Doch es gibt auch Kritik

TV-Spot: Die Bahn wagt einen Tabubruch

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Zum 25. Geburtstag des ICE bricht das Unternehmen in einem neuen Werbespot mit einem Tabu im Profifußball. Das Filmchen erhält viel positives Echo - doch manchen fehlt am Ende etwas. 

Wir sehen einen jungen Mann, scheinbar ein glühender Anhänger einer Fußballmannschaft. Mit ICE und Bus reist er dem Team zu den Begegnungen hinterher, eine besondere Leidenschaft scheint er für einen speziellen Spieler zu haben. Sein Idol? 

Die Geschichte nimmt am Ende eine Wendung, mit der man zunächst nicht unbedingt rechnet: Der Fußballstar holt den Fan am Bahnhof ab. Und nicht nur das: Beide umarmen sich innig und verlassen das Gleis Hand in Hand. Ganz offensichtlich sind sie ein Liebespaar. 

Der Mann auf der Tribüne ist also nicht nur sein Fan. Der Fußballspieler bekennt sich in der Öffentlichkeit am Bahnhof zu seiner Homosexualität. Noch immer ein Tabu im männlichen Profifußball, auch zur EM-Zeit. Als einziger Nationalspieler outete sich bislang Thomas Hitzlsperger zu seiner sexuellen Orientierung - allerdings erst nach seiner Karriere. 

Kritik am fehlenden Kuss

Der Werbespot "Der Fan" wurde auf YouTube innerhalb von 24 Stunden bereits über 60.000-mal angeschaut. Das Echo unter den YouTube-Nutzern fällt positiv aus. "Diese Werbung ist echt süß und hat mich berührt, außerdem setzt sie ein eindeutiges politisches Statement", kommentierte eine Userin. "Gratuliere der Bahn für den Mut", ist ebenso zu lesen wie viele Danksagungen. 

Kritik gibt es nur am fehlenden Kuss der beiden Männer, als sie sich am Bahnsteig endlich wiedersehen. War das der DB dann doch zu viel Offenheit? Fehlte dafür der Mut? 

Auch auf Twitter gibt es deswegen Misstöne. Sogar der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) bemängelt das Ausbleiben eines Kusses. 

Dafür hat User "David Bonetti" kein Verständnis: "Die Liebe zweier Menschen zueinander ist so vielfältig und ich sehe absolut keinen Grund diese auf einen Kuss zu reduzieren. Im Gegenteil. Die dargestellte, wenn auch gespielte, Szene einer innigen, sehr sanften und intimen Umarmung zwischen den beiden erzählt von einer starken emotionalen Bindung zueinander."

Genau das will die Bahn mit der Werbung vermitteln. Man verbinde mehr als A und B ist im Abstand des Spots zu lesen. 

Hier können Sie den TV-Spot sehen

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mg

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