Berlin - Eigentlich ist der Vorstoß für eine Sonderabgabe für Kinderlose nach einem Machtwort der Kanzlerin schon wieder vom Tisch. Doch die Debatte geht munter weiter. Jetzt hat Sigmar Gabriel (SPD) einen neuen Vorschlag.

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SPD-Chef Sigmar Gabriel.
Die von jungen CDU-Abgeordneten geforderte Abgabe für Kinderlose sorgt weiter für politischen Zündstoff - obwohl Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dem Vorstoß bereits eine Absage erteilt hat. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel wies die Forderung als völlig unsinnig zurück. Er lehnte es in der “Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch) ab, dass sich der Staat mit Sanktionen in das Privatleben von Menschen einmische, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen gegen Kinder entschieden hätten oder keine bekommen könnten.
Die frauenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Nicole Bracht-Bendt, lehnte den Vorstoß aus den Reihen der Union ebenfalls ab. “Statt Zwangsmaßnahmen für Kinderlose einzuführen, sollten Familien mit Kindern Vorteile im täglichen Leben haben“, sagte sie der “Berliner Zeitung“ (Mittwoch). “Steuerliche Vergünstigungen beim Kauf einer großen Familienkutsche würden Familien unterstützen. Und warum werden Windeln immer noch mit 19 Prozent versteuert und Blumen mit 7 Prozent?“
Unterstützung kam hingegen vom Deutschen Familienverband. “Es geht dabei nicht um eine Bestrafung von Kinderlosen“, sagte dessen Bundesgeschäftsführer Siegfried Stresing der “Allgemeinen Zeitung“ in Mainz. “Es geht darum, endlich Schluss zu machen mit einer Transferausbeutung zulasten der Familien. Kinderzahlabhängige Sozialabgaben sind keine mildtätige Familienförderung. Sie sind eine Frage der Gerechtigkeit.“
Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, plädierte in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch) für eine Rentenreform, die Kinderreiche begünstigt und Kinderlose stärker belastet. Es gebe in Deutschland eine massive Umverteilung von Familien zu Kinderlosen. “Es ist nur angemessen, wenn man diese Umverteilung zu vermindern versucht, indem man einen größeren Teil der ökonomischen Vorteile von Kindern in den Familien belässt, deren Entbehrungen bei der Kindererziehung diese Vorteile überhaupt erst entstehen lassen“, sagte Sinn.
dpa



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