Herzinfarkt: Sterberate gesunken

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Herzinfarkt ist die häufigste Todesursache in den Industrienationen. Schnelles Handeln bei ersten Anzeichen ist unbedingt nötig. Die Überlebenschancen sind jedoch deutlich gestiegen.

Bei einem Infarkt verschließen sich die Herzkranzgefäße, so dass der Sauerstoffaustausch und Stoffwechsel im Körper behindert wird. Die meisten Betroffenen verspüren starke Brustschmerzen, die sich bis in das Kiefergelenkt oder die Bauchnabelregion erstrecken können. Teilweise beschränken sich die Symptome allerdings nur auf Schwächegefühl,Benommenheit und Kaltschweißigkeit. Besonders bei sehr alten Menschen oder Diabetikern bleiben sie oft ganz aus. In Deutschland sterben jedes Jahr rund 170.000 Menschen durch einen Herzinfakt. Dies sind allerdings nur noch etwa fünf Prozent aller Herzinfakt-Patienten. Mitte der 90er-Jahre verstarben ganze 13 Prozent der Erkrankten. Professor Franz-Josef Neumann, Direktor des Herzzentrums Bad Krozingen erklärte auf einem Kardiologen-Kongress in Barcelona, dass dies auf große therapeutische Fortschritte bei der Wiederöffnung von Gefäßen zurückzuführen ist.

Bereits auf dem Weg ins Krankenhaus können Sanitäter Gerinnungshemmer wie das bekannte Aspirin verabreichen, die einem weiteren Gefäßverschluss vorbeugen. Um das Herzkranzgefäß wieder zu öffnen, gibt es inzwischen zwei Möglichkeiten. Bei der Fibrinolyse werden dem Patienten Wirkstoffe gespritzt, die das Gerinnsel auflösen und einem weiteren Gefäßverschluss vorbeugen. Der Vorteil hierbei besteht darin, dass diese Therapie überall und einfach anwendbar ist. Wird sie richtig angewendet, kann die Sterblichkeit um bis zu 18 Prozent sinken. Die zweite, aufwendigere, Methode ist der Einsatz eines Herzkatheters.

Dabei wird ein dünner Draht über die Leistenarterie eingeführt und bis zum Herzen vorgeschoben. Das Herzkranzgefäß wird dann mit einem Ballons erweitert. So können unterversorgte Teile des Herzmuskels gerettet werden. Gegenüber der ersten Methode, der Fibrinolyse sinkt die Sterblichkeitsrate hier um weitere 37 Prozent.

Die meisten Herzinfarkt-Patienten sterben allerdings bereits vor der Einlieferung ins Krankenhaus. Deshalb weisen Mediziner immer wieder daraufhin bei dem kleinsten Verdacht auf einen Infarkt sofort den Notarzt zu rufen.

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