Welturaufführung in Rosenheim

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Rosenheim - Die Stadtkapelle Rosenheim präsentiert in ihrem Frühjahrskonzert am 5. Mai um 19.30 Uhr im KuKo ein ganz außergewöhnliches Programm.

Die Stadtkapelle Rosenheim ist ein Blasorchester, welches in allen dieser drei Bereichen aktiv ist. So unterhält sie in Kooperation mit der Musikschule Rosenheim ein Jugendorchester, nimmt am öffentlichen Leben der Stadt Rosenheim aktiv teil und gestaltet nicht zuletzt ihre konzertanten Auftritte im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum, im Rahmen von Kirchen-, Platz-, Kur- und Open Air- Konzerten. In wöchentlichen Tuttiproben, Registerproben und Probenwochenenden studieren die Musikerinnen und Musiker anspruchsvolle Literatur auf höchstem Niveau ein, die Teilnahme an Wettbewerben sowie Koproduktionen mit dem Bayerischen Rundfunk runden die Aktivitäten der Stadtkapelle Rosenheim ab.

Stadtkapelle Rosenheim: "Concertino Nr. 2"

Als eines der wenigen Blasorchester Bayerns leistet sich die Stadtkapelle Rosenheim einen professionellen Blasorchesterdirigenten, der das Ensemble auf anspruchsvollstem Niveau formt und fordert. Einen besonderen Schwerpunkt legt der Leiter der Stadtkapelle, Fabian Schmidt, hierbei auf die originale Bläsermusik. Zum einen, um der kulturellen Verantwortung, die jedem Dirigenten in seiner Tätigkeit als Leiter eines Blasorchesters der spezifischen Literatur gegenüber zu eigen sein sollte, gerecht zu werden, zum anderen, um den Musikerinnen und Musikern der Stadtkapelle Rosenheim außergewöhnliche Konzerterlebnisse, die sich ganz bewusst vom blasmusikalischen Massengeschmack positiv abheben, zu ermöglichen und damit die Stadtkapelle Rosenheim auf außergewöhnlichem kulturellen Niveau zu etablieren.

Stadtkapelle Rosenheim probt für ihr Frühjahrskonzert

Eine Uraufführung schafft zweifelsohne eine besondere Atmosphäre beim Publikum wie auch bei den ausführenden Musikern. Schon die Einstudierung eines neu komponierten Stückes steht unter einem anderen Stern, als die von etablierten und bekannten Werken: Ist es für den Dirigenten ein Leichtes, sich anhand von erhältlichen Aufnahmen oder auch nur anhand von Internet-Videos einen groben Überblick über die Art, die Dauer oder den vorherrschenden Stil eines Werkes zu verschaffen, so muss eine neu komponierte Partitur ungleich sorgfältiger und eingehender (ein-)studiert werden, um einen entsprechenden Eindruck vom aufzuführenden Werk zu erhalten. Daneben steht selbstverständlich der Anspruch, der Intention des Komponisten gerecht zu werden und die musikalischen Ideen gemäß dessen Vorstellungen umzusetzen. Schließlich der ungewisse Moment der Uraufführung: Wird die Aufführung gelingen? Wird das Werk vom Publikum angenommen? Wird der Komponist, der ja oftmals anwesend ist, zufrieden sein?

Fleißig proben die Musikerinnen und Musiker unter ihrem Dirigent für das Frühjahrskonzert

Dieser für Publikum wie auch Musiker gleichermaßen besondere Reiz einer musikalischen Uraufführung wird der Stadtkapelle Rosenheim und ihren Zuhörern in diesem Jahr während des traditionellen Frühjahrskonzerts zuteil werden: Bereits jetzt proben Musikerinnen und Musiker zusammen mit ihrem Dirigenten Fabian Schmidt an dessen „Concertino Nr. 2 für Bassposaune und Bläserensemble“, welches im Rahmen des Frühjahrskonzertes am 05. Mai aus der Taufe gehoben werden wird. Der erste Eindruck ist bei den Musikern durchwegs positiv: Das knapp fünfzehnminütige Werk besticht durch seine traditionelle Form aus drei Sätzen, die alle zwar nicht in moderner, jedoch zeitgemäßer Tonsprache verfasst sind.

Fabian Schmidt weicht bewusst in seinen Kompositionen vom blasmusikalischen Mainstream etwas ab, um einen eigenen musikalischen Stil zu entwickeln, welcher gerne historische polyphone Kompositionsformen wie beispielsweise dem Fugato mit moderneren Elementen, die unter anderem der Minimalmusic entnommen sind, verbindet. Ein gekonnt platziertes musikalisches Zitat aus Paul Hindemiths „Symphonische Metamorphose nach Themen von Weber“ zeigt Schmidts Vorliebe und Ehrfurcht vor der Musik dieses Komponisten, welche zweifelsohne Pate bei der Entstehung seines zweiten Concertinos stand.

Das Concertino Nr. 2 für Bassposaune und Bläserensemble wurde speziell für Daniel Schmidt, den Bruder des Komponisten und Dirigenten sowie die Stadtkapelle Rosenheim komponiert. Umso interessanter und erfreulicher ist es, dass Daniel Schmidt selbst als herausragender Solist für die Uraufführung gewonnen werden konnte und in Rosenheim dieses Werk zusammen mit der Stadtkapelle nicht nur interpretieren, sondern aus der Taufe heben wird. Neben dem außergewöhnlichen, spannenden und für die Rosenheimer Stadtkapelle bis heute einmaligen Programmpunkt der Uraufführung eines ihr gewidmeten Werke wird ein weiterer Höhepunkt des Konzertes die Aufführung eines der wohl bekanntesten Werke weltweit sein: Der „Carmina Burana“, die vor exakt 75 Jahren komponiert wurden. Es erklingt die Fassung für Blasorchester von John Krance, welche in enger Zusammenarbeit mit Carl Orff selbst entstand. Abgerundet wird das Programm mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy, Richard Strauss und Richard Wagner.

„Carmina Burana“

Anlässlich des 75. Jahrestages ihrer Entstehung wird als Hauptwerk im zweiten Teil des Konzerts Carl Orffs „Carmina Burana“ in der Fassung von John Krance zur Aufführung kommen. Da diese 13teilige Fassung in enger Zusammenarbeit zwischen Krance und Orff selbst entstand, ist sie, durch Orff ausdrücklich autorisiert, als gleichwertiges Pendant zur originalen Fassung anzusehen.

Ergänzend stehen werke aus dem deutschen Raum auf dem Programm: Richard Strauss’ Festmusik der Stadt Wien eröffnet den Abend mit festlichen Klängen, ehe Felix Mendelssohn Bartholdys brillante Ouvertüre für Harmoniemusik Op. 24 erklingt. Dieses Werk aus der Feder des erst 15 Jahre alten Mendelssohn gilt bis heute als Meilenstein der frühromantischen Bläsermusik. Richard Wagner schrieb seinen „Huldigungsmarsch“ zu Ehren König Ludwigs II, seinem langjährigen Gönner, Mäzen und Freund als Geschenk zu dessen 19. Geburtstag.

Er erklang unter Anderem 1872 bei der Eröffnung des Festspielhauses in Bayreuth. Den Höhepunkt des ersten Teiles stellt die Uraufführung eines neuen Werkes für Blasorchester dar: Daniel Schmidt, derzeit Posaunist bei der Württembergischen Philharmonie Reutlingen wird das „Concertino Nr. 2 für Bassposaune und Bläserensemble“ aus der Taufe heben. Dieses Werk wurde eigens von Fabian Schmidt für ihn und die Stadtkapelle Rosenheim im Rahmen des Frühjahrskonzerts 2012 komponiert. Karten zu diesem außergewöhnlichen Konzert bei den bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse.

Komponistenportrait Fabian Schmidt

Fabian Schmidt wurde 1979 in München geboren, er studierte Horn an den Musikhochschulen München und Augsburg. Im Anschluss daran war er zunächst im Orchester am Theater Augsburg tätig, ehe er in die Akademie des Sinfonieorchesters des Bayerischen Rundfunks wechselte. Dort wirkte er als Hornist er bei zahlreichen CD-, TV- und Radioproduktionen mit, unter anderem unter der Leitung von Dirigenten wie Riccardo Muti, Mariss Jansons, Mstislav Rostropovich oder Esa-Pekka Salonen.

Dirigent Fabian Schmidt probt bereits jetzt mit seinen Musikern an seinem Werk "Concertino Nr. 2"

In diese Zeit fielen auch diverse Aushilfstätigkeiten, beispielsweise bei den Münchner Philharmonikern unter Christian Thielemann. Neben seiner Tätigkeit als Hornist studierte Fabian Schmidt Dirigieren an der Musikhochschule Basel bei Felix Hauswirth und bildete sich in diversen Meisterkursen, u. A. bei Pierre Kuijpers weiter. Das Komponieren nimmt einen immer bedeutenderen Stellenwert für Fabian Schmidt ein: Über 30 Werke und Bearbeitungen, darunter Kammermusik, sinfonische Werke, Sonaten und Filmmusiken hat er bis heute veröffentlicht. Die Auftragskomposition „Variationen über ein englisches Volkslied“ wurde im Jahr 2009 beim internationalen Kompositionswettbewerb “Ciutat de Betera” (Spanien) mit einem dritten Preis sowie dem begehrten Publikumspreis ausgezeichnet.

Ebenfalls 2009 entstand ein Posaunenkonzert für Thomas Leyendecker, Posaunist bei den Berliner Philharmonikern, welches inzwischen mit Thomas Leyendecker als Solist und dem Symphonischen Blasorchester Mannheim als CD veröffentlicht wurde. Seine Rekonstruktion der Erstfassung von Gustav Holsts „2nd Suite in f for Military Band Op. 28.2“ wurde im Jahr 2011 in Taiwan anlässlich der WASBE - Conference uraufgeführt.

Solistenportrait Daniel Schmidt, Posaune

Daniel Schmidt wurde 1986 in Landsberg am Lech geboren. Schon mit 9 Jahren begann er mit dem Posaunenspiel und wurde mit 18 Jahren Träger des Jugendkulturförderpreises der Stadt Landsberg. Gleichzeitig war er Mitglied mehrerer Jugendsinfonieorchester, wie beispielsweise dem Bayerischen Landesjugendorchester. Ehe er 2007 sein Studium bei Prof. Henning Wiegräbe an der staatl. Musikhochschule Stuttgart begann, war er Jungstudent am Richard-Strauss-Konservatorium in München bei Thomas Horch (Solo-Posaunist des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks).

Daniel Schmidt ist seit 2010 regelmäßige Aushilfe am Palladium-Theater in Stuttgart bei den Musicals "Tanz der Vampire" und "Rebecca".

Meisterkurse bei Joseph Bastian (Bassposaunist im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks), Christhard Gössling (Hochschule „Hanns Eisler“ Berlin), Stefan Schulz, Thomas Leyendecker (beide Berliner Philharmoniker) sowie Mitgliedern der Bayerischen Staatsoper ergänzen seine Studien. Darüber hinaus besuchte Daniel Schmidt Fortbildungen in historischer Aufführungspraxis bei Charloes Toet oder dem Zinkenisten Frithjof Smith und machte sich mit dem Spiel von Barock-Instrumenten vertraut.

Von 2009 bis 2010 war er am Pfalztheater als Tenor- und Bass-Posaunist tätig, seit Herbst 2011 ist er in gleicher Position bei der Württembergischen Philharmonie Reutlingen verpflichtet. Gastengagements führten ihn zur Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, daneben ist er seit 2010 regelmäßige Aushilfe am Palladium-Theater in Stuttgart bei den Musicals „Tanz der Vampire“ und „Rebecca“. Neben seiner Ausbildung als Posaunist widmet sich Daniel Schmidt umfangreichen psychologischen Studien: Er studiert Psychologie (B.Sc.) an der staatl. Fern-Universität Hagen und ist ausgebildeter Coach der international Society of Neuro-Linguistic-Programming.

Pressemitteilung Stadtkapelle Rosenheim

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