Hund im Auto zurückgelassen

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Pfaffing - Nur mit Mühe kam ein Hundebesitzer vor Gericht zur Einsicht, etwas falsch gemacht zu haben: Während Herrchen golfte, hockte der Vierbeiner im immer wärmer werdenden Auto.

Es war ein goldener Oktobertag, der 2. Oktober 2011. Deshalb beschloss der IT-Händler, einen Golftag einzulegen. In Pfaffing stellte er am späten Vormittag seinen Wagen, einen Kombi, auf dem Parkplatz ab, packte seine Golftasche, und los ging's. Soweit so gut, aber nicht ganz gut. Auf der Ladefläche seines Kombi hatte er nämlich in einer Hundebox seinen Hund, einen Jack Russel Terrier, zurück gelassen.

Wenn auch im Oktober die Luft sich nicht mehr so erwärmt wie im Sommer, so hatte der Hundebesitzer doch nicht bedacht, dass sich ein Wagen in der Sonne auch zu dieser Jahreszeit enorm aufheizt. Passanten und Golfer hatten den jaulenden und klagenden Hund bemerkt und nach einer Polizeistreife gerufen. Weil das vordere Seitenfenster einen Spalt offengeblieben war, gelang es der Polizistin, die Seitentüre zu öffnen und das Tier samt Box ins Freie und dort in den Schatten zu schaffen.

Schwierige Suche nach dem Herrchen

Während das Tier mit Wasser versorgt wurde, bemühte man sich, den Halter des Wagens ausfindig zu machen. Das gestaltete sich schwierig. Das Fahrzeug war ein Firmenwagen, der keinen Rückschluss auf den Fahrer zuließ. Schlussendlich hatte man den Hundebesitzer golfspielend aufgespürt und zum Wagen gebeten. Dort war er höchst aufgebracht und verbat sich jegliches Eingreifen von Dritten. Als er jedoch den Hund samt Hundebox einfach wieder im Wagen verstauen wollte, griffen die Beamten ein. Die Polizistin berichtete: "Wir stellten ihn vor die Wahl, mit dem Hund auf den Golfplatz zu gehen oder wir würden das Tier von Amts wegen sicherstellen. Daraufhin hat er den Hund laut schimpfend schließlich mitgenommen."

Der Tierhalter wandte ein, er habe nach einer Stunde nach seinem Vierbeiner gesehen aber keinerlei Probleme festgestellt. Habe ihm Wasser und Futter gegeben, sodass das Tier keinerlei Belastung ausgesetzt gewesen sei. Dagegen erklärte die Zeugin, es sei ihr beim Öffnen der Wagentüre ein heißer Luftschwall entgegengekommen: "Auf gar keinen Fall hätte ich zugelassen, dass der Hund wieder im Wagen eingeschlossen bleibt. Ich habe selber einen Hund. Das war unzumutbar für das Tier."

Richterin warnte vor Zusatzkosten

Der 45-jährige Berliner wollte die Anschuldigung keinesfalls auf sich sitzen lassen. Er präsentierte die Hundebox und beschrieb, wie er alles Notwendige für seinen Hund getan hätte. Daraufhin erklärte die Richterin Jacqueline Aßbichler sehr bestimmt: "Wir können das selbstverständlich durchziehen, wenn sie darauf bestehen. Wir werden dann alle Zeugen hören, ein Gutachten über die Wagen-Innentemperatur erstellen lassen, das ist alles kein Problem. Es sollte Ihnen jedoch klar sein, dass das mit ganz erheblichen Kosten verbunden ist. Sollte es dann zu einer Verurteilung kommen, haben Sie eine andere Situation als mit der Geldbuße von 250 Euro, um die es hier geht."

Verteidiger wollte Sache durchfechten

Sein Verteidiger, der Berliner Rechtsanwalt Roland Schreieck, riet dem Hundebesitzer, das Verfahren durchzufechten, weil "Recht Recht bleiben" müsse. Herrchen selber kam allmählich, angesichts des geschilderten Verfahrens-Risikos, zur Vernunft. Der 45-Jährige erklärte schließlich, er nehme den Einspruch gegen den Bußgeldbescheid in der Sache zurück. Nur die Höhe des Bußgeldes fände er unangemessen. Nach eigener Angabe war der Golfspieler nach einer geschäftlichen Insolvenz arm wie eine Kirchenmaus. So reduzierte Richterin Aßbichler die Buße auf 150 Euro, was der Hundehalter schließlich akzeptierte.

au/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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