Regensburg - Nach dem Hygiene-Skandal bei Müller-Brot hat nun eine zweite bayerische Großbäckerei ihre Produktion eingestellt. Die Kontrolleure fanden Insekten, tote Mäuse und Schimmel in dem Betrieb.
Nach Müller-Brot muss eine weitere Großbäckerei in Bayern ihre Produktion wegen hygienischer Mängel einstellen. Betroffen ist die Bäckerei Biendl und Weber in Donaustauf (Landkreis Regensburg), teilte das zuständige Landratsamt am Donnerstag mit. Mit 18 Filialen und 65 Mitarbeitern ist die Oberpfälzer Bäckerei aber wesentlich kleiner als Müller-Brot im Landkreis Freising mit mehr als 1100 Angestellten.
Nach einer Kontrolle des Betriebs am Dienstag habe das Landratsamt einen sofortigen Produktionsstopp angeordnet, sagte Landrat Herbert Mirbeth (CSU) . Die Kontrolleure hätten etwa Insekten und zwei tote Mäuse gefunden, erläuterte der Leiter der Lebensmittelüberwachung, Pio Baur. Außerdem hätten sie schwarzen Schimmel und Verkrustungen an Maschinen entdeckt. Bäckereiinhaber Ulrich Weber sagte, er habe den Betrieb seither grundsaniert.
Wegen schlecht schließender Fenster und mangelnder Belüftung habe sich der Schimmel schnell ausbreiten können, sagt Baur. Eine Gesundheitsgefahr für die Verbraucher bestand dem Landratsamt zufolge nicht - deshalb habe es auch keine Rückholaktion gegeben. Insekten und Schimmel seien nicht mit Lebensmitteln in Berührung gekommen.
„Theoretisch könnte heute Nacht die Produktion wieder anlaufen“, sagte Landrat Mirbeth. Am Donnerstag wollten sich Kontrolleure weiter im Betrieb ein Bild von der Lage machen und sicherstellen, dass die Mängel beseitigt sind. „Die staatliche Lebensmittelkontrolle kann nur bedingt sicherstellen, dass so etwas nicht passiert“, sagte der Landrat. Es könne nur stichprobenartige Kontrollen geben. Wichtig sei es, die Produktion bei Hygienemängeln frühzeitig zu stoppen. Der Verbraucherschutz stehe im Vordergrund.
Ende Januar war die Produktion bei Müller-Brot in Neufahrn im Landkreis Freising gestoppt worden. Lebensmittelkontrolleure hatten wiederholt Mäusekot, Maden und Speisereste in dem Betrieb gefunden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit dem vergangenen Jahr. An diesem Freitag steht die nächste Kontrolle in dem Betrieb an. Danach wird entschieden, ob Müller-Brot die Backöfen wieder anwerfen darf.
dpa
Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)



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