Frankfurt - Die seit einer Woche anhaltende Kältewelle hat Deutschland für diesen Winter neue Rekordtemperaturen beschert. Die Inseln Juist und Wangerooge waren zeitweise vom Festland abgeschnitten.

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Am kältesten war es im Osten des Landes. Im sächsischen Deutschneudorf seien in der Nacht zu Freitag minus 26,4 Grad gemessen worden, sagte die Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Freitag auf dapd-Anfrage in Offenbach. Auch im Norden des Landes haben die Menschen mit den Folgen die frostigen Temperaturen zu kämpfen. Eisbrecher versuchen die Küsten und Häfen von der immer dichter werdenden Eisdecke frei zu halten.
In Deutschlands größtem Seehafen Hamburg nahmen erstmals in diesem Winter Eisbrecher ihre Arbeit aus. Seit Donnerstagabend seien vorerst fünf Schiffe der Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA) im 24-Stunden-Dauereinsatz auf der Norder- und Süderelbe unterwegs, sagte eine Sprecherin der Hafenbehörde. Bislang sei die Lage jedoch ruhig. Trotz Eisschollen laufe der Schiffsverkehr ohne Beeinträchtigungen.
Dem Flugverkehr bereitete die Kälte hingegen keine größeren Probleme. “Generell sieht es gut aus in diesem Winter“, sagte Conrad Thätner, zuständig für Technik und Umwelt beim Flughafenverband ADV, in Berlin. Bei der trockenen Kälte sei auf den 22 internationalen und 17 regionalen Flughäfen ein Enteisen von Bodenflächen und Flugzeugen kaum nötig.
Auch die Stromversorgung ist trotz der Rekordkälte in Deutschland gesichert. Die Situation im deutschen Stromnetz sei stabil, berichteten die großen Netzbetreiber bei einer dapd-Umfrage.
Allen Warnungen zum Trotz betreten immer wieder Personen die zugefrorene Eisflächen in Deutschland. Erst am Donnerstag brach ein Mann beim Schlittschuhfahren auf dem Zeuthener See in Brandenburg ein. Auch nahe Lübeck brach ein Mann in das Eis eines zugefrorenen Flusses ein. Beide Opfer konnten gerettet werden.
Auch in den kommenden Tagen bleibt es laut Deutschem Wetterdienst weiterhin sehr kalt. Bis Mitte der kommenden Woche sei kein milderes Wetter in Sicht. Darüber hinaus schickt ein Tief über der Ostsee Schneeschauer ins Norddeutsche Tiefland bis hin nach Hessen und Brandenburg.
Die eisige Kälte hat in der Ukraine schon mehr als 100 Menschen das Leben gekostet. Das Ministerium für Katastrophenschutz meldete am Freitag weitere 38 Kälteopfer. Mehr als 1.200 Menschen wurden in Krankenhäuser eingeliefert. In einigen Regionen des Landes wurden Temperaturen von minus 32 Grad gemessen. Die Schulen blieben weiter geschlossen. Inzwischen richteten die Behörden fast 3.000 Betreuungsstellen ein, in denen Obdachlose sich wärmen können und Essen erhalten.
dapd



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