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Vom Wolf in den Tod gejagt?

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Oberaudorf - Ein Tier-Drama hat sich am Tatzelwurm im Sudelfeldgebiet ereignet. Fünf Rinder stürzten dort eine Felswand hinab.

OVB

© hoheneder

Ein freilebender Wolf streift durch die heimische Bergwelt. Möglicherweise hat er am Tatzelwurm eine Kuhherde attackiert.

Die traurige Bilanz: Zwei tote und zwei verletzte Kühe. Das fünfte Tier ist nach Angaben des Landwirts "traumatisiert". Er vermutet, dass ein Wolf die Kühe in Panik versetzt haben könnte.

Steckt tatsächlich der freilebende Wolf dahinter, der seit einem halben Jahr zwischen Kiefersfelden, Bayrischzell und Bad Feilnbach durch den Bergwald streift, dann sind die Befürchtungen der heimischen Almbauern schnell Realität geworden. Der Wolf werde vermehrt Jagd auf Nutztiere machen, wenn die Kühe, Schafe und Geißen mit Beginn der "Freiluftsaison" im Juni wieder auf die Almwiesen getrieben werden, hatten Landwirte und Viehhalter erst Mitte Mai im Gespräch mit unserer Zeitung gewarnt. Damals hatte sich der Wolf auf seinem Beutezug bei Geitau (Gemeinde Bayrischzell) erstmals in bewohntes Gebiet gewagt und in Sichtweite des "Klarer-Hofs" vier Schafe gerissen. Zuvor war dem einsamen Jäger nur Rotwild zum Opfer gefallen.

Zu dem rätselhaften Felssturz, der zwei Kühen das Leben kostete, kam es Mitte dieser Woche im Gemeindebereich von Oberaudorf - etwas unterhalb des Wegs, der von Wall am Auerbach entlang zum Tatzelwurm führt. Eines der Tiere, das sichtlich unter Schock stand, als es sein Besitzer fand, wies deutliche Kratzspuren auf.

Der betroffene Landwirt informierte sofort das Landratsamt über das Unglück. Die Kratzwunden sollen nun von Experten des "Netzwerks Große Beutegreifer" (NGB) untersucht werden. Das NGB wurde nach der Zuwanderung und des Abschusses des jungen Braunbären "Bruno" im Sommer 2006 gegründet. Es ist Teil der Bemühungen um ein effektives Wildtiermanagement für die großen Beutegreifer Bär, Wolf und Luchs, dessen Ziel es ist, ein möglichst konfliktarmes Miteinander von Mensch und Wildtier zu ermöglichen. NGB-Sachverständige begutachten und dokumentieren die Risse durch Wildtiere - auch im Hinblick auf Entschädigungen.

Wie berichtet, ist der Wolf Ende 2009 vermutlich von Italien her über die Alpen nach Oberbayern gewandert. Im Dezember riss er in einem Revier bei Brannenburg ein Stück Rotwild. Danach gingen bis Mai fünf weitere Tierangriffe auf sein Konto.

Von Ludwig Simeth/Oberbayerisches Volksblatt

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