gruber.
Hätte der Rumäne in Prien nicht nach 79 Minuten aus dem Nichts abgezogen, die Chiemgauer hätten wohl nie mehr getroffen.
"Das war eine schwere Geburt. Ich habe schon ein Stoßgebet nach dem anderen nach oben geschickt", gestand Trainer Wesley Schenk nach dem 6:4 (1:1) im Elfmeterschießen vor mehr als 1000 Zuschauern. "Ich wusste: Das geht nur über einen Glückstreffer oder eine Einzelaktion.
Denn bis zu Miclos' Ausgleichstreffer dominierte klar der TuS Raubling, dessen Trainer Manfred Thaler schwer mit dem verpassten Aufstieg haderte: "Nach dem 1:1 fehlte uns einfach der Glaube." Am Ende setzte sich die größere Routine durch - nicht die bessere Mannschaft. Im Elfmeterschießen war der eingewechselte Florian Kellerer der tragische Held. Seinen Schuss hielt Andi Abfalter als einzigen, beim Felbers finalem Schuss half Traunstein auch noch der Innenpfosten.
Der 1. FC Traunstein belohnte sich mit dem Klassenerhalt für eine furiose Aufholjagd in der Fußball-Bezirksliga. Zur Erinnerung: Nach der ersten Saisonhälfte hatte der FC ganze sechs Punkte, am Ende waren es 34.
Die Schenk-Elf erlaubte dem TuS Raubling nicht den Tempo-Fußball wie gegen den ESV Freilassing, baute selbst eher gemächlich auf. Die Inntaler verlegten sich auf schnelle Gegenstöße. Da konnte sich Torhüter Abfalter einige Male auszeichnen, auch wenn bei seinen waghalsigen Aktionen im Strafraum manchem der in Überzahl befindlichen Traunsteiner Fans der Atem stockte. Der FC baute darauf, dass Miclos vorn lauerte, doch die Pässe auf den gut abgeschirmten Torjäger kamen meist zu ungenau.
Dafür kam beim TuS Raubling das Angreiferduo Ecker/Rekofsky immer besser zur Geltung. Doch das 1:0 fiel, weil Tobias Ecker einmal keinen Mitspieler fand. Gegen seine Gewohnheit über die rechte Flanke startend, hielt er vergeblich Ausschau nach einem mitgelaufenen Mann, entschloss sich schließlich, selbst Richtung Strafraum loszuziehen und platzierte das Leder ins lange Eck zur verdienten Führung. "Wir haben Ecker nie in den Griff bekommen", räumte Schenk ein. Ein ebenso kurioser wie schöner Treffer - fast in der gleichen Minute wie sein 1:0 acht Tage zuvor gegen Freilassing.
In der Verlängerung hätten Traunstein wie Raubling den Sack zumachen können. Sasjadvolk parierte gegen Miclos, Häckl traf im Nachschuss die Querlatte, auf der anderen Seite boxte Abfalter Eckers Freistoß ebenso über die Latte wie den Kopfball von Blaimberger. Letztlich fiel beides nichts anderes mehr ein als auf das Elfmeterschießen zu warten.
TuS Raubling: Sasjadvolk - Hübner, Blaimberger, Ingo Bauer, Pfaffinger (75. Kufner), Thomas Bauer, Markus Rekofsky, Hernandez, Buchner (79. Kellerer), Ecker, Dominic Rekofsky (97. Retzer).
1.FC Traunstein: Abfalter - Thalhauser, Johannes Bauer, Felber, Gastager, Hörterer, Wittmann, Häckl (105. Schuhböck), Miclos, Hauser (46. Defta), Reiter.
Schiedsrichter: Ferdinand Friedrich (MSV München).
Tore: 1:0 (44.) Ecker, 1:1 (79.) Miclos.
Elfmeterschießen: 1:2 Hörterer, 2:2 Ecker, 2:3 Miclos, 3:3 Blaimberger, 3:4 Defta, Abfalter hält gegen Kellerer, 3:5 Johannes Bauer, 4:5 Hübner, 4:6 Felber.
ah/Oberbayerisches Volksblatt



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