Video: Wasserburg feiert seine Schäffler

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Wasserburg - Das 100-jährigen Jubiläum des Schäfflervereins wurde am Freitagabend ausgelassen gefeiert. Bürgermeister Michael Kölbl und Toni Meggle hielten Ansprachen. 

"Schee boarisch gmiatle" wünschte sich Helmut Samer die Feier zum100-jährigen Bestehen der Wasserburger Schäffler. Und so bekam er es auch.

Knapp 600 Gäste wollten beim Ehrenabend der Schäffler in der Badria-Halle dabei sein, die sich bei ihrem Jubiläum einerseits nicht zu wichtig machen, gleichzeitig aber auch nicht lumpen lassen wollten. Bei freiem Eintritt konnte jeder mitfeiern und zur Musik der "Grünthaler" tanzen.

Das wurde auch gut genutzt, denn lange Reden gab es nicht. Helmut Samer legte das Maß vor mit einer kurzen Begrüßung, bei der es auch den einen oder anderen heiteren Seitenhieb gab. Weil: "I bin und bleib hoid a Kasperl", so Samer, auch wenn er an diesem Abend das Kostüm gegen den Anzug getauscht hatte.

An seine Aufforderung, keiner dürfe länger reden als er, hielten sich alle, und so ging es bald munter zu an der Bar und in der Halle. Die roten Westen von Schäfflern und Stadtmusikanten zeigten, wie groß die Truppe ist, die seit Anfang Januar jedes Wochenende unterwegs ist, "weil wir einfach die Tradition erhalten wollen, besonders auch für Wasserburg", so Samer. 

Toni Meggle, der Schirmherr der Schäffler, war sich sicher, dass die Wasserburger dies auch zu schätzen wissen. Aus den Ursprüngen des Tanzes als Geister- und Götterbeschwörung habe sich hier eine Tradition entwickelt, die von den Beteiligten Disziplin und Kameradschaft verlange. Mit ihrer Geselligkeit seien sie ein Vorbild und symbolisierten ungebrochen das Ursprungsmotiv aus dem Mittelalter: "Festliche Fröhlichkeit nach überstandener Bedrängnis."

Bürgermeister Michael Kölbl hatte schlicht Bewunderung parat für die Aktiven, besonders nachdem heuer "Aba heit is koit" wirklich zutreffe. Obwohl es sicher absolut schwierig sei, eine Tradition aufrecht zu erhalten, die nur alle sieben Jahre im Tanz konkret werde, seien die Schäffler eine feste Institution in Wasserburg - "auch in sieben Jahren wieder", war er sich sicher.

Jubiläumsfeier der Wasserburger Schäffler

Quasi "aufs Fass" stieg der stellvertretende Landrat und Babenshamer Bürgermeister Josef Huber. Leuten Freude machen, das sei schön, aber auch anstrengend - eine Erfahrung, die die Schäffler alle sieben Jahre, die Politiker das ganze Jahr machen würden. Für Wasserburg hatte er den Rat parat, vielleicht wie München ein Glockenspiel am Rathaus einzubauen, statt "irgendwelcher Glastüren".

Die Haager Schäffler hatten als Patenverein der Wasserburger einen geschnitzten Schäffler dabei und den kleinen Hinweis, dass sie den Schnaps schon ganz gerne hätten, nachdem von den Wasserburgern zu lesen war, die seien da zurückhaltend.

Und schließlich überraschte die Wasserburger Truppe noch mit einem lustvoll geschmetterten Schäfflermarsch, den die wenigsten kannten: "Das ist der Tanz, dem wir die Treue halten", hieß es da im Refrain - was wenige Stunden nach dem Ende der Feier schon wieder Wirklichkeit wurde bei den Sonntagsauftritten.

koe/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © aj

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