„Das wird der Sprung meines Lebens“

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Christian „Elvis“ Guth bei der „Arschbomben“-WM 2009.

Würzburg - Bei der Splashdiving World Championship 2010, die vom 17. bis 18. Juli im Dallenberg Bad stattfindet, will Weltrekordler Christian „Elvis“ Guth einen Sprung aus 40 Metern wagen.

Die ersten Meter sind die schwierigsten. Jetzt kommt es auf die Bruchteile einer Sekunde an. Wann ist die erste Drehung am günstigsten? Später schaut sich Christian „Elvis“ Guth seinen Sprung noch einmal auf einer Video-Aufzeichnung in Slow-Motion an. Er sitzt in einer Kabine des Freibades Bayreuth. Hier hat er angefangen mit dem, was man früher einfach „Arschbombe“ nannte. Er will das Unmögliche schaffen.

Noch nie zuvor hat ein Mensch aus einer Höhe von 40m einen solchen Sprung gewagt. Hier übt er täglich immer wieder die einzelnen Etappen des Sprungs.

Die kuriosesten Gesetze aus aller Welt

Guth will seinen Vorjahresrekord von 35 m um 5 m überbieten. Er wird von einem Spezialgerüst aus, das an einem Kranwagen hängt, springen. Seit rund einem Jahr bereitet er sich nun schon darauf vor. Auch bei ihm, der sonst so gelassen ist, steigt langsam die Spannung. Guth gilt bereits seit Jahren als Aushängeschild eines Sports, der immer mehr für Aufsehen sorgt. Waren es anfangs nur ein paar begeisterte Verrückte, ist der Sport heute international und Teil einer eigenen Szene und Kultur. Die Athleten sind zwischen 12 und 28 Jahre alt und kommen aus allen Erdteilen. In Würzburg werden rund 200 Teilnehmer erwartet – sogar aus Australien und den Philippinen.

Video: 35 meter Arschbombe / Splashdiving WM 2009

Doch Guths Versuch des Weltrekordssprung ist nur der Höhepunkt des Events, zu dem sich Sportjournalisten und TV- und Radio-Teams aus fünfzehn Ländern bis jetzt angesagt haben. Bei den Sprüngen vom 5- und 10-Meter-Turm gibt es Einzelwettkämpfe und Synchronspringen. Von Punktrichtern werden die Kreativität und die Kunst des Sprungs und natürlich die Wasserverdrängung und die Fontäne bewertet. Immerhin hat Guth bei diesen Disziplinen einen großen Rivalen, der gleichzeitig ein guter Freund ist: Felix Hirt, gerade mal siebzehn, und ein weiterer Star der Splashdiver-Szene, ist mit seiner Sprungtechnik der große Konkurrent für Guth bei den Wettbewerben auf dem 5- und 10-Meter-Brett.

Allerdings ist nicht nur die Technik beim Sprung selbst, sondern vor allem auch beim Auftreffen auf der Wasseroberfläche wichtig. Der Einschlagwinkel macht es nicht alleine. „Reine Körperbeherrschung ist dabei alles“, erklärt Guth, „den Hintern aus Stahl gibt es nun mal nicht. Doping und schmerzlindernde Mittel sind nicht erlaubt und auch sonst verpönt. Die Kontrollen sind hier so streng wie bei den Olympischen Spielen. Kurz vor dem Aufprall muss ich den Körper komplett anspannen. Als Turner bin ich das von klein auf gewöhnt. No pain, no fame.“

Internationaler Wettbewerb am 5 Meter Turm und 10 Meter Turm

17.7. – 18.7.2010 Beginn: 17.07.2010, 10 Uhr Ende: 18.07.2010, 16 Uhr

Pressemitteilung Kultos AG

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