Von deutscher Straße in den italienischen Knast

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Piding - Es war eigentlich nur eine harmlose Kontrolle. Doch für einen vermeintlichen Slowenen endete das Ganze mit zahlreichen Anzeigen und der Auslieferung nach Italien.

Am frühen Nachmittag des 4. November unterzog eine Streifenbesatzung der Pidinger Schleierfahnder einen polnischen Wagen einer Kontrolle. Das Fahrzeug war mit zwei männlichen Personen besetzt, welche nach Aufforderung auch anstandslos den Beamten die verlangen „Papiere“ aushändigten. Der Beifahrer, ein 53-jähriger Mazedonier, gab an, dass sie sich auf dem Weg nach München befinden würden, um dort zu arbeiten.

Der angeblich 69-jährige Fahrer händigte den Beamten einen slowenischen Personalausweis und einen slowenischen Führerschein aus. Bei der anschließenden Überprüfung der Dokumente stellte sich jedoch heraus, dass der Personalausweis im Fahndungsbestand der sogenannten „Schengener-Staaten“ zur Sicherstellung ausgeschrieben war. Auch fiel den Beamten das auf dem Ausweis aufgebrachte Lichtbild ins Auge, dabei handelte es sich nämlich nicht um das Original. Offensichtlich wurde das Bild des echten Ausweisinhabers entfernt und danach das Foto des jetzigen „Inhabers“ aufgedruckt. Auch der ausgehändigte Führerschein zeigte Unregelmäßigkeiten und konnte als Totalfälschung eingestuft werden.

Der Fahrzeugführer wurde festgenommen und zur Dienststelle verbracht, wo er auf Nachfragen dann auch seine Echtpersonalien angab und diese mit seinen Personaldokumenten auch belegen konnte. Er entpuppte sich als 60-jähriger Italiener. Auch klärte sich schnell der „Sinn und Zweck“ der Falschidentität: Zwar brauchte er als EU-Bürger keine Falschdokumente für einen angeblich legalen Aufenthalt, doch die Überprüfung seiner Echtpersonalien ergab, dass er wegen diverser Wirtschaftsdelikte in Italien zum Zwecke der Auslieferung gesucht wurde und deshalb im Fahndungsbestand ausgeschrieben war.

Und der von ihm ausgehändigte italienische Führerschein war dann auch noch abgelaufen, so dass er gar nicht berechtigt gewesen wäre, ein fahrerlaubnispflichtiges Kraftfahrzeug zu führen. Alles in Allem ein ziemlicher Rundumschlag, welcher ihm - neben mehreren Strafanzeigen in Deutschland - auch noch die Auslieferung nach Italien eingebrockt hat.

Pressemeldung PIF Fahndung

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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