München - Der Schriftsteller Eberhard Horst ist tot. Der Autor starb am Mittwoch im Alter von 88 Jahren nach langer Krankheit in seinem Haus in Gröbenzell bei München.

© Claassen
Das Buchcover von "Heloisa und Abaelard"
Dies teilte sein Sohn der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag mit.
Der Autor brachte in spannenden und einfühlsamen Biografien das Mittelalter einem großen Publikum nahe.
Der letzte Erfolg des Autors war Anfang 2004 “Heloisa und Abaelard“, eine mittelalterliche Liebesgeschichte zwischen einem Philosophen und einer Äbtissin. Darin richtete Horst seinen Blick vor allem auf den Konflikt zwischen irdischer und göttlicher Liebe.
Der Einklang von authentischer Mitteilung und einfühlsamem Erzählen prägte auch die folgenden Lebensbeschreibungen wie die über Julius Caesar (1980) oder Konstantin den Großen (1984). Vor einigen Jahren erschien Horsts Biografie der für ihre Heilkunde berühmten Benediktinerin Hildegard von Bingen. Er zeichnete das Porträt einer mutigen und faszinierenden Frau, die ihre modernen Ideale und Visionen gegen die Mächtigen ihrer Zeit verteidigte.
Horst wurde 1924 als Sohn eines Düsseldorfer Kaufmanns geboren. Das Abitur machte er 1947 in einem französischen Kriegsgefangenenlager, später studierte er Philosophie und Theologie sowie Germanistik und Theaterwissenschaften. Anfang der 1950er Jahre leitete Horst die Studiobühne der Universität München. Auch seinen Sohn Titus zog es später ans Theater. Seit 1956 war Horst als freier Schriftsteller und Literaturkritiker tätig, verfasste auch Hörspiele und Fernsehstücke und machte sich als Reiseautor einen Namen. Der mit dem Bundesverdienstkreuz und mehreren Literaturpreisen ausgezeichnete Autor war auch Mitglied des P.E.N.-Zentrums Deutschland sowie der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.
dpa



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