Alzheimerpatienten: Nachkommen besonders gefährdet

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Berlin - Rund 700.000 Menschen in Deutschland leiden an Alzheimer. Dabei gelten ihre Kinder als besonders gefährdet, die Demenz-Krankheit selbst zu bekommen.

Im Gehirn von Betroffenen gehen Nervenzellen kaputt und bestimmte Eiweiße lagern sich ab. Die Folge ist eine abnehmende Gedächtnisleistung. Forscher gehen davon aus, dass die Krankheit größtenteils erblich ist. Bei Blutuntersuchungen fanden niederländische Mediziner neue Hinweise darauf, die sie für bessere Diagnosen nutzen wollen.Am Medical Center in Amsterdam verglichen Eric van Exel und seine Kollegen das Blut von Kindern, deren Eltern an der Alzheimer-Demenz erkrankt waren, mit dem von Kindern aus gesunden Familien. Dabei stellten sie mehrere Unterschiede fest: Die Nachkommen der Alzheimerpatienten trugen weit häufiger ein mutiertes Gen in sich, das als potenzieller Krankheitsauslöser gilt. Zudem litten sie häufiger unter erhöhtem Blutdruck und hatten mehr entzündliche Proteine in ihrem Blut.

An dem Test hatten 206 Kinder von Alzheimerpatienten und 200 Nachkommen gesunder Eltern teilgenommen. Auf Basis früherer Studien identifizierten die Forscher die nachgewiesenen Blutwerte als mögliche Risikofaktoren für neue Alzheimer-Erkrankungen. Weil die Risikofaktoren gehäuft in bereits betroffenen Familien auftreten, empfehlen die Wissenschaftler diese auch als bevorzugte Gruppe für Diagnosen. So ließe sich die Verbreitung der Krankheit über bekannte medikamentöse und nicht medikamentöse Eingriffe möglicherweise eindämmen, erklären die Wissenschaftler im Fachmagazin „Archives of General Psychiatry“.

www.focus.de

Zurück zur Übersicht: Gesundheit

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser