MEDIZIN À LA CARTE

Ein Vitamin gegen Diabetes

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Diabetes, genauer „Typ 2 Diabetes“, gilt als Volkskrankheit. Die gute Nachricht: Mit Bewegung und ausgewogener Ernährung lässt sich gegensteuern. Studien legen nahe, dass Vitamin A dabei eine besondere Rolle zukommt – und dieses steckt auch in Gemüse, zum Beispiel Karotten.

Vitamin A ist eines der fettlöslichen Vitamine und kommt vermehrt in Fischleberölen oder in der Leber von Wirbeltieren vor. Größere Mengen des Provitamins, einer Vorläuferstufe, finden sich in gelbem Gemüse und in Früchten, etwa in Karotten, Aprikosen, Pfirsichen, Mangos und Papayas.

Vitamin A ist für das Sehen essenziell – so ist Nachtblindheit eines der ersten Symptome bei Vitamin A-Mangel. Der Einfluss auf den Stoffwechsel ist seit einiger Zeit Gegenstand wissenschaftlichen Interesses. Der spielt schon ganz früh in unserem Leben eine wichtige Rolle: Auf dem Weg vom Zellhaufen zum Baby ist Vitamin A für die Organentwicklung von der Bauchspeicheldrüse und den Insulin-produzierenden „ß-Zellen“ unabdingbar. Aber auch später scheint Vitamin A Einfluss auf den Stoffwechsel und insbesondere die Regulation des Zuckerstoffwechsels zu haben. Beim „Diabetes mellitus“ kommt es zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel, weil entweder zu wenig Insulin produziert wird – oder aber das Hormon seine Wirkung nicht voll entfalten kann. Das Insulin wird in speziellen Zellen in der Bauchspeicheldrüse gebildet.

Beim „Typ 1 Diabetes“ werden diese insulinproduzierenden Zellen zerstört, aufgrund einer erblichen Veranlagung, möglichen äußeren Faktoren und einer Fehlsteuerung des Immunsystems. Und da scheint das Vitamin A eine wichtige Rolle zu spielen, da es einen Einfluss auf die Regulation des Immunsystems hat: So haben Studien gezeigt, dass Patienten die an einem „Typ 1 Diabetes“ litten, verminderte Vitamin- A-Werte im Blut aufwiesen. In Laborversuchen war es möglich, die Entwicklung von „Diabetes Typ 1“ durch die Gabe einer aktiven Form des Vitamins A hinauszuzögern. Ob jetzt aber ein Vitamin-A-Mangel zur Entstehung von „Typ 1 Diabetes“ führt, muss noch weiter untersucht werden. Beim „Typ 2 Diabetes“, der ja erworben ist, besteht das Problem darin, dass einerseits die Produktion von Insulin mit zunehmendem Alter abnimmt, andererseits aber auch die Körperzellen weniger auf das Hormon ansprechen. Damit es wirklich zum Diabetes kommt, muss beides tatsächlich zusammenkommen. Dabei scheinen genetische Faktoren eine Rolle zu spielen, genauso jedoch zu fettreiche Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht. Doch was hat das jetzt mit dem Vitamin A zu tun? Hier ist die Datenlage sehr unterschiedlich und uneinheitlich. Es ist nicht klar, inwieweit ein Vitamin-A-Mangel an der Entstehung des „Typ 2 Diabetes“ beteiligt ist. Sicher scheint zumindest, dass Vitamin A in jene Prozesse eingreift, die – wenn sie fehlgesteuert sind – auch an der Entwicklung von „Typ 2 Diabetes“ beteiligt sein könnten, da es die Anzahl der Insulinproduzierenden „ß-Zellen“ beeinflusst, und sich auf den Fettstoffwechsel auswirkt.

Insgesamt handelt es sich um ein sehr interessantes Vitamin, welches – wenn davon zu wenig vorliegt – ein unabhängiger Risikofaktor bei Diabetes sein könnte. Und ganz ehrlich: Mit unserem Mandelhuhn an Gewürzmöhren (siehe Rezept unten) die Vitamin-A-Speicher wieder aufzufüllen, ist wahrlich keine Qual, sondern ein echter Genuss!

Diese Lebensmittel enthalten besonders viel Vitamin A

  • Schweineleber: 36 mg (pro 100g)
  • Rinderleber: 18 mg (pro 100g)
  • Hühnerleber: 12,8 mg (pro 100g)
  • Karotten: 1,7 mg (pro 100g)
  • Grünkohl: 1,5 mg (pro 100g)
  • Honigmelone: 0,8 mg (pro 100g)
  • Feldsalat: 0,7 mg (pro 100g)
  • Aprikose: 0,3 mg (pro 100g)
  • Mango, Papaya: 0,2 mg (pro 100g)

Unser Rezept: Mandelhuhn mit Gewürzmöhren

Mandelhuhn mit Gewürzmöhren (für 4 Personen) 

Für das Mandelhuhn:

2 Hähnchenbrustfilets (ca. 350 g)
100 g Mandelblättchen
8 Kardamom-Kapseln
2 TL schwarze Pfefferkörner
1 unbehandelte Zitrone
1 Bund frische Minze
4 EL Rapsöl
Salz

Zubereitung: 

  1. Ofen auf 170° C Umluft vorheizen. Die Geflügelbrüste trocken tupfen und in fingerdicke Streifen schneiden.
  2. Mandelblättchen grob hacken und in eine Schüssel geben. Dann die Pfefferkörner und die Kardamomsamen im Mörser fein zerstoßen und zu den Mandeln geben.
  3. Die Fleischstreifen salzen und gut in der Mandelmischung wälzen. In einer Pfanne von allen Seiten anbraten und in eine feuerfeste Form legen. Im Ofen ca. 10 bis 12 Minuten backen.
  4. Die Zitrone heiß waschen, trocknen, in Spalten schneiden und mit den gezupften Minzblättchen die Hühnerstreifen anrichten.

Zubereitungszeit: ca. 35 Min.

Für die Gewürzmöhren: 

600 g schmale Bundmöhren
4 EL Olivenöl
½ Tasse Wasser
2 Lorbeerblätter
4 Pimentkörner
1 kleine, getrocknete Chilischote
4 grüne Kardamomkapseln
1 kleine Zimtstange
1 EL Blütenhonig
2 EL Himbeeressig
1 Bund frischer Koriander (klein)
Salz

Zubereitung: 

  1. Die Möhren putzen, schälen, längs vierteln und schräg in kurze Stücke schneiden.
  2. Die Möhren in Olivenöl ca. 2 bis 3 Minuten lang dünsten. Gewürze, Salz und ½ Tassen Wasser zugeben und abgedeckt 5 Minuten garen lassen.
  3. Möhren mit dem Sud in eine Schüssel geben. Mit Honig und Essig vermengen. Abgedeckt im Kühlschrank 3 Std. ziehen lassen.
  4. Gewürze kurz vor dem Anrichten entfernen. Die Möhren mit den fein geschnittenen Korianderblättern bestreuen.

Zubereitungszeit: ca. 30 Min. Kühlzeit: ca. 3 Std.

Tipp: Für den gewissen „Crunch“ können Sie die Gewürzmöhren auch mit gerösteten Mandelblättchen bestreuen. Zum „Dippen“ für das Mandelhuhn empfiehlt es sich zudem, etwas Schmand mit Paprikapulver, Zitronensaft und Petersilienstreifen zu mischen.

Serie: Medizin à la carte – Kochen für die Gesundheit

Im wahrsten Sinne des Wortes gesund essen: Weitere Artikel mit gut verdaulichen wissenschaftlichen Fakten, die Sie dazu anregen, vielleicht ein Küchen-Experiment zu wagen, finden Sie hier:

Unsere Speisekarten zum Download: 

  1. Was fürs Herz: Wer sein Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko senken will, setzt auf mediterrane Kost.
  2. Knochen-Arbeit verrichten: Um Osteoporose vorzubeugen, empfiehlt sich kalziumreiche Kost.
  3. Wenn der Darm verstimmt ist: Dann tut man ihm mit unserem Rezept was Gutes, da es die Galle anregt und eine gesunde Darmflora fördert
  4. Den Stoffwechsel anregen: Mit Vitamin A gegen Diabetes.
  5. Dem Gehirn auf die Sprünge helfen: Wer sich gegen Demenz schützen möchte, sollte auch auf Blaubeeren setzen.
  6. Schön immun bleiben: Für die Immunabwehr ist Zink besonders wichtig.
  7. Freudensprünge für die Seele: Selbst bei Depressionen kann sich Schokolade positiv aufs Wohlbefinden auswirken.

Von Prof. Dr. Dr. Berend Feddersen

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