"Drecksgriechen": Hassbrief empört Facebook-Nutzer

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Düsseldorf - Es sind Zeilen voller Hass und Beleidigungen: Ein griechisches Familienrestaurant erhielt einen bösen Brief. Nun wird er auf Facebook Tausendfach geteilt.

Der anonyme Verfasser beschimpft das Heimatland der Restaurantbesitzer als "stinkendfaules und total unfähiges Drecksgriechenland". Aus Protest gegen die neue griechische Regierung und die Schuldenpolitik, wolle er keine griechischen Waren mehr kaufen und auch das Restaurant nicht mehr betreten.

So ist es in dem Brief zu lesen, der an das Restaurant Platon adressiert war. Die Inhaber-Familie zeigte sich auf Facebook bestürzt, als sie am Dienstagabend ein Fotos des Schreibens veröffentlichte.

Seit über 31 Jahren führe sie nun schon das Restaurant in Düsseldorf, man fühle sich zu Deutschland zugehörig. Durch das "respektlose Verhalten" habe man jedoch das Gefühl, nicht willkommen zu sein.

Dass der Schreiber nicht mehr in dem Restaurant essen will, lässt die Familie ziemlich kalt: "Gerne verzichten wir auf solche Gäste".

Der Brief schlug derweil auf Facebook ein wie eine Bombe! Schon über 3000-mal wurde er geteilt und Hunderte bekundeten bereits in den Kommentaren ihre Solidarität mit der griechischen Familie. "Es lohnt nicht, sich mit so einem Dummschreiber weiter zu beschäftigen", meint etwa Facebook-Nutzer Horst S. Eine andere Nutzerin schrieb: "Nur die, die einseitig denken und sehen, können so etwas geschrieben haben. Kopf hoch und stolz weitermachen".

Das Restaurant hat sich über Facebook mittlerweile ein zweites Mal zu Wort gemeldet und bedankt sich für die Unterstützung. Gleichzeitig wirft die Familie deutschen Medien eine Hetze gegen Griechenland vor:

Jüngst waren die die BILD-Zeitung und bild.de für eine Selfie-Kampagne gegen die griechische Regierungspolitik in die Kritik geraten, bevor der Bundestag einer Verlängerung der Griechenland-Hilfen zustimmte. Der Vorsitzende des Journalisten-Verbands Michael Konken kritisierte die Aktion, weil sie "die Grenze zur politischen Kampagne" überschritten habe:

Im Februar führte unser bgland24-Reporter Xaver Eichstädter Gespräche mit griechischen Wirten in der Region. Sie setzen Hoffnung auf einen Neubeginn für ihr Land mit der neuen Regierung.

mg/ro24

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook

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