RoMed Klinikum mit Ventil-Implantationen erfolgreich

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Unser Bild zeigt Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Stephan Budweiser, der sich mit einem Patienten darüber freut, dass durch die Ventil-Implantation eine 30%-ige Verbesserung der Lungenfunktion und der Belastungsfähigkeit erreicht werden konnte.

Rosenheim - Hervorragende Erfolge mit Ventil-Implantationen hat das RoMed Klinikum Rosenheim. Die Ventile verbessern Lungenfunktion und Lebensqualität bei schwerem Lungenemphysem.

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) hat sich zu einer der großen Volkskrankheiten entwickelt. Epidemiologischen Studien zufolge sind in Deutschland ca. 13 % aller über 40-jährigen davon betroffen. Im Jahr 2020 wird die COPD weltweit die 3. häufigste Todesursache sein. Diese Erkrankung, oftmals als reine Rauchererkrankung bzw. Raucherhusten verharmlost, entsteht aber nicht nur infolge von Nikotinkonsum, sondern nicht selten auch durch wiederholte Staub- oder Dampfinhalation, z. B. im Rahmen der beruflichen Tätigkeit oder durch gehäufte Atemwegsinfekte. Symptomatisch werden die meisten Patienten anfangs vor allem durch Husten, später tritt eine zunehmende Kurzatmigkeit auf. Der Erkrankung zugrunde liegt eine chronische Entzündung der Atemwege (Bronchitis), die zu einer vermehrten Sekretbildung führt (Auswurf) und schließlich zu einer Einengung (Obstruktion) der Atemwege führt. Im weiteren Verlauf der Erkrankung entsteht oft ein Lungenemphysem, d. h. eine Überblähung der Lungenbläschen mit Zerstörung von Lungengewebe. In fortgeschrittenen Fällen führt diese Lungenüberblähung dann zu einer zunehmenden Atemnotsymptomatik.

Trotz der Beseitigung des Auslösers der Erkrankung und der medikamentösen Behandlung, vor allem in Form von Inhalation sogenannter „atemwegserweiternder“ Medikamente (Sprays), schreitet die Erkrankung oft weiter fort und führt zur zunehmenden Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Bei Patienten mit ausgeprägtem Lungenemphysem kann jetzt mit einem schonenden, in leichter Narkose durchführbaren Verfahren, eine deutliche und nachhaltige Reduktion der Lungenüberblähung erreicht werden (sogenannte „endoskopische Lungenvolumenreduktion“). Die meisten Erfahrungen und überzeugendsten Ergebnisse liegen bisher für die sogenannte Ventilimplantation bei Patienten mit ungleichmäßig (heterogen) verteiltem Emphysem vor. Die Einlage dieser nur wenige Millimeter großen Ventile erfolgt dabei über eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie) in die am schwersten betroffenen Lungenareale. Die Einlage der Ventile führt dann dazu, dass überschüssige Luft aus der überblähten Lunge abströmen kann und sich der größte Atemmuskel, das Zwerchfell, wieder aufrichtet. Da der Nutzen der Methode bereits auch in großen Studien nachgewiesen wurde, kommt dieses Verfahren auch im Lungenzentrum der Medizinischen Klinik III des RoMed Klinikums Rosenheim mit großem Erfolg zum Einsatz. Neben der fachlichen Expertise ist für die Indikationsstellung ein Team von Spezialisten notwendig. Dementsprechend wird diese Methode nur an größeren Kliniken wie dem Lungenzentrum Rosenheim vorgehalten.

„Nicht alle Patienten profitieren von dieser Methode, deshalb ist im Vorfeld eine genaue Diagnostik notwendig“ betont Priv.-Doz. Dr. Budweiser. Die Vorselektion der Patienten erfolgt in der Regel durch die niedergelassenen Lungenfachärzte des Lungenzentrums Rosenheim. Der notwendige Informationsaustausch zwischen der Medizinischen Klinik III und den Lungenfachärzten findet intensiv und regelmäßig statt. Die genaue Analyse des Lungenemphysems erfordert eine Computertomographie-Untersuchung in spezieller Aufnahmetechnik. Dabei arbeiten am RoMed Klinikum Rosenheim die Lungenfachärzte (Pneumologen) der Medizinischen Klinik III eng mit den Radiologen des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie zusammen. Nach Erfüllung aller Voraussetzungen und umfangreichen Lungenfunktionsanalysen erfolgt die Einlage der Ventile in einem nur wenige Minuten dauernden Eingriff. Anschließend kommt der Patient sofort wieder auf Station und wird dort vorsorglich noch zwei bis drei Tage beobachtet. „Für einige Patienten kann die Implantation der Ventile eine erhebliche Verbesserung der Atemnot und der Lebensqualität bedeuten“, so Priv.-Doz. Dr. Budweiser.

Erst kürzlich wurden auf dem Europäischen Kongress für Pneumologie in Wien erste vielversprechende Erfahrungen mit einer weiteren Methode zur endoskopischen Lungenentblähung vorgestellt, bei der statt Ventile Spiralen eingesetzt werden. „Der besondere Vorteil ergibt sich dadurch, dass auch Patienten mit gleichmäßigerem (homogenen) Lungenemphysem profitieren und auch eventuelle Verbindungen von Lungenlappen (sog. kollaterale Ventilation), die dem Effekt der Lungenentblähung entgegenwirken, nicht mehr bedeutsam sind. Dies bedeutet, dass zukünftig mehr Patienten für diese modernen Verfahren in Frage kommen, und eine Verbesserung ihrer Lebensqualität erwarten dürfen.

Pressemitteilung RoMed Klinik Rosenheim

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