Landkreis - Das Berufsintegrationsjahr soll Schülerinnen und Schülern seit 2009 neue Wege in das Berufsleben bereiten. Eine Bilanz zog Landrat Josef Neiderhell am Montag.

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Seit 2009 gibt es an drei Berufsschulen in Rosenheim, Bad Aibling und Wasserburg das Berufsintegrationsjahr. Diese vom Landkreis getragene Fördermaßnahme eröffnet vielen Schülern eine neue Chance.
Sie können ihre Deutschkenntnisse verbessern, die nötige Ausbildungsreife erlangen und in Praktika ihre Chancen auf eine Lehrstelle nutzen. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei nicht nur von der Lehrerschaft der Berufsschulen begleitet, sondern auch von den für den fachpraktischen Teil zuständigen Sozialpädagoginnen vom Verein Pro Arbeit Rosenheim.
Landrat Josef Neiderhell stellte am Montag im St. Georg Hotel in Bad Aibling eine erste Bilanz vor. Im Video erklären der Landrat und der Leiter der Berufsschule Rosenheim Gerhard Heindl die Erfolge des Projekts. Der 18-jährige Huy Nguyen hat an dem Projekt teilgenommen und macht nun eine Ausbildung zum Restaurantfachmann im Hotel St. Georg in Bad Aibling. Im Video schildert er, welche Herausforderung dieser Berufsweg für ihn darstellt.
Auf die Frage, wie er merke, dass die Gäste zufrieden seien, meinte der junge Mann, wenn sie ihm ein Lächeln schenkten. Kein Wunder, dass Gerhard Heindl, er leitet die gewerblichen Berufsschulen in Rosenheim und Wasserburg, in dem Azubi mit asiatischen Wurzeln ein sehr positives Beispiel für das Berufsintegrationsjahr sieht. Auf Einladung von Landrat Neiderhell hatten Schulleiter, Lehrerschaft und die sozialpädagogischen Betreuer vom Verein Pro Arbeit Rosenheim kürzlich im Landratsamt Rosenheim eine erste positive Bilanz dieser Fördermaßnahme gezogen.
Von den 93 im Schuljahr 2009/10 unterrichteten Schülerinnen und Schülern konnten 48 einen Ausbildungsvertrag unterschreiben, ein Arbeitsverhältnis aufnehmen, den Hauptschulabschluss nachholen oder in eine berufliche Fachschule wechseln. Im laufenden Schuljahr nehmen 99 Jugendliche am Berufsintegrationsjahr teil. Die Fördermaßnahme richtet sich vor allem an Jugendliche mit Migrationshintergrund, die ihre Deutschkenntnisse noch verbessern müssen. Auch stellt es eine Möglichkeit dar, die nötige Ausbildungsreife zu erlangen und lockt zudem mit einem hohen praktischen Anteil.
Die wohl größte Schwierigkeit, mit der sich die Lehrkräfte auseinandersetzen müssen, ist die der Motivation. Hier spielen die Praktika eine sehr wichtige Rolle. Je länger und erfolgreicher ein Praktikum verläuft, desto mehr merken die Berufsschüler, dass sie Inhalte aus dem Unterricht tatsächlich brauchen können. Wenn sich zudem Ausbildungsverträge abzeichnen, steigt die Motivation. Um den fachpraktischen Teil des Berufsintegrationsjahres kümmert sich der Verein Pro Arbeit Rosenheim. Die sozialpädagogischen Fachkräfte und die für diese Klassen eingeteilten Lehrerinnen und Lehrer sitzen zum Teil in gemeinsamen Büros, in jedem Fall wird aber mindestens wöchentlich die Situation jedes Schülers besprochen. Diese intensive Begleitung lobte auch Landrat Josef Neiderhell, wenn die Betriebe merken, dass engagierte Leute dahinterstehen, dann sind sie sicher eher bereit, sich auf ein Praktikum oder eine Ausbildungsstelle einzulassen.
Getragen wird das Berufsintegrationsjahr vom Landkreis. Der Freistaat Bayern stellt das Lehrpersonal. Die finanziellen Aufwendungen werden etwa zur Hälfte vom Sozialfonds der Europäischen Union bezuschusst. Die Fördermaßnahme kostet pro Schüler jährlich rund 3.400 Euro. Für Neiderhell gut angelegtes Geld, denn ohne Schulabschluss, Ausbildungsplatz oder Arbeitsplatz droht diesen jungen Menschen das Abrutschen in die Förderung des Sozialgesetzbuches II, besser bekannt als „Hartz IV“. Und das wäre deutlich teurer, so der Landrat.
Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim / red
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