Türkischer Tramper war gar kein Bulgare

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Piding - Endstation war für zwei vermeintliche "Tramper" kurz hinter der deutschen Grenze. Die "Ausrede" des Fahrers fanden Polizei und Staatsanwalt zugleich wenig glaubhaft:

Zwei türkische Männer sollen von einem Landsmann ins Bundesgebiet geschleust werden. Bei der Kontrolle fliegen sie allerdings schnell auf - einer konnte sich gar nicht ausweisen, der andere hatte lediglich einen gefälschten, bulgarischen Ausweis.

Er handelte nur aus Mitleid - zumindest gab das ein in Österreich lebender Türke bei seiner Vernehmung an, nachdem er wegen Einschleusens von Ausländern durch Beamte der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein festgenommen worden war. Am Freitag Nachmittag kontrollierte eine Streifenbesatzung der Pidinger Schleierfahnder einen mit drei Personen besetzten Wagen aus Österreich. Bei der Kontrolle konnte sich allerdings nur der Fahrer, ein in Wien wohnhafter 36-jähriger Türke, ordnungsgemäß ausweisen.

Sein 23-jähriger Beifahrer hatte gar keine Dokumente und der Dritte im Bunde gab sich als 36-jähriger Bulgaren aus, indem er den Beamten „seinen“ bulgarischen Personalausweis aushändigte. Das Problem an der Sache war nur, dass diese die ID-Card sofort als Fälschung erkannten und damit auch er sich als illegaler Migrant entpuppte.

Der Fahrer beteuerte, dass er nicht gewusst habe, dass seine beiden „Reisegefährten“ keine Dokumente besäßen. Angeblich habe er sie in der Nähe von Salzburg erst kennengelernt, als diese dort eine Mitfahrgelegenheit nach München gesucht hatten. An der Tankstelle wurde er von einem der beiden Männer auf türkisch angesprochen, ob er sie denn nicht nach München mitnehmen könne. Da er sowieso über München nach Vorarlberg fahren wollte und es für ihn also keinen Umweg bedeuten würde, nahm er die beiden aus reiner Nächstenliebe mit.

Ungünstig für ihn war dann leider nur, dass die beiden Mitfahrer in ihrer Vernehmung eine ganz andere Version zum Besten gaben, welche auch der Staatsanwalt deutlich glaubhafter fand. Aufgrund einer geflossenen Geldsumme in Höhe von mehreren 1000 Euro und dem Falschdokument, welches in den Schleusungskosten enthalten war, ging der türkische Wiener bis auf Weiteres in Haft.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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