Faschingshochzeit in Vachendorf

 Faschingshochzeit: "Dann nimm i halt den da“

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Vachendorf - Die Faschingshochzeit, die nach 66 Jahren vom Trachtenverein "Edelweiss" wiederbelebt wurde, wurde bei grandiosem Wetter zum Event! Rund 1000 Besucher ließen sich das Schauspiel nicht entgehen.

„Mit so vielen Menschen hatten wir nicht gerechnet, das hat fast den Rahmen gesprengt, besser hätte es nicht laufen können“, freute sich Petra Schmid über die überaus gelungene Faschingshochzeit, die nach 66 Jahren vom Trachtenverein „Edelweiss“ Vachendorf anlässlich dessen 95. Gründungsjubiläums und des 1225-jährigen Bestehens von Vachendorf wiederbelebt worden war. 

Standesgemäß auf dem Misthaufen der Gemeinde vermählt wurden die ehrengeachtete, jungfräuliche und gerne bulldogfahrende Biergenießerin Stefaani Unterhuabria Gemachris zu Hintersüdeinhartingen alias Stefan Gehmacher und der ehrengeachtete, trachtengetreue Rossliebhaber und selbst reitende Isedorius Islandponius Lukasus zu Mitterbernhaupten, ehemals Poststation, alias Isabell Lukas. 

An die 1000 Besucher aus nah und fern wollten sich dieses außergewöhnliche Schauspiel und „Heirats-Spectaculum“ bei strahlendem Sonnenschein nicht entgehen lassen und werden sich noch lange darin erinnern – sofern sie in den folgenden Stunden bei der unterhaltsamen Hochzeitsveranstaltung im Gasthaus „zur Post“ nicht zu sehr dem Bier oder Wein zugesprochen haben. Los ging es schon um 12 Uhr mittags mit dem Bierempfang am Kapellenweg, nahe des Festparkplatzes, wo sich die fast ausnahmslos weiblich gekleideten Herren und die über Nacht wundersam zu Männern verwandelten Damen in gemütlicher und feucht-fröhlicher Runde auf den großen Festtag einstimmten und warmhielten. 

Faschingshochzeit in Vachendorf - 1

Als der Biernachschub nach etwa einer Stunde plötzlich abriss und die Standkonzert-Blechmusi zur Marsch-Blechmusi mutierte, setzt sich der Hochzeitszug in Richtung Maibaum in Bewegung. Die Freiwillige Feuerwehr Vachendorf hatte die Hauptstraße für den Verkehr gesperrt und somit stand dem ausgelassenen Treiben nichts mehr im Wege. Unmengen von Zuschauern säumten die Straße und begleiteten das lustige Hochzeitsgefolge zum Maibaum, wo sich das Vorzeige-Hochzeitspaar auf dem Misthaufen der Gemeinde das Ja-Wort zu geben und die ewige Treue zu schwören hatte. „I werd koan andern mehr finden, jetzt nimm i halt den da“, gab die Hochzeiterin Stefaani Unterhuabria Gemachris schwerverliebt zu Protokoll und ihr künftiger Ehemann konnte seine Gefühle angesichts der Jungfräulichkeit seiner Angebeteten auch kaum im Zaum halten: „Was G´rechteres hätt mir ja gar net passieren können“. „Die Trauer, äh die Trauung“ sei damit vollzogen und die Ehe amtlich anerkannt, ließ der Standesbeamte trocken verlauten und das Vermählungs-Geschehen von seiner schrägen Sekretärin urkomisch wiederholen. Die letzten staatstragenden Worte gingen fast im Jubel unter, weil sich das Brautpaar um den Hals fiel und leidenschaftlich küsste. Kurz darauf stürmte das uneheliche Kind der eigentlich doch noch so jungfräulichen Hochzeiterin den Misthaufen – was für eine Gaudi. 

Faschingshochzeit in Vachendorf - 2

Nach dem obligatorischen Hochzeitsfoto ging es an der Kirche vorbei hinüber ins Gasthaus „zur Post“, wo an die 600 Festgäste bis in die Nacht hinein feierten und es sich gut gehen ließen. Bestens unterhalten wurden sie dabei unter anderem von den Vachendorfer Trachtlern, die ihr großartiges Können unter Beweis stellten. Der Saal, die Gaststube mit Nebenzimmer waren brechend voll und das Weinstübel im Bierzelt neben dem Gasthaus war ebenfalls prall gefüllt. Für die Unterhaltung im Saal sorgten die Blechmusik Holzhausen Vachendorf und im Weinstüberl "de Oa de Anda und Sie". Zur Ehre des Brautpaares aufgetreten sind der GTEV de Hampara mit dem Tanz „Mühlradl „(altgediente Trachtler), die Vachendorfer Aktiven mit dem Zwoasteirer (altgediente Trachtler) und die Vachendorfer Jugend mit dem „Dätscher Tanz“ und „Plattler Häusei“. „Zur Vorbereitung wurden Wochen zuvor mit sechs Hochzeitsladern über 600 Haushalte geladen“, so der 2. Vorstand des Trachtenvereins, Max Meisinger. Veranstalter der Faschingshochzeit war der GTEV „Edelweiss“ Vachendorf und deren Aktive übernahmen die Organisation unterstützt vom echten Hochzeitslader Martin Schmid. Bleibt zu hoffen, dass es nicht wieder 66 Jahre dauert, bis sich in Vachendorf wieder jemand auf den/m Misthaufen traut. 

mmü

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