Rosenheimer Tierheim überfüllt

Besitzer überfordert: 120 Meerschweinchen in Rott eingefangen

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Rosenheim - Am Sonntag bekam das Tierheim eine Mitteilung über verwahrloste und alleingelassene Meerschweinchen. Mitarbeiter machte sich auf den Weg, um sie einzufangen und nahmen circa 120 Tier im bereits überfüllten Heim auf.

Große Meerschweinchenfangaktion

Es erinnert an einen Fall aus dem vergangenen Jahr. Damals mussten die Rosenheimer Tierschützer knapp 300 Ratten in einer Wohnung in Bad Aibling einfangen.

Am Sonntag Nachmittag wurde das Tierheim Rosenheim benachrichtigt, dass ein Herr aus Rott am Inn nach einem Schlaganfall ins Krankenhaus gebracht worden war und sich auf absehbare Zeit nicht mehr um seine Tiere kümmern können würde. Bei den Tieren handelte es sich nach Angaben einer Nachbarin um geschätzt etwa 80 Meerschweinchen und einige Kaninchen, die frei auf dem Grundstück herumliefen. Einige der Tiere seien bereits eingefangen worden.

Daraufhin machten sich sechs Mitarbeiter des Rosenheimer Tierheims mit einer beachtlichen Anzahl Transportboxen auf dem Weg nach Rott, um die restlichen Meerschweinchen einzufangen und alle ins Tierheim zu bringen. Schnell stellte sich heraus, dass es sich um ein großes vollgestelltes Grundstück mit Unmengen von Versteckmöglichkeiten für Meerschweinchen handelte. Nicht bestätigt hat sich jedoch die Vermutung der Tierschützer, dass ein Zusammenhang zwischen dieser großen Anzahl Meerschweinchen und den immer wieder an Bushaltestellen ausgesetzten Meerschweinchen bestehen könnte.

Bilder: 120 Meerschweinchen im Rosenheimer Tierheim

Sicher ist, dass der Besitzer der Tiere wohl schon seit einiger Zeit völlig überfordert war und sich nicht mehr um seine Tiere und deren Unterbringung kümmern konnte Die bereits eingefangenen Tiere wurden in die mitgebrachten Transportboxen umgeladen, dabei stellte sich schon heraus, dass eine beachtliche Anzahl Tiere krank ist, Ekzeme oder Verletzungen hat und dass auch jede Menge trächtige Tiere dabei sind. Das Einfangen der restlichen Meerschweinchen gestaltete sich angesichts des verwinkelten und vollgestellten Grundstücks extrem schwierig, vor allem da trotz der herrschenden enormen Hitze die Tierschützer in der prallen Sonne arbeiten mussten, während die Meerschweinchen es vorzogen, in ihren kühlen schattigen Verstecken sitzen zu bleiben. Trotzdem gelang es den Tierschützern, eine beachtliche Menge Meerschweinchen einzufangen.

Bereits überfülltes Tierheim

Insgesamt waren es am Sonntag etwa 120 Meerschweinchen, die eingefangen und abtransportiert werden konnten, eine erkleckliche Anzahl dürfte aber immer noch auf dem Grundstück frei umherlaufen. Natürlich werden die restlichen Tiere auch noch eingefangen, da sonst die ganze Aktion umsonst gewesen wäre.

Da das Tierheim mit den vielen ausgesetzten Meerschweinchen der letzten Wochen eigentlich bereits vollbesetzt war, war es natürlich beim besten Willen nicht mehr möglich, alle Tiere aufzunehmen. Netterweise haben die Heuwusler München sich sofort bereit erklärt, zu Hilfe zu kommen und haben zur großen Erleichterung der Rosenheimer Mitarbeiter noch vor Ort an die 50 Meerschweinchen abgeholt und zu sich genommen!

Ins Rosenheimer Tierheim wurden trotzdem noch ungefähr 70 Meerschweinchen gebracht. Eine erste Untersuchung ergab, dass mindestens neun der Weibchen trächtig sind, die Anzahl der Tiere wird also noch ansteigen. Zum Glück hat der Landesverband Bayern des Deutschen Tierschutzbunds, dem der Tierschutzverein Rosenheim e.V. angeschlossen ist, bereits seine Hilfe angeboten und wird in den nächsten Tagen eine ganze Anzahl Tiere abholen.

So einige Pfleger des Tierheims machten dann abends noch Überstunden, haben alle Tiere nach Geschlechtern getrennt, um weitere Schwangerschaften zu verhindern, und jede Menge Käfige mit Versteckhäuschen, Heukisten und frisch geschnippeltem Gemüse ausgestattet. Die teilweise auch recht verschmutzten Tiere, die endlich wieder ein ordentliches, gepflegtes und sauberes Zuhause hatten, fühlten sich ganz offensichtlich wohl und zeigten das zur Freude der Pfleger, indem sie mit Appetit das Gemüse vertilgten und sich mit Hingabe putzten.

Unkontrollierte Vermehrungen - ein riesiger Kraftakt

Tendenz ist leider, dass solche extremen Fälle von Animal Hoarding oder unkontrollierte Vermehrung von Tieren sich immer mehr häufen. Ohne das schnelle und kompetente Eingreifen wie hier durch den Tierschutzverein Rosenheim e.V., könnte das die Kommunen und Behörden vor große Probleme stellen. Trotzdem ist es auch für das Tierheim ein riesiger Kraftakt.

Übrigens sind Spenden für diesen Notfall gerne willkommen. Die Kontodaten findet man auf der Homepage unter www.tierschutzverein-rosenheim.de.

Pressemitteilung Tierschutzverein Rosenheim e.V.

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